Vorbereitungen an der Gesamtschule Bremen-Ost

Große Probe für die Stadtteil-Oper

Tenever. Um „Menuchims Reise“ nach Amerika geht es am 18. und 19.
24.04.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Margot Müller
Große Probe für die Stadtteil-Oper

Die Schülerinnen und Schüler der GSO proben eine Choreografie für die Stadtteil-Oper "Menuchims Reise".

Thomas Walbröhl, Frank Pusch

Tenever. Um „Menuchims Reise“ nach Amerika geht es am 18. und 19. Mai in der Stadtteil-Oper auf dem grünen Hügel in Tenever. Es ist das ­mittlerweile siebte Projekt der erfolgreichen Kooperation der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und der Gesamtschule Bremen-Ost mit Einrichtungen im Stadtteil. Auch dieses Mal wirken mehr als 550 Beteiligte mit, vor allem Schülerinnen und Schüler aus insgesamt 16 Klassen und sechs Oberstufenkursen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Noch vor den Osterferien wurden an einem Projekttag im Musiksaal an der Walliser Straße erste Kostproben auf der Bühne präsentiert. Die Begeisterung auf allen Seiten war spürbar. „Seit letzten Sommer entwickeln wir das Projekt mit verschiedenen Gruppen, und das Puzzle fügt sich nun immer mehr zusammen“, erklärt Lea Fink, die künstlerische Leiterin vom Zukunftslabor der Kammerphilharmonie. Die Schülerinnen und Schüler probten Szenen mit ­Musik-Ensembles (Streicher- und Bläsergruppen), Gesang und Tanz, und zeigten auch Beispiele der fantasievollen ­Kostüme sowie Requisiten und Modelle zum Bühnenbild.

Die Handlung der Stadtteil-Oper folgt der Geschichte einer Familie, die in den 1920er Jahren ihre Heimat im Osten Europas verlässt und sich auf die Reise in ein besseres Leben in Amerika macht. Das Abenteuer der Flucht und Migration endet 1945 auf dem Times Square in New York, die Episoden werden aus Sicht der vier Kinder erzählt.

Zu Textvorlagen aus dem Buch „Hiob“ von Joseph Roth wurden klassische Musikstücke unter anderem von Gustav Mahler und Sergej Prokofjew, aber auch Broadway-Melodien von George Gershwin und Scott Joplin ausgewählt. „Hier treffen zwei Welten aufeinander, die Schüler aus den Leistungskursen Musik werden so richtig gefordert“, erzählt Regisseur Alexander Radulescu, für den es die zweite Stadtteil-Oper ist.

Regisseur Radulescu freut sich über die Zusammenarbeit des professionellen Orchesters mit der Schule und entdeckt viel Potenzial bei den engagierten jungen Akteuren. So wird aus „einem Sack Flöhe“ nach intensiver Übung schließlich eine selbstbewusste Gruppe, die ganz konzentriert die speziellen Bewegungsabläufe und Schrittfolgen des „Linedance“ absolviert. Auch Dirigentin Barbara Rucha gibt das Motto „Üben, üben, üben!“ an die Kinderchöre weiter. Bei der Probe überzeugten die Mädchen und Jungen mit einem gelungenen mehrstimmigen Kanon.

Seit 2009 gehört die Stadtteil-Oper regelmäßig als festes Kulturprojekt zum Unterricht an der GSO, und das mit einem äußerst positiven Effekt. Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer stehen gemeinsam mit einem Orchester von Weltrang auf der Bühne. „Der soziale Aspekt ist einmalig, wenn hier die Menschen aus unserem multikulturellen Quartier miteinander zum Erfolg beitragen“, weiß die frühere Schuldirektorin Annette Rüggeberg aus langjähriger Erfahrung. „Allerdings ist ein solches Projekt jedes Mal ein enormer Kraftakt für unseren Schulalltag. Aber es bereichert und stärkt unser Profil.“ Damit bestätigt sich der Leitgedanke der Stadtteil-Oper, das seit der ersten Aufführung alle verbindet: Du hast immer eine Wahl, es gibt eine Perspektive!

Im Kunstprofil der GSO gehen nun die Workshops für das Musiktheater weiter: Musiklabor, Tanzstudio, Holztischlerei, Kostümwerkstatt, Maskenbau, Filmprojektion. Das Besondere ist, dass Fachleute und Freiwillige aus der Nachbarschaft die Lehrkräfte aktiv unterstützen. So helfen die kreativen Frauen vom Mütterzentrum beim Nähen von rund 300 maßgeschneiderten Gewändern. Im Textilraum und im Flur wurden in den Osterferien zusätzliche Nähmaschinen aufgebaut.

Handwerklich Geschickte sind nach Angaben der Organisatoren zum Mitmachen herzlich eingeladen und können sich per E-Mail anmelden unter: kontakt@kunstprofil-gso.de. Und wer die Schritte bis zur Generalprobe verfolgen will, kann jederzeit ­Aktuelles erfahren auf dem reich bebilderten Blog der Gesamtschule Ost: www.stadtteiloper-­bremen.de

Die Stadtteil-Oper „Menuchims Reise“ wird aufgeführt am Donnerstag und Freitag, 18. und 19. Mai, um 19.30 Uhr im Opern-Zelt auf dem grünen Hügel in Tenever, Neuwieder ­Straße/Otto-Brenner-Allee. Karten sind erhältlich für 26 Euro, ermäßigt 19 Euro beim Kunden-­Service der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, Kulturhaus Stadtwaage, Langen­straße 13, Telefon 32 19 19, bei der Gesamt­schule Bremen-Ost, Walliser Straße 125, Telefon 3 61 56 45, beim Mütterzentrum Osterholz­-Tenever, Neuwieder Straße 17a, Telefon 42 40 96, und beim WESER-KURIER, Pressehaus Mar­tinistraße 43, Nordwest Ticket, 36 36 36.
„Hier treffen zwei Welten aufeinander.“ Regisseur Alexander Radulescu
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