Bei der Ferienaktion der Angelsportler Farge-Rekum kam kaum ein Fisch zu Schaden

Gnade für den Karpfen

Die Grundregeln der Sportfischerei lernten Kinder und Jugendliche im Rahmen eines Ferienangebots kennen. Eingeladen hatten die die Sportfischer Farge-Rekum. Die jungen Teilnehmer lernten nicht nur den sachgerechten Umgang mit Angeln, Ködern und natürlich dem Fang kennen. Zwischendurch wurde gegrillt, die Teilnehmer am Casting-Wettbewerb erhielten kleine Preise.
30.07.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexander Bösch
Gnade für den Karpfen

Beim Ferienprogramm der Sportfischer Farge-Rekum hatten die Kinder und Jugendlichen mit Blick auf die Ausbeute nur geringen Erfolg. Spiele wie das Castingwerfen, gemeinsames Grillen und der Spaß am Angelsport machten die magere Ausbeute aber mehr als wett.

Abö· Alexander Bösch

Die Grundregeln der Sportfischerei lernten Kinder und Jugendliche im Rahmen eines Ferienangebots kennen. Eingeladen hatten die die Sportfischer Farge-Rekum. Die jungen Teilnehmer lernten nicht nur den sachgerechten Umgang mit Angeln, Ködern und natürlich dem Fang kennen. Zwischendurch wurde gegrillt, die Teilnehmer am Casting-Wettbewerb erhielten kleine Preise.

Farge-Rekum. Wer sich unter einer Casting-Show bislang einen Wettbewerb wie "Das Supertalent" vorstellte, wurde bei der Ferienaktion der Sportfischer Farge-Rekum eines Besseren belehrt. "To cast" heißt im Englischen "werfen" – und so versteht der Sportfischer unter dem Begriff Casting vielmehr eine Wurfübung mit speziellen Angelruten für Ziel- und Weitwürfe.

"Diese Scheibe ist heute irgendwie nicht mein Freund", flucht Tobias Eden. Mit beherztem Schwung wirft der 18-Jährige seine Angel mit dem 7,5 Gramm leichten Wurfgewicht aus und versucht, eine von zwei im Wasser versenkten Tonscheiben zu treffen. Auf einer der Scheiben befindet sich ein Blumentopf, der noch mehr Punkte innerhalb Spaßwettbewerbs verspricht. "Normalerweise verwendet man eine Arenbergscheibe", verrät Harald Wiegand, Erster Vorsitzender der Sportfischer Farge-Rekum.

Zu einem der Hauptgewässer am Nedderwarder Weg, die der Verein unterhält, hatten sich Kinder und Jugendliche aus Bremen-Nord zum Schnuppertag innerhalb des Ferienprogramms aufgemacht. Unerwarteter Dauerregen hatte dazu geführt, dass etliche Interessenten erst ein wenig später an dem 11000 Quadratmeter großen Gewässer eintrafen. Einige der Nachwuchsfischer hatten sich zunächst im Anglerheim ein wenig aufgewärmt, andere unbeirrt unter einem dunkelgrünen Schutzschirm Platz genommen oder sich entlang des Sees verteilt. Maden, Köder und die Ausrüstung wurde den Kindern zwar gestellt, anbeißen wollten jedoch nur wenige Fische. "Wenn viele Kinder herumlaufen, sind die Tiere ein wenig scheu", erzählt Harald Wiegand. Einige Weißfische und einen Karpfen hatten die jungen Angler zwar erbeutet, diese wurden jedoch umgehend wieder in den Teich entlassen. "Der Karpfen war untermaßig. Wenn die Tiere eine bestimmte Größe unterschreiten, werden sie wieder zurückgesetzt", erläutert Wiegand die Regularien des Verbands Deutscher Sportfischer (VDSF).

Dabei befinden sich in dem idyllischen Gewässer durchaus jede Menge Fischarten – vom Hecht, Zander, Gründling, Aal und Rotaugen bis hin zu Brassen und Stichlingen. Für die Kinder ist das an diesem Tag nicht so wichtig. Ohnehin ist der Weg das Ziel, wie Pascal Grünheid erklärt.

"Wenn ich angle, will ich abschalten und mich entspannen. Alles andere, Job und Freunde, sind dann weit weg. Der Fang ist mir nicht so wichtig, die meisten Fische lass ich sowieso wieder ins Wasser", beteuert der 23-Jährige. Und das, obwohl der Hobbyangler erst kürzlich zwei Prachtexemplare von 10 beziehungsweise 12 Kilo schweren Karpfen aus dem Gewässer gezogen hat. "Die großen Fische sind meist 10 bis 15 Jahre alt, die schmecken dann ohnehin nicht mehr", erklärt Pascal. Ein fischschonender Widerhaken, der nicht ganz verschluckt wird, sorgt dafür, dass die Tiere ohne Verletzungen wieder ins Wasser gelassen werden können.

Moritz und Marie gehören an diesem Tag zu den jüngsten Nachwuchsanglern. "Moritz hat schon mal ein paar Köderfische gefangen", verrät ihr Vater Daniel Köhler. Niklas Neumüller aus Wittstedt hatte seinen Nachwuchs ebenfalls für die Veranstaltung gewinnen können. "Sich ein bisschen in Geduld üben, ist eine gute Übung für so einen Zappelphilipp in der Schule", meint Wittstedt, der als Jugendlicher selbst gern angelte. Sohn Felix ist sogar überzeugt, am Morgen einen Fisch am Haken gehabt zu haben: "Der ist mir nur entwischt, weil er zu groß war", beteuert der 6-Jährige.

Nach einer gemeinsamen Grillpause im Anglerheim werden die Teilnehmer des Castingfischens bei einer Siegerehrung für ihre Mühe belohnt. Sachpreise in Form von Anglerzubehör und Spezialködern wurden von Rainer Schiller, dem Präsidenten des Landsfischereiverbands Bremen, mitgebracht. Wer angeln wolle, erzählt Schiller, könne ab dem 14. Lebensjahr eine Fischereiprüfung absolvieren.

Bevor es nach einem aufregenden Tag nach Hause geht, hat Tobias Eden noch einen kulinarischen Tipp parat. "Aale und Karpfen soll man erst in die Badewanne legen zum Ausmodern. Da spucken sie das dreckige Wasser wieder aus, das sie geschluckt haben", verrät der langjährige Hobbyangler, der als Koch im dritten Lehrjahr vor allem seine Freundin regelmäßig mit einem Spezialrezept filetierter Forellen begeistert.

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