Abgeordnete und Beiratssprecher haben Ideen zu Verkehrsproblemen in der Altstadt und im Ostertor Grüne schlagen Überweg bei den Schweinen vor

Altstadt·Ostertor. Manchmal fehlen die richtigen Worte: Heißt es Kreuzampel, Überkreuzampel oder Alle-gehen-gleichzeitig-Ampel? Da stehen sechs Leute an der Straßenkreuzung und suchen nach dem richtigen Begriff. Wie auch immer – für so ein Ding würde sich die große Kreuzung Am Wall, Altenwall und Ostertorstraße, wo sich die Zentralbibliothek und die Kunsthalle gegenüber stehen, prima eignen.
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Von Liane Janz

Manchmal fehlen die richtigen Worte: Heißt es Kreuzampel, Überkreuzampel oder Alle-gehen-gleichzeitig-Ampel? Da stehen sechs Leute an der Straßenkreuzung und suchen nach dem richtigen Begriff. Wie auch immer – für so ein Ding würde sich die große Kreuzung Am Wall, Altenwall und Ostertorstraße, wo sich die Zentralbibliothek und die Kunsthalle gegenüber stehen, prima eignen. Das zumindest denken ein paar Grüne aus der Bürgerschaft und dem Beirat Mitte.

Sie haben für einige Stellen in der Altstadt und im Ostertor, an denen der Verkehr besser organisiert werden könnte, Vorschläge gemacht. Übrigens kursieren auch die Begriffe „Diagonalqueren“ oder „Alle-gehen-Kreuzung“. Gemeint ist eine Kreuzung, an der alle Fußgänger gleichzeitig Grün haben und in alle Richtungen über die Straße laufen können.

Problemzonen gibt es viele. Zum Beispiel ist es für Radfahrer und Fußgänger gar nicht so einfach, den Schüsselkorb zu überqueren, wenn sie aus Richtung der Haltestelle kommen und in die Knochenhauerstraße möchten. Auf Höhe der Schweine müsste eine „Querungshilfe“ her, sagen die Grünen. „Hier war ja mal ein Überweg“, erinnert sich Beiratssprecher Michael Rüppel.

Und es sollte auch wieder eine Ampel hin. „Für einen Zebrastreifen ist die Straße zu breit“, sagt der grüne Bürgerschaftsabgeordnete Carsten Werner. Leerrohre für eine Ampelanlage seien da, weiß Bürgerschaftsmitglied Ralph Saxe. Im Gegenzug könnte die Ampel an der Bischofsnadel weg, meint er. An die Rotphasen halten sich Radfahrer und Fußgänger ohnehin nicht. Auch die Verkehrsführung in der Violenstraße ist verbesserungswürdig. Bislang müssen Radfahrer und Fußgänger, die Richtung Domsheide wollen, entweder einen Umweg hinnehmen oder – zumindest die Radfahrer – verkehrswidrig im Gegenverkehr fahren.

Der Weg geradeaus ist baulich versperrt. Die kleine Lösung wäre, Radfahrer zwischen die Schienen zu leiten, wie im Steintor. Michael Rüppel plädiert dafür, die Straße langfristig umzuplanen, die Schienen weiter in die Straßenmitte zu verlegen und die Radler auf der dann frei werdenden Straßenseite entlang zu führen. „Das wäre für den Charakter der Straße wichtig“, sagt er. Eventuell entstünde dabei auch Platz für ein paar Bäume.

Zum Ostertorsteinweg kursieren eine Reihe kleinteiliger Vorschläge verschiedener Initiativen. An einer Stelle soll im Frühjahr was getan werden. „Man muss prüfen, an welchen Stellen Parkplätze weg können“, sagt Carsten Werner. Es sei beispielsweise vor dem Cinema Ostertor sehr eng. Als ersten Schritt wollen die Grünen herausfinden, wie ausgelastet die Parkhäuser am Theater und Hohenpfad sind.

Perspektivisch sollte auch das Anwohnerparken in einigen Bereichen des Ostertors geprüft werden, sagt Carsten Werner, der im Ostertor wohnt. „Es ist viel leichter, dort Parkplätze zu finden als noch vor fünf Jahren.“ Viele Bewohner hätten ihr Auto oder wenigstens den Zweitwagen abgeschafft. Und: „Das Viertel ist ganz anders erreichbar als vor zehn Jahren.“

Nächster Stopp: Sielwall. Dort wird derzeit gebaut, weshalb die Straße eine Einbahnstraße und nur vom Osterdeich aus befahrbar ist. Werner, Saxe, Rüppel und Beiratsmitglied Henrike Müller würden es gern dabei belassen.

Letzte Station des Rundgangs der Grünen ist die Ecke Auf den Häfen, Salvador-Allende- und Eduard-Grunow-Straße im Ostertor. Seit die Humboldtstraße als Fahrradstraße fertig ist, werden Radfahrer in der Straße Auf den Häfen in Richtung Hauptbahnhof auf der Fahrbahn zur Eduard-Grunow-Straße geleitet. Vor Kurzem hat das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) einen Linksabbieger-Streifen für Radfahrer kurz vor der Eduard-Grunow-Straße auf die Häfen-Fahrbahn malen lassen. Radfahrer von und zur Diskomeile müssen dort also auf den Radweg, der beidseitig befahrbar ist. Dieser Radweg sei für den Zwei-Richtungsverkehr zu schmal, meint der Schwachhauser Bürgerschaftsabgeordnete Ralph Saxe.

Die Art der Verkehrsführung sei an dieser Stelle völlig unlogisch und auch gefährlich, sagt Beiratsmitglied Henrike Müller. Einerseits könnte der Radverkehr quer über die Verkehrsinseln des Rembertirings in Richtung Fedelhören geleitet werden. Allerdings müssten dafür neue Ampeln her.

Einfacher wäre ihrer Ansicht nach, den Radverkehr in den Kreisel hinein zu führen. Das sähe so aus: Aus der Straße Auf den Häfen kommend biegen Radfahrer rechts in die Eduard-Grunow-Straße ab. Dort steht eh eine Ampel, die den Autoverkehr in den Rembertiring hinein regelt. Warum nicht auf der rechten Straßenseite einen Fahrradstreifen auffällig markieren, wie es im Herdentorsteinweg, Ecke Breitenweg passiert ist? Hinter der Ampel, im Kreisel, ist die rechte Straßenseite ohnehin schraffiert, sodass dort keine Autos fahren dürfen.]

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