Mahnwache Gröpelinger setzen ein Zeichen

In Gröpelingen haben sich Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen an der beschädigten Glasstele getroffen, die an Opfer der Reichspogromnacht erinnert.
27.05.2018, 08:24
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Gröpelinger setzen ein Zeichen
Von Anne Gerling

Gröpelingen. Bestürzung in Gröpelingen: Um den Himmelfahrtstag herum haben Unbekannte die gläserne Stele an der Ecke Gröpelinger Heerstraße/Morgenlandstraße zertrümmert. Der Gröpelinger Beirat hatte das Mahnmal vor fast drei Jahren aufstellen lassen, um an die schrecklichen Geschehnisse zu erinnern, die sich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 an diesem Ort abgespielt hatten: Die Bewohner des Eckhauses an der Gröpelinger Heerstraße 167, das damals ein jüdisches Altersheim war, wurden von SA-Trupps auf die Straße getrieben, gedemütigt, misshandelt, verschleppt, deportiert und später ermordet.

Vor etwa eineinhalb Jahren hatten sich Unbekannte am Sockel der Gedenktafel zu schaffen gemacht. Die erneute Beschädigung der Glasstele stimme sie „nicht nur empört, sondern auch traurig, zumal der Beirat aus seinem bescheidenen Etat immer wieder finanzielle Mittel für das Denkmal zur Verfügung gestellt hat“, erklärt die Gröpelinger Beiratssprecherin Barbara Wulff (SPD). 30 bis 40 Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen, unter ihnen Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), haben sich am Donnerstagabend bei der Stele zu einer Mahnwache getroffen, um ein Zeichen gegen den wieder auflebenden Antisemitismus zu setzen.

Seit vielen Jahren gedenken die Gröpelinger immer am 9. November mit einer Mahnwache an der Ecke Gröpelinger Heerstraße/Morgenlandstraße der Opfer der Reichspogromnacht.

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