33-jähriger Autohändler verurteilt Glasklarer Betrug

Osterholz-Scharmbeck. 9800 Euro hatte eine Frau aus der Nähe von Coburg für einen Gebrauchtwagen hingeblättert. Über eine Internet-Anzeige war sie im November 2016 auf das Auto aufmerksam geworden.
26.05.2017, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Friedrich Wilhelm Armbrust

Osterholz-Scharmbeck. 9800 Euro hatte eine Frau aus der Nähe von Coburg für einen Gebrauchtwagen hingeblättert. Über eine Internet-Anzeige war sie im November 2016 auf das Auto aufmerksam geworden. Der 33-jährige Autohändler aus Ritterhude habe ihr versichert, dass der Wagen unfallfrei sei, gab sie vor dem Amtsgericht an. „Der steht da wie ein Neuwagen“, soll nach Aussage der Käuferin der Händler geschwärmt haben. Doch die 36-jährige aus Süddeutschland wurde zu Hause misstrauisch.

Sie ließ das Fahrzeug begutachten. Dabei stellte sich heraus, dass sie mit dem Kauf hinters Licht geführt worden war. Für das Auto mussten noch einmal an die 7000 Euro an Reparaturkosten aufgewendet werden. Auf Anrufe habe der Ritterhuder nicht reagiert. Vor Gericht kam es zu einem mündlichen Schlagabtausch zwischen der Süddeutschen und dem Ritterhuder. Dem setzte der Strafrichter ein Ende: „Zwiegespräche zu führen, das sieht die Strafprozessordnung nicht vor."

Die Version der Süddeutschen bestätigte weitgehend ein 52-jähriger Bekannter der Frau. Er war beim Autohandel dabei. Auch ihm gegenüber habe der 33-Jährige bestätigt, dass der Wagen unfallfrei sei. Dem aber widersprach der Autohändler: „Wir haben keine zwei Worte miteinander gewechselt.“ Wiederholt machte der Angeklagte seinem Ärger Luft, fiel dem Richter dabei ins Wort. Der ermahnte ihn schließlich, drohte für die nächste Unterbrechung ein Ordnungsgeld von 150 Euro an. Das zügelte offensichtlich den Übereifer des Ritterhuders.

Dem Richter lag ein weiterer Kaufvertrag vor. In dem war der Ritterhuder als Käufer aufgeführt. Er hatte den Mittelklassewagen selbst für 5500 Euro gekauft. Laut Vertrag hat das Auto einen durch einen Dachs verursachten Wildschaden davongetragen.

„Das war ein glasklarer Betrug“, sagte der Strafrichter in seiner Urteilsbegründung. Er brummte dem Angeklagten eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu 50 Euro, mithin 4500 Euro, auf. Der Richter bezeichnete es als bedauerlich, dass dem Angeklagten jede Einsicht fehlte, obwohl der Betrug so deutlich auf der Hand lag.

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