Planungen für Bremen-Nord Grohner Düne: Mehr Sicherheit durch Polizeistation neben Haven Höövt

Wenn es nach dem Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt geht, soll eine zentrale Wache am Haaven Höövt für mehr Sicherheit in dem Areal sorgen.
23.04.2018, 17:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Volker Kölling

Vier Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei stehen am Fuß der Grohner Düne. Der Nord-Beauftragte des Senats, Martin Prange (SPD), sucht sich seinen Weg vom Bahnhof zur Veranstaltung, als gerade Beamte die Gaststätte stürmen. Und so beginnt die Veranstaltung mit Beteuerungen, dass die Grohner Düne aus vielen Menschen bestehe und nur ein verschwindend kleiner Teil dieser 2000 Bewohner kriminell sei.

Die Nordbremer SPD hat ein neues Veranstaltungsformat ausprobiert: Der erste "Rote Tisch" brachte jetzt gut zwanzig Besucher in den Nachbarschaftstreff "Dünenwind" in der Grohner Düne. Und nur die Hälfte von ihnen entpuppte sich als Genossen. Das Fazit der SPD-Unterbezirksvorsitzenden Heike Sprehe nach anderthalb Stunden lebhafter Diskussion: "Das war genau, was wir wollten: Die Leute direkt vor Ort für Politik interessieren."

Christiana Manickavasgar und Houssam Remmo muss man das nicht erzählen. Die beiden wohnen seit vielen Jahren mit ihren Familien in der Grohner Düne und machen sich spürbar stark für ihr Zuhause. Remmo geht sogar so weit zu behaupten, die Düne sei nie moderner, das Leben in ihr und in ganz Vegesack nie so sicher und sauber gewesen wie heute.

Martin Prange berichtet von all den Verabredungen, die er im Namen des Senats mit Grand City Property (GCP) getroffen habe – und die bisher alle eingehalten worden seien. Da fängt er beim Sicherheits- und Hausmeisterdienst an, berichtet über die Einrichtung des Ladens der SOS-Kinderdörfer mit seinem angeschlossenen Mittagstisch für Kinder und kündigt an, dass auch noch ein Beleuchtungskonzept umgesetzt werde, um dunkle Ecken auszuleuchten.

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Es gibt aber auch eine andere Sichtweise auf die Zustände in der Grohner Düne, wie sie ein älterer Bewohner schildert, der schon Jahrzehnte hier wohnt. Für sein Einzimmerappartement zahle er inzwischen 412 Euro von seiner kleinen Rente und könne dafür einen gewissen Standard erwarten. Seine Badewanne sei aber seit 1977 nie ausgetauscht worden, die Armaturen im Bad ebenso nicht. Er ärgere sich über den Müll in Anlagen, Gängen und Treppenhäusern und vor allem über Böllerattacken mitten in der Nacht. Keiner kümmere sich darum.

Ein anderer Dünen-Bewohner erzählt von einer kompletten Vermüllung im vergangenen Oktober: "Ich habe mich nicht getraut, meine eigene Mutter zu meinem Geburtstag zu mir nach Hause einzuladen." Wieder ein anderer beschreibt, wie er mit seinem Wagen durch einen "Böllerhagel" fahren musste: "Da steigst du nicht aus und stellst die zur Rede. Da fährst du nur weiter und hast Angst."

"Ich habe in Sachen Böller mal bei der Polizei nachgefragt", antwortete Prange. "Da waren in der fraglichen Nacht neun Beschwerden eingegangen. Aber nur was hier passiert ist, gelangte groß in die Zeitung." In Sachen Vermüllung gebe Grand City Property inzwischen Comics heraus, in denen eindeutig der Umgang mit Müll erklärt werde, aber auch wichtige Themen wie das richtige Lüften einer Wohnung.

Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt (SPD) sitzt am Tisch, um etwas über die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes und auch den Teilneubau des Haven Höövts zu erzählen. Er erntet zustimmendes Nicken, als er sich für den Einzug der Polizei mit einer zentralen Wache direkt in das neue Kopfgebäude des heutigen Haven Höövts starkmacht. Das könne die komplette Situation um Düne und Bahnhof entschärfen, glaubt Dornstedt.

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Er weiß von den neuen Eigentümern der Firma Wesbau, dass die den Bau von bis zu 180 Wohnungen plant. "Mehr geht nicht, weil das Fundament schlicht nicht mehr Gewicht tragen kann." Fünf Architekturbüros arbeiteten zurzeit an den Entwürfen für die Wohnanlage direkt gegenüber der Grohner Düne. Am 28. Juni werde sich der Vegesacker Beirat mit den Plänen befassen, so der Ortsamtsleiter.

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