Beliebte Bremer Stadtteile

Grüne fordern günstigen Wohnraum

Bremen. Menschen mit kleinem Geldbeutel sollen bezahlbare Wohnungen in beliebten, zentrumsnahen Stadtteilen finden. Das fordern die Bremer Grünen.
11.01.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Grüne fordern günstigen Wohnraum
Von Frauke Fischer
Grüne fordern günstigen Wohnraum

Auch Menschen mit kleinem Einkommen sollen nach Ansicht der Bremer Grünen in beliebten Bremer Stadtteilen einen Mietvertrag abschließen können.

dpa

Menschen mit kleinem Geldbeutel sollen bezahlbare Wohnungen in beliebten, zentrumsnahen Stadtteilen finden. Wie Politik und Verwaltung möglichst im Schulterschluss mit der Wohnungsbauwirtschaft Ziele für „Soziales Wohnen und Bauen in Vielfalt“ erreichen können, haben die grünen Bürgerschaftsabgeordneten zusammengetragen. Eine besondere Rolle kommt der Gewoba zu.

Susanne Wendland kennt Studierende, die länger als sieben Monate in der Neustadt nach einer bezahlbaren Wohnung gesucht haben. Manchmal gelingt es Menschen gar nicht, ein passendes Dach über dem Kopf zu finden, hat die grüne Bürgerschaftsabgeordnete erfahren. Eine Mietpreisbremse, wie sie die Stadt Bremen im Frühjahr nach einem Bürgerschaftsbeschluss umsetzen will, gehört deshalb zu den Maßnahmen, die die grüne Fraktion unbedingt unterstützt.

Doch im Positionspapier der Grünen spielt neben sozialen Aspekten auch die Frage eine Rolle, wie Wohnungen und Häuser in der Stadt künftig gebaut werden: Energiesparend sollen sie sein, nicht zu viel Raum verbrauchen und dabei doch genügend Raum für ihre Bewohner bieten. Und sie sollen wandelbar sein, beispielsweise mitwachsen, wenn die Familie wächst, und sich verkleinern lassen, wenn Kinder aus dem Haus gehen und andere Nutzungen gefragt sind.

Anschlussprogramm sichern

Sozialpolitische und städtebauliche Herausforderungen zu bewältigen, ist für Wendland und ihren Fraktionskollegen Carsten Werner „eine Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Verwaltung und Wohnungsbauwirtschaft“. Wenn städtische Flächen verkauft werden und darauf gebaut wird, muss jede vierte Wohnung eine sozial geförderte sein, deren Quadratmeter-Mietpreis 6,50 Euro nicht überschreitet. Im Gegenzug erhalten die Bauinvestoren Fördergelder. Dafür ist im März 2013 das Wohnraumförderprogramm aufgelegt worden. „Nach einem knappen Jahr ist knapp die Hälfte der Fördergelder verbraucht“, sagt Werner. Es sei deshalb wichtig, ein Anschlussprogramm zu beschließen.

Das hält auch Jürgen Pohlmann (SPD) für angebracht. „Es ist ein wichtiges Instrument im Wohnungsbau“, sagt der Baupolitiker. Er warte auf einen weiteren Bericht des Bauressorts über den Mittelabfluss. Auf dessen Grundlage müsse unter anderem geschaut werden, ob die Höhe der Förderung ausreiche, sagt er mit Blick auf Baupreisentwicklung und Einwände aus der Wohnungsbauwirtschaft. Letztere hatte oft betont, unter den Vorgaben des Bauressorts sei sozialer Wohnungsbau nicht umsetzbar.

Das Positionspapier des Koalitionspartners findet in vielen Punkten Pohlmanns Zustimmung, wenn er auch dessen Kritik an der Wohnungsbaupolitik der neuen Bundesregierung nicht teilt. Vielmehr sieht er in Berlin eine „richtige Umorientierung“, die Bremen und Bremerhaven zugute komme. „Ich freue mich, dass so viele politische Kräfte den sozialen Wohnungsbau stärken wollen“, sagt Pohlmann. Der Gewoba komme in der Tat wieder ein wichtiger Stellenwert im Neubaubereich zu, wie die städtische Wohnungsbaugesellschaft bei Pilotprojekten an der Marcuskaje in der Überseestadt, im Büro-Wohnpark Oberneuland oder im Cambrai-Dreieck bereits beweise.

Ein Dilemma, das die Baupolitiker beider Fraktionen sehen: Die ausgeschriebene Wohnungsbauquote drückt beim Verkauf städtischer Flächen auf den bei Investoren erzielbaren Preis und gilt deshalb als Hemmschuh. Pohlmann stellt indes mit Blick auf die beteiligten Ressorts Bau und Finanzen klar: „Wohnungsbaustrategien müssen in praktische Politik und Verwaltungshandeln münden. Es geht dabei auch um eine bessere Abstimmung, um den Gleichklang zwischen den Ressorts. Nicht das Höchstpreisgebot sei entscheidend.“

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