Online-Plattform Grundstückspreise für Bremen und Niedersachsen im Internet einsehbar

Zwölf Bundesländer haben sich zusammengetan, um eine neue, kostenlos zu nutzende Online-Plattform einzurichten, die über die Grundstückspreise informiert. Darunter sind Bremen und Niedersachsen.
12.03.2019, 06:45
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Grundstückspreise für Bremen und Niedersachsen im Internet einsehbar
Von Detlev Scheil

Wie viel muss für ein Baugrundstück in Bremen-Osterholz bezahlt werden? Ist der Grund und Boden in Osnabrück eigentlich preisgünstiger als in der Hansestadt? Kostet ein Quadratmeter Land am Brandenburger Tor in Berlin tatsächlich 60.000 Euro? Von diesem Dienstag, 12. März, an wird es leichter, solche Fragen zu beantworten. Die Voraussetzung ist ein Internetanschluss. Zwölf Bundesländer – darunter auch Bremen und Niedersachsen ‒ haben sich zusammengetan, um eine neue, kostenlos zu nutzende Online-Plattform einzurichten, die über die Grundstückspreise informiert. Sie heißt „Boris-D“ und geht an diesem Dienstag mit dieser Internetadresse ans Netz.

Die unabhängigen Gutachterausschüsse für Grundstückswerte liefern die Zahlen für das sogenannte Bodenrichtwert-Informationssystem (kurz: Boris). Es sind verlässliche Zahlen, denn die Basis dafür sind die Notarverträge über Grundstücksverkäufe und -ankäufe. Der Bodenrichtwert gibt den Preis pro Quadratmeter an und bezieht sich auf unbebautes Land. Die Wertangabe dient als gute Orientierung bei Grundstücks- und Immobilienverkäufen. Aber auch zur Berechnung der Grundsteuer werden die Bodenrichtwerte künftig aller Voraussicht nach herangezogen.

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Die amtlichen Bremer Bodenrichtwerte konnten seit einigen Monaten bereits im Internet auf einer Plattform der nieder­sächsischen Gutachterausschüsse unter ­www.gag.niedersachsen.de gegen eine Gebühr abgerufen werden. Eine Nutzung für 15 Minuten, bei der auch Ausdrucke erstellt werden können, kostet dort fünf Euro. Bei „Boris-D“ ist die Nutzung kostenlos, allerdings gibt es teilweise keine ergänzenden Angaben zum Richtwert, und eine Funktion zum Ausdrucken ist in Bremen auch nicht vorgesehen. Zeitgleich soll ab diesem Dienstag eine App „Boris-D“ für Apple-Smartphones und -Tablets verfügbar sein. Die App-Version für Android soll in Kürze folgen, wie Ludwig Hoffmann, Dezernent des Geodatenzentrums bei der Bezirksregierung in Köln auf Anfrage mitteilte.

Zwar sind beim Start von „Boris-D“ erst zwölf der 16 Bundesländer dabei, aber laut Hoffmann wollen sich die derzeit noch nicht beteiligten Länder Baden-Württemberg und das Saarland mittelfristig ebenfalls anschließen. Ob auch Sachsen mitmacht, ist noch unklar.

Die Bodenrichtwerte können in der Regel nicht nur für einen Stadtbezirk, sondern bis in das Wohnquartier hinein angeschaut werden. Während Niedersachsen zu einem großen Teil bereits topaktuellen Werte in „Boris-D“ zeigt, folgen die neuesten Bremer Werte (Stichtag: 31. Dezember 2018) erst in den nächsten Wochen, ältere Werte aus der Hansestadt gehen jedoch sofort online.

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