Durchsuchungen auch in Bremen

Festnahmen bei großer Drogen-Razzia

Im Zuge einer großen Razzia in Norddeutschland ist es zu mehreren Festnahmen gekommen. Auch in Bremen sind Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht worden.
11.11.2020, 14:31
Lesedauer: 2 Min
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Festnahmen bei großer Drogen-Razzia
Von Marc Hagedorn
Festnahmen bei großer Drogen-Razzia

Bei der Razzia wurden auch Wohnungen in Bremen durchsucht.

Annette Riedl / dpa

Der Polizei ist ein Schlag gegen die Organisierte Kriminalität in Norddeutschland gelungen. Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) haben mit Hilfe von Einsatzkräften der Landespolizei in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein mehrere Männer festgenommen, denen Drogenhandel in großem Stil vorgeworfen wird.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg beschuldigt die Gruppe, tonnenweise Kokain importiert und den Verkauf in Deutschland organisiert zu haben. Die Täter hatten sich laut BKA darauf spezialisiert, Kokainlieferungen, die in Südamerika in Seefrachtcontainern verstaut waren, im Hamburger Hafen in Empfang zu nehmen. Unter den Festgenommenen befinden sich unter anderem die mutmaßlichen Organisatoren der Kokaintransporte, Kokainhändler und Frachtunternehmer. Den Festnahmen waren monatelange Ermittlungen vorausgegangen.

Zuerst hatte „Spiegel Online“ über die großangelegte Razzia berichtet. Die Bande soll laut des Magazins von Kurden dominiert sein und Kontakte zu einer Bremer Familie unterhalten, die dem Miri-Clan zugerechnet wird.

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„Spiegel Online“ berichtet außerdem, dass die Ermittlungen auf der Auswertung von Chat-Nachrichten beruhen sollen, die eine Spezialeinheit des BKA in Wiesbaden vorgenommen hat. Das wollte die Staatsanwaltschaft Hamburg dem WESER-KURIER mit Hinweis auf die andauernden Ermittlungen nicht bestätigen.

Laut NDR sind dem BKA vor einigen Monaten mehrere Hunderttausend Chat-Nachrichten von französischen Sicherheitsbehörden zur Verfügung gestellt worden. Beamten der Europol war es im Frühjahr gelungen, den Server einer Firma zu hacken, die einen verschlüsselten Chatdienst anbietet und spezielle Smartphones verkauft. Als „Whatsapp für Gangster“ titulierten mehrere Medien den inzwischen geschlossenen Dienst der Firma Encrochat mit Sitz in den Niederlanden.

Eine erste Razzia im Juli in mehreren Ländern hatte die Eurojust, die grenzübergreifende Strafverfahren in der EU koordiniert und ihren Sitz in Den Haag hat, als großen Erfolg bezeichnet. Damals war es allein in Großbritannien zu fast 750 Festnahmen gekommen. 54 Millionen Pfund, umgerechnet rund 60 Millionen Euro, und mehrere Tonnen Drogen waren beschlagnahmt worden. In den Niederlanden hatte die Aktion für großes Aufsehen gesorgt, weil die Behörden dort Folterkammern entdeckt hatten, die zwar noch unbenutzt, aber in isolierten Containern eingerichtet und mit Zahnarztstühlen, Handschellen sowie Heckenscheren und Zangen ausgerüstet waren.

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