Verkehrspsychologische Analyse für Bremen Gutachter untersuchen "Stern"

Bremen. Der Kreisverkehr Am Stern gehört zu den markantesten Unfallpunkten in Bremen. Da bauliche Veränderungen kaum möglich scheinen, soll der Kreisverkehr nun verkehrspsychologisch untersucht werden.
04.04.2013, 05:00
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Bremen. Der Kreisverkehr Am Stern gehört zu den markantesten Unfallpunkten in Bremen. In der Verkehrsunfallkommission steht er unter entsprechender Beobachtung. Trotz einiger Verbesserungen ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreisel in Schwachhausen seit Jahren unverändert hoch. Durchschnittlich werden im Jahr rund 60 Unfälle gezählt, etwa ein Drittel davon mit Radfahrern. Offenbar hat sich die Situation im vergangenen Jahr nicht verbessert.

Im Verkehrsressort sieht man deshalb weiterhin Handlungsbedarf. Da bauliche Veränderungen kaum möglich seien, soll der Kreisverkehr nun verkehrspsychologisch untersucht werden. Dazu hat die Behörde jetzt ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Für diesen Monat planen die Gutachter im gesamten Kreisverkehr eine verkehrs- und sozialwissenschaftliche Beobachtung. Es sollen Filmaufnahmen gemacht werden, und Beobachter werden die Situation vor Ort genau verfolgen. Die genauen Termine waren von der Verkehrsbehörde nicht zu erfahren.

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"Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, möchten wir die Termine nicht bekanntgeben", sagt Gudrun Eiden, Sprecherin der Verkehrsbehörde. "Die Gutachter sollen normale Bedingungen bei ihren Beobachtungen vorfinden", sagt sie. Auch werde darauf geachtet, dass keine außergewöhnlichen Baustellen den Verkehr am Stern in dieser Zeit beeinflussen. Das besondere Augenmerk der Gutachter gilt den Begegnungen zwischen Rad- und Autofahrern. Deren Verhaltensweisen und Konflikte sollen untersucht werden.

Häufigster Grund für Zusammenstöße am Stern ist, dass Autofahrer die Radfahrer nicht rechtzeitig sehen. Das passiert besonders oft beim Ausfahren aus dem Kreisel. Dunkelheit, Ortsunkenntnis und andere unfallverursachende Faktoren am Kreisverkehr konnten bei einer zuvor erstellten Unfallanalyse nicht ermittelt werden, heißt es in einer Stellungnahme.

Außerdem wurde festgestellt, dass überwiegend junge Menschen auf dem Fahrrad durch den Kreisverkehr fahren und an Unfällen beteiligt sind. Dagegen seien junge Autofahrer an Unfällen im Kreisverkehr kaum beteiligt.

Die Auswertung der Untersuchungsergebnisse soll im Juni vorliegen, heißt es aus dem Verkehrsressort. Frühestens im Herbst könnten die Ergebnisse dann auf politischer Ebene behandelt werden. (shs)

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