Kaufvertrag kommt nicht zustande Gleisanlage wieder im Angebot

Schwanewede. Erfolg auf der ganzen Linie hatte die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG kürzlich vermeldet. Gemeint war die Versteigerung eines rund 1,4 Kilometer langen Teilstücks der ehemaligen Militärbahn von Farge nach Schwanewede.
19.03.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewald

Erfolg auf der ganzen Linie hatte die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG kürzlich vermeldet. Gemeint war die Versteigerung eines rund 1,4 Kilometer langen Teilstücks der ehemaligen Militärbahn von Farge nach Schwanewede. Jetzt musste das Rostocker Auktionshaus einen Rückzieher machen. Der Vertrag mit dem Käufer, der das höchste Gebot abgegeben hatte, sei nicht „durchgeführt worden“, verlautete die verklausulierte Botschaft aus der Stadt an der Ostsee. Aus Gründen, die das Auktionshaus nicht zu verantworten habe, hieß es weiter.

Über nähere Informationen schweigt sich der zuständige Grundstücksauktionator Kai Rocholl aus. Aus Datenschutzgründen, wie er auf Nachfrage unterstreicht. Nur so viel scheint sicher zu sein: Für das Objekt 025 („Teil einer stellgelegten Militärbahn“) soll es einen lebhaften Bieter-Wettstreit gegeben haben, der das Mindestgebot von 2500 Euro auf den finalen Zuschlag von 24 500 Euro hochschaukelte. Für einen im Durchschnitt 20 Meter breiten Landstrich mit einer Gesamtfläche von 28 000 Quadratmetern, der sich vom Pötjerweg in Farge bis zur Hospitalstraße in Schwanewede erstreckt.

Über die Frage, warum der Bieter, der gut 25 000 Euro für die einstige Eisenbahnlinie hinblättern wollte, nun doch nicht zum Zuge kommt, wird gegenwärtig heftig spekuliert. Auch von Anrainern, die nahe des Bahnkörpers eine Parzelle besitzen und Interesse an einem Teilstück der Immobilie hatten. Rund 90 Anfragen sollen beim Rostocker Auktionshaus eingegangen sein. Doch die Auskunft lautete stets: Der 1,4 Kilometer lange Geländestreifen sei nur in Gänze zu erwerben. Neun Bieter wetteiferten schließlich um das von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben angepriesene Areal.

Nachdem der Kaufvertrag mit dem Sieger des Bieter-Wettbewerbs notariell nicht zustanden gekommen ist, sucht das Rostocker Auktionshaus „in Abstimmung mit dem Einlieferer“ (Bundesanstalt für Immobilienanlagen, Außenstelle Oldenburg) einen neuen Käufer. Angeschrieben worden seien alle Interessenten, unterstreicht Kai Rocholl. Also auch diejenigen, die lediglich um telefonische oder schriftliche Auskünfte baten, nicht aber in den Bieterwettstreit eintraten.

Sie hätten nun Gelegenheit, das Objekt 025 zu dem in der Auktion ermittelten Kaufpreis zu erwerben, verlautet aus Rostock. Also für 24 500 Euro, die zuletzt geboten worden sind, aber möglicherweise nicht bezahlt werden konnten.

Die in den Jahren 1939/40 gebaute Militärgleisanlage (Marinebahn) wurde speziell für Deportationszüge zum KZ Farge genutzt. Sie war Teil der Niederweserbahn beziehungsweise Kleinbahn Wulsdorf-Farge, die im Jahre 1911 eröffnet wurde und auch in Neuenkirchen, Rade und Wurthfleth-Aschwarden hielt. In Farge bestand Anschluss an die Farge-Vegesacker Eisenbahn.

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