Gemeinsame Gewerbegebiete denkbar Grantz sucht Schulterschluss mit Umland

Bremerhaven. Um im Wettbewerb mit anderen Regionen eine bessere Rolle spielen zu können, muss sich Bremerhaven nach Vorstellung von Oberbürgermeister Melf Grantz nach außen öffnen.
06.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Frank Miener

Um im Wettbewerb mit anderen Regionen eine bessere Rolle spielen zu können, muss sich Bremerhaven nach Vorstellung von Oberbürgermeister Melf Grantz nach außen öffnen. Ein Weg zum Erfolg soll die Kooperation mit Umlandgemeinden und -landkreisen sein.

Grenzen sollen nicht mehr trennen – das ist der Kerngedanke hinter den vielen Kooperationen, die die Stadt Bremerhaven inzwischen mit den Umlandgemeinden und -kreisen eingeht. Es gehe darum, die Region als Ganzes zu stärken, begründet Oberbürgermeister Melf Grantz die Bestrebungen. Und verdienen will man daran auch.

„Es ist in Zeiten der Globalisierung kaum noch anders möglich, als als Region aufzutreten“, gibt sich der Sozialdemokrat überzeugt. Daher sei es wichtig, dass sich die Stadt mit Landkreisen und Umlandgemeinden zusammentut. „Wir haben bereits einige sehr gut funktionierende Kooperationen wie ,Stark am Strom‘, bei der es sich um das sehr wichtige Thema Offshore dreht. Hier ziehen wir kräftig an einem Strang“, erzählt Grantz. Auch im Bereich Tourismus arbeite man eng mit dem Kreis Cuxhaven, dem Kreis Wesermarsch und einzelnen Gemeinden zusammen. „Das ist gewachsen und hat frühere Konkurrenzen inzwischen überwunden.“ Man habe erkannt, dass man in einem Europa der Regionen nur als Ganzes vernünftig agieren könne. Das Regionalforum Bremerhaven und andere Runden seien dafür der richtige Weg.

Vor allem in der Wirtschaft sei es wichtig, die Ländergrenze zu überwinden. Deshalb wolle man gemeinsame Gewerbegebiete schaffen, erzählt Grantz. Zunächst soll mit der Gemeinde Loxstedt über ein neues Gebiet gesprochen werden, das zwischen dem Bremerhavener Gewerbegebiet Bohmsiel und dem Autobahnanschluss Bremerhaven-Süd liegt. Man wolle das Gebiet gemeinsam erschließen und auch Geld dafür in die Hand nehmen.

Von größter Wichtigkeit ist für Grantz der geplante Betrieb eines gemeinsamen Flughafens in Nordholz. „Hier sind die Planungen weit fortgeschritten. Unlängst hat der Landkreis beschlossen, die vorhandene Infrastruktur mit Unterstützung von EU-Mitteln für rund 1,2 Millionen Euro auszubauen und damit die Voraussetzung für die Ansiedlung von Betrieben aus Bremerhaven zu schaffen.“

Auch sei es wichtig, die Bahnstrecke von Bremerhaven bis Cuxhaven zu elektrifizieren und aufzuwerten. „Damit könnten sowohl Fahrgäste als auch Güter besser und schneller transportiert werden“, sagt Grantz und bezieht sich auf Beschlüsse des Unterweserforums. In der Folge könne es womöglich dazu kommen, dass Bremerhaven wieder an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angeschlossen werde.

Konkrete Zieldaten gibt es laut Grantz bereits für andere Projekte – etwa die Fusion der Sparkasse Bremerhaven und der Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln. „Ich gehe davon aus, dass das zum 1. Januar 2014 klappt“, sagt Grantz. „Dann entsteht in Deutschland die erste Sparkasse über Ländergrenzen hinweg, die mit einer Bilanzsumme von vier Milliarden Euro zu den großen Kassen in Norddeutschland gehört.“

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