Pausenplätze am Ansgarikirchhof Grüne Zimmer im Zentrum

Eine grüne Küche voller Kräuter, ein Esstisch im Halbschatten, ein asiatischer Garten mit Bonsais und Holzbank: Das alles ist frei zugänglich als sonniger Mittagspausenplatz mitten in der Innenstadt, am Ansgarikirchhof.
02.05.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Grüne Zimmer im Zentrum
Von Sara Sundermann

Eine grüne Küche voller Kräuter, ein Esstisch im Halbschatten, ein asiatischer Garten mit Bonsais und Holzbank: Das alles ist frei zugänglich als sonniger Mittagspausenplatz mitten in der Innenstadt, am Ansgarikirchhof. Eine Hängeulme wacht über einen Bistro-Tisch, Spargel wächst direkt neben der Obernstraße.

Die quadratischen City-Gärten, die hier zum fünften Mal für die Zeit der Sommermonate entstanden sind, stehen diesmal unter dem Motto „Urban Gardening“. Alle zwei Jahre gestalten ausgewählte Gartenbetriebe in Zusammenarbeit mit der City-Initiative den Platz. Die City-Initiative setzt sich für unter anderem für mehr Aufenthaltsqualität ein. Grün in der Stadt werde von Bürgern immer wieder als besonders wichtig benannt, sagte auch Umweltsenator Joachim Lohse (SPD) bei der Eröffnung der Gärten.

Jeder der fünf Gartenspezialisten hat 36 Quadratmeter zur Verfügung und zeigt dort, was er kann – auch, um auf sich aufmerksam zu machen. Entstanden sind fünf sehr unterschiedliche grüne Zimmer. Der Gartenbauer Galabau Nordwest hat einen alten Bauträger zur Überdachung für einen Esstisch umfunktioniert und daneben kreisrunde Löcher in eine Betonwand gefräst. Löcher, aus denen das Grün sprießt. Eine Graffiti-Wand schirmt den Essplatz ab. Kunst, Beton und Gartenraum zu einer grünen Zelle verbinden, das war das Ziel.

Ihrer grünen Zelle nebenan haben die Gartenbauer der Firma Baumrausch den Namen „Gerüch(t)eküche“ gegeben: Hier sind alle Pflanzen essbar – Funkien, Taglilien, Fette Henne. „Wir wollten Zier- und Nutzgarten verbinden“, erklärt Volker Kranz von Baumrausch. Hier können die Besucher nicht nur schauen und schnuppern, sondern auch kosten. Hinter der Bruchsteinmauer steht ein Herd aus Großmutters Küche, daneben gibt es Sitzklötze aus dem Holz einer Eiche, die einst vor dem Focke-Museum stand. „Als der Baum gefällt werden musste, hat man ihn uns geschenkt“, sagt Kranz.

Er zeigt eine Bauernfeige. „Schon im 18. Jahrhundert gab es Feigenplantagen in Bremen“, sagt Kranz. „Wenn man eine Feige mit passendem Mikroklima und etwas Windschutz pflanzt, trägt sie auch Früchte.“

Sichtbar wird: Das Urban Gardening, das gemeinsame Gärtnern von Bürgern im öffentlichen Raum – dieser Trend ist bei den Gartenbauspezialisten angekommen. Auch hier wird recycelt, was das Zeug hält, werden Baugerüste, früheres Straßenpflaster und ein alter Herd umgewidmet. Auch hier dürfen sich Gemüse und Kräuter kreuz und quer mit den Blumen vermischen.

Von dem, was die Profis am Ansgarikirchhof geschaffen haben, können sich nun wiederum die Hobbygärtner inspirieren lassen. Bis zum 28. Juni werden die City-Gärten auf dem Ansgarikirchhof bleiben. Besucher können dort auch den schönsten Stadtgarten wählen und abstimmen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+