Bildungskonzept der Bremer Grünen Kita-Helfer gegen den Fachkräftemangel

Die Grünen beraten Ende April auf ihrer Landesmitgliederversammlung, wie die Schule der Zukunft in Bremen aussehen soll. Aus Schulgebäuden sollen zum Beispiel Stadtteilzentren mit zusätzlichen Angeboten werden.
11.04.2022, 17:17
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Kita-Helfer gegen den Fachkräftemangel
Von Michael Brandt

Wie groß die Defizite in der Bremer Bildungslandschaft sind, hat der Vergleichstest Lale, wie berichtet, erst vor wenigen Tagen erneut belegt. Die Grünen wollen nun, dass sich Bremen von Schulbauten nach klassischem Muster verabschiedet. Stattdessen sollen die Schulen der Zukunft wie eine Art Stadtteilzentrum funktionieren: mit Café, Veranstaltungen, integriertem Bürgerhaus und Beratungsangeboten für die Menschen im Umfeld. So steht es in einem umfangreichen Positionspapier zur Bildungspolitik, das die Grünen bei der Landesmitgliederversammlung am Sonnabend, 30. April, beraten. Mit dem Konzept sollen die Schulen auch einen Beitrag leisten, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, denn: "Die Schulgebäude von heute wurden für ein Bildungssystem von gestern geplant", so der Vorwurf.

Seit Frühjahr 2021 arbeitet eine Kommission der Grünen an dem Papier, der Landesvorstand hat der aktuellen Version auch bereits zugestimmt. Den Einstieg machen die Grünen mit den Kitas. Hier müsse das Ziel sein, 60 Prozent der unter Dreijährigen und alle über Dreijährigen mit einem Platz zu versorgen. Bis der derzeitige Mangel an Fachkräften behoben sei, können sich die Grünen auch den Einsatz von Kita-Helferinnen vorstellen, die die Jungen und Mädchen etwa beim Anziehen oder bei den Mahlzeiten unterstützen. 

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Die Kernaufgabe sehen die Grünen unverändert darin, die Kopplung von gesellschaftlicher Ungleichheit und Bildungsweg aufzuheben. Im Antrag heißt es dazu: "Bildung hängt massiv vom Elternhaus ab und die finanziellen wie sozialen und kulturellen Möglichkeiten in innenstadtnahen Stadtteilen übersteigen häufig die Möglichkeiten von Familien, die in benachteiligten Stadtteilen in Bremen, Bremen Nord und Bremerhaven wohnen." Beim Ausbau der Ganztagsgrundschulen wird zum Beispiel mehr Tempo gefordert. Als einen weiteren Baustein sieht die Bildungskommission die sogenannte selbstständige Schule an, die ihre Handlungsspielräume nutzt. Dies könne zum Beispiel für die Personalgewinnung genutzt werden, aber auch für einen "Frei Day", an dem die Schülerinnen und Schüler eigenen Lernprojekten nachgehen könnten.

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