Bremen Gold fürs Ehrenamt

Bremen. Anerkennung braucht Susanne Heins gar nicht. „Ich erwarte nichts“, sagt die 57-Jährige.
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Gold fürs Ehrenamt
Von Kathrin Aldenhoff

Anerkennung braucht Susanne Heins gar nicht. „Ich erwarte nichts“, sagt die 57-Jährige. Sie arbeitet ehrenamtlich im Verein Leben mit Krebs, weil ihr dort geholfen wurde und sie nun anderen helfen will. „Das ist meine Motivation, und das ist vollkommen ausreichend.“ Über die goldene Ehrenamtskarte, die sie seit Dienstag besitzt, freut sie sich aber trotzdem.

Renate Heitmann, Vorstand der Bremer Shakespeare Company, und Staatsrat Jan Fries überreichten 20 Ehrenamtlichen am Dienstagabend eine Ehrenamtskarte. Ausgezeichnet wurden zum Beispiel ein junger Mann von der Freiwilligen Feuerwehr, zwei Frauen, die in Grundschulen vorlesen, oder ein Mann, der sich seit 42 Jahren in einem Sportverein engagiert. „Die goldene Ehrenamtskarte ist ein Versuch, wenigstens etwas für das große Engagement zurückzugeben“, sagt Jan Fries. Ehrenamtliches Engagement sei alles andere als selbstverständlich.

Mit der Ehrenamtskarte erhalten Susanne Heins und die anderen Ehrenamtlichen in Zukunft verschiedene Vergünstigungen in Bremen und Niedersachsen. Inzwischen haben rund 2300 Einwohner des Landes Bremen so eine Ehrenamtskarte. Unter ihnen sind etwas mehr Frauen als Männer, die meisten Auszeichnungen gab es bisher im Bereich Soziales, Senioren und Jugend.

Als Susanne Heins im Jahr 2008 an Brustkrebs erkrankte, zog ihr das den Boden unter den Füßen weg. „Der Verein hat mir sehr geholfen, die Krankheit anzunehmen.“ Nach der Operation bekam sie im Krankenhaus ein sogenanntes Herzkissen geschenkt. Das ist ein lang gezogenes Kissen in Herzform, das sich Frauen nach der Operation unter die Achsel klemmen können. Dort haben die meisten betroffenen Frauen die Operationsnarbe, das Kissen lindert den Druckschmerz.

Die Idee stammt von einer dänischen Krankenschwester. Sie wollte, dass jede an Brustkrebs erkrankte Frau so ein Kissen geschenkt bekommt – als Zeichen, dass sie nicht alleine ist. Susanne Heins hat das Kissen damals sehr geholfen. Und als es ihr nach der Operation besser ging, suchte sie Frauen, die mit ihr im Verein solche Herzkissen nähen. Es sind bunte, fröhliche Herzen, mit Blümchen oder Schmetterlingen bedruckt. Im Verein hat Susanne Heins auch eine Selbsthilfegruppe, außerdem organisiert sie Schminkseminare für krebskranke Frauen in Chemo- und Strahlentherapie. „Zwei Stunden geht es dann nur um Schminken und Hautpflege. Die Krankheit bleibt für die Zeit außen vor.“

Vor ihrer Erkrankung hat Susanne Heins als Krankenschwester gearbeitet. „Früher habe ich mich sehr über den Beruf definiert. Das ist durch die Krankheit weggefallen. Durch das Ehrenamt habe ich eine neue Aufgabe.“

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