Seit der Zugentgleisung am Bahnhof Neustadt

GVZ in Bremen-Strom chartert 70 bis 80 zusätzliche Lkw pro Tag

Auch das Güterverkehrszentrum in Strom ist vom Zugunglück am Neustädter Bahnhof betroffen. Von jetzt auf gleich mussten zahlreiche zeitkritische Transporte von Zügen auf Lkw umdisponiert werden.
07.02.2020, 07:18
Lesedauer: 2 Min
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GVZ in Bremen-Strom chartert 70 bis 80 zusätzliche Lkw pro Tag
Von Timo Thalmann

Auf einige Hundert Lkw schätzt Christoph Holtkemper, Geschäftsführer des Kombiterminals Roland Umschlag am Güterverkehrszentrum (GVZ) in Bremen-Strom, das aktuell zusätzliche Verkehrsaufkommen auf den Straßen durch das Zugunglück am Neustädter Bahnhof. Seit dem frühen Donnerstag sind zwar die entgleisten Waggons geräumt und damit ein Gleis wieder frei, aber schon für den Personennah- und Fernverkehr bleibt der Abschnitt damit ein Nadelöhr.

„Wir hatten für den Gütertransport am frühen Donnerstag nur wenige Stunden, um dringende Transporte auf die Schiene zu bringen, aber das war es denn auch“, berichtet Holtkemper. Auf einen fünfstelligen Betrag beziffert er die zusätzlichen Kosten allein für sein Logistikunternehmen. „Das tut uns schon weh.“

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Unter anderem große Mengen der Teilezulieferungen für des Bremer Mercedes-Werkes aus Stuttgart werden über sogenannte kombinierte Verkehre aus Zug und Lkw am Roland Umschlag abgewickelt. Normalerweise verkehren darum täglich mehrere Güterzüge zwischen beiden Standorten. Das ging nun nicht mehr. „Weil die Züge absehbar nicht bei uns abgefertigt werden konnten, sind die Container seit Dienstag direkt in Stuttgart auf den Lkw gekommen“, berichtet Holtkemper.

Vom GVZ seien seit dem Zugunglück ebenfalls insgesamt pro Tag rund 70 bis 80 zusätzliche Lkw gechartert worden, um Waren an ihren Bestimmungsort zu befördern, die sonst per Zug gereist wären. Vor allem zeitkritische Transporte zu Seehäfen waren davon betroffen, die anders nicht auf die anvisierten Schiffe hätten verladen werden können.

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Der Personennah- und Fernverkehr rollt seit dem frühen Donnerstagnachmittag dagegen wieder, wenn auch mit zum Teil vermindertem Platzangebot und Verspätungen. Nur am frühen Donnerstagmorgen waren noch einige Fernzüge ausgefallen. Allein die RB 58 als Angebot der Nordwestbahn (NWB) zwischen Osnabrück und Bremen startet und endet bis auf Weiteres in Delmenhorst.

Noch bis circa 14 Uhr wurde dafür am Donnerstag ein Busersatzverkehr von Delmenhorst nach Bremen aufrecht erhalten. Danach verwies die NWB auf ihre wieder verkehrenden S-Bahnen Linien drei und vier. Noch bis mindestens in die kommende Woche hinein bleibt nach Auskunft der Bahn der eingleisige Betrieb mit den daraus resultierenden Verspätungen und Einschränkungen erhalten. Das Zugunglück habe für erhebliche Schäden an Gleisen, Weichen und Oberleitungen gesorgt, deren Instandsetzung Zeit brauchen werde.

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