Unwetterfront Gewitter und Starkregen lassen im Bremer Westen Keller volllaufen

In nur vier Stunden fielen freitagfrüh bis zu 44 Liter Regen je Quadratmeter auf den Bremer Westen. Wegen vollgelaufener Keller und überschwemmter Straßen kam es zu rund 50 Feuerwehreinsätzen.
10.09.2021, 13:55
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Bastian Angenendt-Eiserbeck Timo Thalmann

Hinter Bremen und umzu liegt ein dunkler und nasser Freitagmorgen: Gewitter und Starkregen haben am Vormittag zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Vor allem der Bremer Westen und hier insbesondere Oslebshausen war von Starkregen betroffen. Hier registrierte die Regenmessstelle des Kanalnetzbetreibers Hansewasser zwischen fünf und neun Uhr 44 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Regenmenge im September liegt bei rund 60 Litern im gesamten Monat.

Die Folge waren zahlreiche vollgelaufene Keller. Die Feuerwehr verzeichnete deswegen allein in dem Ortsteil über 50 Einsätze. Auch der Notdienst von Hansewasser fuhr mehrfache Einsätze, kontrollierte neuralgische Punkte wie Unterführungen und unterstützte die Feuerwehr bei einer überfluteten Straße in Oslebshausen.

Als ein Schwerpunkt erwies sich die Straße "An der Finkenau". Von deren Anwohnern kamen die meisten Notrufe. Ausschließlich Freiwillige Feuerwehren aus dem gesamten Stadtgebiet haben die Arbeiten übernommen. "Bei solchen Lagen auf die Freiwilligen Feuerwehrleute zählen zu können, ist für den Grundschutz in der Stadt unglaublich wichtig", betont der diensthabende Direktionsdienst Michael Richartz.

Vorausgegangen war eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes vor einer Unwetterfront mit hohen Regenmengen, die sich Bremen nähert. Bei 12 bis 23 Litern pro Quadratmeter in der Stunde spricht Hansewasser von einem Starkregenereignis. Diese Werte wurden Freitag erreicht. 

Laut Hansewasser wurde die Leistung seiner Abwasserpumpen planmäßig hochgefahren sowie Entlastungskanäle und Regenwasserüberlaufbecken gefüllt. An einigen Stellen musste zudem Mischwasser in die bremischen Gewässer eingeleitet werden.

Auch in Hamburg haben Gewitter am Freitagmorgen zu vielen Einsätzen der Hamburger Feuerwehr geführt und mehrere Bauarbeiter durch Blitzeinschläge in Gefahr gebracht. In der Hafencity waren ersten Erkenntnissen zufolge wegen eines Stromausfalls auf einer Baustelle mit mehreren Kränen zwei Kranfahrer in ihrer Kanzel eingesperrt, wie ein Feuerwehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. In der Innenstadt mussten zudem vier Handwerker auf einem Dach – vermutlich nach einem Blitzeinschlag in der unmittelbaren Nähe – rettungsdienstlich versorgt werden. Nach derzeitigem Stand gibt es laut Feuerwehr keine Toten und keine Brände.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+