Bremer Viertel

Gutachten: Bundesbankhaus kann nicht umgebaut werden

Ein Investor will auf dem Gelände des Bundesbankgebäudes in der Kohlhökerstraße im Viertel ein Hochhaus bauen, die Anwohner sind dagegen. Nun wurde das Bankhaus auf Umnutzungsmöglichkeiten geprüft.
20.12.2019, 16:41
Lesedauer: 1 Min
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Gutachten: Bundesbankhaus kann nicht umgebaut werden
Von Lisa-Maria Röhling
Gutachten: Bundesbankhaus kann nicht umgebaut werden

Im ehemaligen Gebäude der Bundesbank in der Kohlhökerstraße ist die Schadstoffbelastung so hoch, dass es nicht umgebaut werden kann.

Roland Scheitz

Das Bundesbankgebäude in der Kohlhökerstraße kann nicht umgebaut werden. Das hat ein Gutachten ergeben, das das Ortsamt Mitte in Auftrag gegeben hatte. Demnach ist die Schadstoffbelastung in der Bausubstanz sehr hoch, außerdem wäre mit einem Umbau ein hoher technischer und wirtschaftlicher Aufwand verbunden. Insgesamt würden Umbauarbeiten zu höheren Kosten führen als das Gebäude abzureißen und neu zu bauen.

Sowohl für Wohneinheiten als auch als Verwaltungsgebäude, Kita oder Schule ist das Bankhaus aus Sicht der Gutachter nicht geeignet. 23 Seiten ist das Papier lang, in dem verschiedene Nutzungsszenarien analysiert werden. Für Wohnungen müsste die Gebäudehülle vollständig demontiert werden, die „technische Gebäudeausrüstung muss komplett erneuert und in einem vorhandenen Rohbau installiert werden“. Für eine Kita oder Schule sei das Haus „überdimensioniert“, gewisse Geschosse seien so konstruiert, dass manche Räume kein Tageslicht bekämen. Außerdem sind die Wände nicht schadstofffrei und müssten für eine Nachnutzung wie einer Kita komplett entkernt werden. Diese Argumente widersprechen laut den Gutachtern auch einer Nutzung als Bürogebäude.

Der Beirat hatte im November ein Nachnutzungsgutachten für das Bankhaus angefordert, das in den 1980er-Jahren gebaut wurde und seit März 2016 leer steht. Der Hamburger Investor Evoreal hatte das 7000 Quadratmeter große Gelände 2017 von der Bundesbank gekauft, um dort 160 Wohneinheiten zu bauen. 60 davon sollten in einem Hochhaus entstehen, was sowohl die Bürgerinitiative „Kein Hochhaus im Viertel“ als auch Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki kritisierten. Der Beirat will die neuen Unterlagen nun sichten und auswerten. Am 4. Februar sollen sie in einer Beiratssitzung vorgestellt werden.

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