Vegesacker Ortsamtsleiter warnt vor Domino-Effekt Grundsatzstreit um Parkplätze vor dem Speicher

Vegesack. Sollen die Mieter des Alten Speichers am Hafen Parkplätze vor der Tür bekommen? Auf öffentlichem Grund? Im konkreten Fall geht es nur um eine Handvoll Stellplätze, aber die Debatte darüber trägt inzwischen erkennbar die Züge eines politischen Grundsatzstreits. Austragungsort ist der Verkehrsausschuss des Vegesacker Beirats.
26.01.2011, 05:00
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Grundsatzstreit um Parkplätze vor dem Speicher
Von Jürgen Theiner

Vegesack. Sollen die Mieter des Alten Speichers am Hafen Parkplätze vor der Tür bekommen? Auf öffentlichem Grund? Im konkreten Fall geht es nur um eine Handvoll Stellplätze, aber die Debatte darüber trägt inzwischen erkennbar die Züge eines politischen Grundsatzstreits. Austragungsort ist der Verkehrsausschuss des Vegesacker Beirats.

Stein des Anstoßes war eine rechtlich fragwürdige Selbsthilfeaktion der Gewerbemieter aus den oberen Stockwerken. Dort logieren unter anderem der Yacht-Designer Jörg Beiderbeck und der Finanzdienstleister Nova-Plan. Dessen Geschäftsführer Ulrich Mayer hatte um die Jahreswende am Geländer vor dem Speicher mehrere Kfz-Reservierungsschilder angebracht, um diesen Teil des Vorplatzes als Firmenparkplatz zu kennzeichnen. Mayer war dazu eigentlich nicht befugt. Denn das Areal gehört der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB), demnächst soll es öffentliche Verkehrsfläche werden.

Die Schilder sind zwischenzeitlich abgeschraubt worden, das Problem bleibt: Sollen die Gewerbemieter des Speichers Parkplätze vor dem Haus bekommen, oder sind ihnen die vielleicht 80 Meter Fußweg zur Hochgarage des Haven Höövt zuzumuten?

Bei einem Ortstermin fand der Verkehrsausschuss am Montag noch keine Antwort. Die SPD zeigte wenig Neigung, Firmenparkplätze direkt vorm Speicher zu genehmigen - auch weil dadurch weiterer Parksuchverkehr angezogen werde. Cord Degenhard (CDU) fand die Haltung der Sozialdemokraten "unternehmerfeindlich".

Eine Entscheidung fiel am Montag noch nicht. Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt will sich zuvor bei der WFB erkundigen, was sie sich als Eigentümerin des Speichers zu diesem Thema gedacht hat. Dornstedt hielt jedoch mit seinen Vorbehalten gegenüber den Mieterwünschen nicht hinterm Berg. Wer Mayer & Co. das Parken am Speicher erlaube, mache ein großes Fass auf. Denn dann würden auch andere Anrainer der Wasserkante wie der MTV Nautilus dieses Recht für sich in Anspruch nehmen.

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