Betreiber des Schwachhauser Filmkunsttheaters investiert 190 000 Euro in den Umbau Gondel will Luxuskino werden

Bremen. Von Donnerstag an erstrahlt das Schwachhauser Filmkunsttheater Gondel in neuem Glanz.
10.09.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Gondel will Luxuskino werden
Von Jörn Seidel

Von Donnerstag an erstrahlt das Schwachhauser Filmkunsttheater Gondel in neuem Glanz.

Seit Monatsanfang wird die Ausstattung des 176 Plätze fassenden Saals komplett erneuert: Sessel, Leinwand, Lautsprecher, Wandbespannung, Decke, Fußboden und Lüftungsanlage. Auch die Brandschutzvorrichtungen werden auf den neuesten Stand gebracht. 190 000 Euro lässt sich Manfred Brocki, Betreiber der Programmkinos Gondel, Schauburg und Atlantis, den Umbau kosten. „Natürlich ist das ein Wagnis, aber wir sind überzeugt, dass sich das auszahlen wird“, sagt er.

Mit der Investition trotzt Brocki dem deutschlandweiten Rückgang an Kinoleinwänden. Allein in der zurückliegenden Dekade hat sich laut Filmförderungsanstalt (FFA) die Zahl um 250 auf 4610 Leinwände im vergangenen Jahr verringert. Die Bremer Kinolandschaft hat sich indes gefestigt: Die vorerst letzte Kinoschließung gab es mit dem Neuen Filmstudio am Herdentorsteinweg vor elf Jahren.

„Die Gondel ist unsere Version eines Luxuskinos“, sagt Brocki und benennt damit seine Vorstellung von der Zukunft von Filmkunsttheatern. Der Zuschauer wolle etwas Besonderes geboten bekommen. Dann sei er auch bereit, 8,50 Euro für ein normales Ticket zu bezahlen, meint der Kinobetreiber und verweist auf die noch höheren Preise in den Multiplexkinos. „Der Wein muss eben genauso gut sein wie der Film.“

Dass dieses Konzept funktionieren kann, hat sich bereits vor zwei Jahren bestätigt, als im Foyer der Gondel ein Café errichtet wurde. Die Zahl der Zuschauer sei sprunghaft um 25 Prozent gestiegen, berichtet Brocki. Im vergangenen Jahr wurde das Café sogar erweitert.

Zur Wiedereröffnung des 1957 erbauten Kinos am Donnerstag, 11. September, zeigt die Gondel unter anderem die französische Multikulti-Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“ und den deutschen Beziehungsreigen „Lügen und andere Wahrheiten“. Ab dem frühen Abend wird ein DJ im Foyer Jazz und Soul auflegen. Außerdem erhält jeder Käufer eines Kinotickets kostenlos ein Glas Wein – und kann sich somit selbst überzeugen, ob Getränk und Film den hohen Ansprüchen an ein Luxuskino gerecht werden.

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