Nachbarn sehen Vermummte Gezielte Anschläge auf Bankfilialen

Steintor. Auf das Postbank-Finanzcenter an der Brunnenstraße und die Filiale der Sparkasse an der Ecke Vor dem Steintor/Lüneburger Straße sind in der Nacht zum Sonntag gezielte Anschläge verübt worden. Die Polizei vermutet einen politischen Hintergrund und hat Ermittlungen gegen Unbekannt wegen schwerer Sachbeschädigung aufgenommen. Der entstandene Schaden dürfte mehrere Tausend Euro betragen.
03.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von niels kanning

Steintor. Auf das Postbank-Finanzcenter an der Brunnenstraße und die Filiale der Sparkasse an der Ecke Vor dem Steintor/Lüneburger Straße sind in der Nacht zum Sonntag gezielte Anschläge verübt worden. Die Polizei vermutet einen politischen Hintergrund und hat Ermittlungen gegen Unbekannt wegen schwerer Sachbeschädigung aufgenommen. Der entstandene Schaden dürfte mehrere Tausend Euro betragen.

Gegen 23.44 Uhr alarmierte der erste Anrufer die Polizei. Nachbarn des Postbank-Finanzcenters hatten beobachtet, wie mehrere vermummte Jugendliche, die Kapuzenpullover getragen hätten, den ersten Anschlag verübten. Mit Steinen wurde versucht, die Scheibe der Eingangstür und ein Fenster zu zerstören. Außerdem flogen grüne Farbbeutel gegen das Gebäude und den Geldautomaten. Dann liefen die Täter davon.

Kurze Zeit später, genau vier Minuten nach Mitternacht, wurden wenige hundert Meter weiter die Nachbarn der Sparkassen-Filiale durch einen lauten Knall aufgeschreckt. Auch in diesem Bankgebäude ging eine Scheibe zu Bruch, nachdem ein Ytong-Stein geworfen worden war.

Die Täter konnten in einem roten Kleinwagen flüchten, wie Nachbarn gesehen haben wollen. "Banken sind Mörder" (Postfiliale Brunnenstraße) und "smash G8" (Sparkasse) lassen den Rückschluss zu, dass vermutlich Mitglieder der autonomen Szene für die Sachbeschädigungen verantwortlich sind.

Die Polizei kam in dieser Nacht nicht zur Ruhe. Gegen 2 Uhr wurden die Beamten zum Sielwall gerufen, weil sich dort rund 150 Personen aufhielten und auf der Kreuzung Fußball spielten. Als Polizeikräfte den Kreuzungsbereich räumen wollten, wurden die Beamten mit Flaschen beworfen und beschimpft.

Wie im Hauptteil unserer Zeitung berichtet, tat sich ein 26 Jahre alter Mann dabei besonders hervor. Er konnte nach kurzer Flucht gestellt werden und musste sich einer Blutentnahme unterziehen. Den Mann erwarten jetzt Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung und schwerem Landfriedensbruch.

Die Postfiliale an der Brunnenstraße ist schon seit Jahren wiederholt das Ziel von Farbanschlägen und Sachbeschädigungen. Ein Nachbar findet dafür diese Worte: "Einfach nur destruktiv und bekloppt." Und eine Postbank-Kundin, die Geld aus dem Automaten ziehen will, der vollkommen beschmiert ist, ist ebenfalls genervt von dem Vandalismus: "Das ist eklig, einfach nur widerlich."

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