Kirchengeschichte in Osterholz

Gott soll nicht zur Miete wohnen

Wilhelm Tacke hat ein Buch über die katholische St.-Antonius-Gemeinde verfasst.
17.01.2018, 23:43
Lesedauer: 2 Min
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Gott soll nicht zur Miete wohnen
Von Detlev Scheil

In der Stadt des sozialen Wohnungsbaus – diesen Beinamen hatte sich Bremen in den 1960er-Jahren verdient – sollte Gott „nicht zur Miete wohnen“, meinte der Waller Pastor Hermann Vogelsang bei der Grundsteinlegung für die St.-Antonius-Kirche am Oewerweg in Osterholz. „Darum bauen wir ihm ein Haus!“, so Vogelsang. An diesen Ausspruch vor 58 Jahren erinnert Wilhelm Tacke in seinem neuen Buch „Geschichte der St.-Antonius-Gemeinde“, das am Sonntag, 21. Januar, nach dem Gottesdienst in der Kirche zum ersten Mal verkauft wird.

Selbstständig ist St. Antonius nicht, die Pfarrei ist Teil des Pastoralen Raums St. Raphael, zu dem fünf katholische Kirchen im Bremer Osten gehören. Das 183 Seiten starke, gebundene Buch, das von St. Raphael im Selbstverlag herausgegeben worden ist, bietet nicht nur ausführliche Informationen über die kirchlichen Bauwerke am Oewerweg, sondern auch eine Menge Fakten und Hintergründe zur Entwicklung der katholischen Gemeinde, den vor Ort wirkenden Seelsorgern, zum Gemeindeleben allgemein und zur St.-Antonius-Grundschule, die seit 1986 besteht.

Ergänzt wird der Text durch zahlreiche Abbildungen und Fotos, die allerdings fast durchgehend in recht kleinen Formaten gedruckt worden sind. Wilhelm Tacke, früherer Pressesprecher des katholischen Gemeindeverbandes in Bremen, konnte sich für dieses Werk unter anderem auf zwei Festschriften des Gemeindemitglieds Willy Hunold zum 30- und 40-jährigen Bestehen der Gemeinde und umfangreich gesammeltes Material von Irmgard Lux stützen.

Obwohl die St.-Antonius-Gemeinde noch keine hundert Jahre alt ist, kann ihre Chronik über drei Kirchenbauwerke berichten. Beim ersten, 1960 errichtet, war offensichtlich minderwertiges Material verwendet worden, sodass das Gebäude schon nach 15 Jahren gründlich überholt werden musste. Nach weiteren 20 Jahren wurde die Kirche 1993/94 sogar wegen erheblicher Baumängel abgerissen und in völlig neuer Form wieder aufgebaut.

Besondere Schmuckstücke der St.-Antonius-Kirche sind die Buntglasfenster, darunter die zehn „Heiligenfenster“ in der Westwand sowie an den Schmalseiten „Werke der Barmherzigkeit“ und Motive aus der „Geheimen Offenbarung des Johannes“ darstellend.

Nach dem Erstverkauf am Sonntag kann das Antonius-Buch für 15 Euro im Pfarrbüro am Oewerweg 40a, dienstags von 9 bis 12 Uhr, mittwochs von 16 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 11 Uhr erworben werden, per Telefon 42 26 18 und E-Mail an antonius@raphael-bremen.de bestellt werden.

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