Mosaik verschönert triste Wand Großstadtdschungel in Tenever

Tenever. Wer von der Otto-Brenner Allee aus den Pfälzer Weg entlang geht, wird von einem dicken weißen König begrüßt. Er lächelt breit und hat die Arme ausgebreitet - und mit ihm fängt das Mosaik erst an, das eine zuvor triste graue Wand seit kurzem ziert.
06.06.2010, 08:20
Lesedauer: 2 Min
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Großstadtdschungel in Tenever
Von Matthias Lüdecke

Tenever. Wer von der Otto-Brenner Allee aus den Pfälzer Weg entlang in Richtung der Tagesstätte Kinderhafen geht, wird von einem dicken weißen König begrüßt. Er lächelt breit und hat die Arme ausgebreitet - und mit ihm fängt das Mosaik erst an, das eine zuvor triste graue Wand entlang des Weges seit kurzem ziert.

'Großstadtdschungel' ist das Thema des 23 Meter langen Kunstwerks. Und so sieht man nicht nur den König, sondern auch Blumen und Bäume, Katzen und Pumas, Fische und Giraffen, Sonnen und Sterne. Ein großes Schiff, mit Spiegelteilen als Bullaugen und einem weißen Segel, das ein großer Stern schmückt, segelt in Richtung Kinderhafen.

Das Mosaik ist das Ergebnis eines Projekts des Vereins Quartier. Kinder und Jugendliche aus dem Spielhaus Tenever, der Kita Kinderhafen, der Ganztagesschule Andernacher Straße, der Grundschule Pfälzer Weg und der Tagesgruppe St. Petri haben zu der neuen Optik der Wand beigetragen, berichtet Projektleiterin Andrea Siamis. Für ein Mosaik habe man sich entschieden, weil dies plastischer sei und dadurch eine andere Wirkung als ein Bild habe - nicht zuletzt auch, weil es länger haltbar ist.

Ermöglicht hatte die Aktion die Gewoba. Dort hatte Quartier angefragt, ob die Wand als Projektarbeit verschönert werden könne. Sie bewilligte 20000 Euro. Ein halbes Jahr dauerte es vom Projektstart bis zum finalen Fest mit Zauberer und Luftballon-Aktion, bei der die Kinder ihr Werk präsentierten.

Die Künstler Carola Helbing-Erben und Claus-Günther Petersen, die das Projekt betreuten, hielten zunächst einen Workshop ab, bei dem die Kinder und Jugendlichen sich Gedanken zum Thema Großstadt-dschungel machen und diese auf Filzteppichen umsetzen sollten. In einem zweiten Workshop lernten die Kinder, wie aus Spiegeln und wetterfesten Kacheln ein Mosaik entsteht. Erst dann ging es an die Wand.

Das Bild, das nun dort zu sehen ist, ist eine Kombination aus den Ideen der Kinder und denen von Carola Helbing-Erben. 'Es ist wichtig für die Wirkung, dass das Bild aus einem Guss ist', erklärt die Künstlerin. Deshalb habe sie große Teile des Mosaiks im Vorfeld entworfen und den Kindern vorgegebenen. Beschwerden gab es keine, denn das vorgegebene Bild wird immer wieder auch von Stellen unterbrochen, bei denen die Nachwuchskünstler ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten.

Das Projekt war für Carola Helbing-Erben eine positive Erfahrung. 'Es hat mich etwa überrascht, mit welcher Freude auch die ganz Kleinen hier gemauert haben', sagt sie. Am meisten gefreut hat sie aber, wie groß die Identifikation mit dem Kunstwerk ist. 'Es war toll, hier zu stehen und zu sehen, wie die Leute immer wieder stehen geblieben sind und zugeschaut haben, was wir machen', erzählt sie.

Genau diese Identifikation hatte auch die Gewoba im Sinn. 'Projekte wie dieses, sind wichtig, um den Stadtteil attraktiver zu machen und es ist gut, dass die Bewohner mit einbezogen worden sind', betonte Gewoba-Vorstandsvorsitzender Volker Riebel, der zu der Einweihung der Wand gekommen war. Mit Blick auf die Modernisierungen der Häuser in den vergangenen Jahren blieb er im von den Kindern geschaffenen Bild: 'Viele große Steine haben wir schon bewegt, jetzt müssen noch viele kleine Steine folgen.' Der Großstadt-dschungel soll nur der Anfang sein.

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