Bettina Szrama gibt im Bürgerhaus einen Einblick in das wahre Leben Gesche Gottfrieds

Giftmischerin fasziniert bis heute

Christina Klemke
09.10.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Christina Klemke

Vegesack. Sie kümmerte sich aufopferungsvoll um ihre Familie, pflegte liebevoll die Menschen, die in ihrem Umfeld erkrankten und begleitete sie auf ihrem letzten, qualvollen Weg. - Als 'Engel von Bremen' war die 1785 geborene Gesche Gottfried in der Bevölkerung bekannt. Doch was damals kaum jemand ahnte: Hinter der engelsgleichen Maske verbarg sich eine Mörderin.

Der Mythos der Deutschlands berühmtestes Serienmörderin seit ihrer Hinrichtung im Jahre 1831 umgibt, lebt in dem im Februar 2009 erstmals veröffentlichten Kriminalroman 'Die Giftmischerin' von Autorin Bettina Szrama wieder auf. Am vergangenen Donnerstag besuchte Szrama das Gustav-Heinemann-Bürgerhaus, um einige düstere Passagen ihres erfolgreichen Werkes vorzulesen.

Gefesselt und fasziniert

'Als ich das berühmte Bild der Gesche Gottfried zum ersten Mal sah, war ich wie gefesselt und einfach nur fasziniert. In diesen düsteren Augen spiegelte sich ihre ganze Boshaftigkeit wider', meint die Autorin. Deshalb begann sich Szrama für das Lebens der Gottfried zu interessieren und beschloss, einen Roman darüber zu schreiben. Dazu recherchierte die in Rinteln lebende Schriftstellerin unter anderem im Bremer Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte. Die interessantesten Details aus Gottfrieds Leben erfuhr Szrama aber aus den originalen, im Staatsarchiv Bremen einsehbaren Prozessakten aus dem Jahre 1831. Hier finden sich die Aussagen von Friedrich Leopold Voget, dem damaligen Verteidiger von Gesche Gottfried. Ihm legte die Giftmörderin ein umfassendes Geständnis ab, in dem sie detailliert von jedem einzelnen Mord berichtete. Szramas Roman 'Die Giftmischerin' beschreibt eindrucksvoll die Lebensgeschichte der Gesche Gottfried. Er zeigt nicht nur, wie die

junge Frau die Menschen in ihrer Umgebung tötete. Das Werk gibt auch einen realistischen Einblick in die Gefühlswelt der berühmten Serienmörderin, die ihre Ehegatten und Freunde heimtückisch mit Arsen vergiftete und sogar ihre eigene Familie auslöschte. 'Mich hat die Geschichte schon immer fasziniert. Sie ist sehr interessant und gehört einfach zur Bremer Tradition dazu. Heute habe ich noch eine ganze Menge dazu gelernt', sagt Christiane Pestel, die der Lesung, wie alle anderen Zuhörer, gespannt folgte. An Gottfried wurde die letzte öffentliche Hinrichtung der Hansestadt Bremen vollzogen. Seither wurde ihre Lebensgeschichte zur Legende, die, nicht zuletzt wegen der unglaublichen Skrupellosigkeit, bis heute fasziniert.

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