Influenza-Aktivität in Norddeutschland hoch / Einrichtungen reagieren gelassen Grippewelle: Notbetrieb im Kindergarten

Flächendeckend steigt in Deutschland die Zahl der Grippe-Erkrankungen. Für Norddeutschland hat das Robert-Koch-Institut in der vergangenen Woche eine „stark erhöhe Influenza-Aktivität“ dokumentiert. Während andernorts auch Klinken erste Probleme melden, bekommen in Bremen-Nord zunächst Kindergärten und Schulen die Auswirkungen der anrollenden Grippewelle zu spüren.
21.02.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christina Denker

Flächendeckend steigt in Deutschland die Zahl der Grippe-Erkrankungen. Für Norddeutschland hat das Robert-Koch-Institut in der vergangenen Woche eine „stark erhöhe Influenza-Aktivität“ dokumentiert. Während andernorts auch Klinken erste Probleme melden, bekommen in Bremen-Nord zunächst Kindergärten und Schulen die Auswirkungen der anrollenden Grippewelle zu spüren.

Die Menschen husten, niesen und schwächeln an jeder Ecke: Gefühlt ist momentan jeder zweite krank. Wen der grippale Infekt nicht gepackt hat, leidet an Magen-Darm. Oder an der Influenza, der „echten Grippe“. Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnet für alle Teile Deutschlands eine stark erhöhte Influenza-Aktivität. Bis Anfang Februar wurden fast 11 000 Influenza-Fälle gemeldet. Pharmazeut Christoph Bannert aus der Aesculap-Apotheke in Vegesack berichtet von „vereinzelten Fällen“ im Stadtteil. Bannert hat nach eigenen Aussagen mehr mit grippalen Infekten zu tun. Und die, hat der Apotheker beobachtet, dauerten etwas länger als gewöhnlich.

Weil die Viren gern dort lauern, wo sich viele Menschen aufhalten, sind Kindertagesstätten und Schulen regelmäßig Brutstätten für die verschiedensten Erreger. Rosi Lange, Direktorin der Oberschule an der Lehmhorster Straße, berichtet schon von einem deutlichen Krankenstand, „aber daraus abzuleiten, dass es dieses Jahr besonders schlimm ist“, findet sie gewagt. Der derzeitige Krankenstand könne jedenfalls gut mit Bordmitteln bewältigt werden. Rosi Lange selbst ist im Übrigen in 34 Jahren Schuldienst nur einmal mit einem grippalen Infekt zu Hause geblieben. Sie führt das auf ihren Glauben an die Kraft der Zitrone zurück: „Jedes Mal, wenn es anfängt, im Hals zu kratzen, trinke ich den Saft von zwei ausgepressten Zitronen.“

Im Kinder- und Familienzentrum Lobbendorf spüren die Erzieherinnen derzeit die Auswirkungen der Grippewelle deutlich. In der vergangenen Woche habe dort nur ein Notbetrieb aufrecht erhalten werden können, weil ein Großteil des Personals das Bett hüten musste. Davor beutelte ein Magen-Darm-Virus Erzieherinnen und Kinder. Momentan habe es wieder Mädchen und Jungen aus dem Elementarbereich erwischt, viele hätten hohes Fieber, heißt es. Der Krankenstand habe sogar dafür gesorgt, dass das Faschingsfest verlegt werden musste. So schlimm ist es aber nicht überall: Aus der Kita Am Wasserturm in Blumenthal wird lediglich von einem mäßigen Krankenstand gesprochen. Genauso wie am Himmelskamp in Lüssum-Bockhorn: „Die große Grippewelle haben wir im Moment nicht. Aber in der vergangenen Woche war viel Personal krank“, berichtet Leiterin Christel Körner. In der Kindergruppe Balu in der Kaffeestraße sei ebenfalls alles noch in Ordnung.

Hilfe der Eltern

Susanne Schwagert von der evangelischen Kindertagesstätte in Grambke ist ganz zufrieden, wie sie sagt. Schlimm sei es in ihrer Einrichtung allerdings vor den Weihnachtsferien gewesen. „Da war eine Phase, in der das Personal zuhause mit einem grippalen Infekt lag.“ Sie hat es geschafft, diese Zeit mit Hilfe von Eltern zu überbrücken. Nur einen Tag habe sie nicht gewusst, wie der Kita-Betrieb aufrecht erhalten werden könnte und deshalb die Eltern gebeten, ihre Kinder anderweitig unterzubringen. „Mal geht das, aber das darf nicht die Regel werden“, so Schwagert.

Während ein grippaler Infekt meist eher harmlos verläuft, sollte er keine Sekundärinfektionen nach sich ziehen, ist die echte Grippe eine nicht zu unterschätzende Infektion. Nach Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts ist in dieser Saison ein Subtyp mit der Kennzeichnung H3N2 der Influenza-A-Viren im Umlauf. Dieser Stamm habe sich laut RKI verändert, so dass möglicherweise mit einer reduzierten Impfwirkung gerechnet werden müsse.

Informationen auf www.rki.de.

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