Das Figurentheater „Mensch, Puppe!“ feiert Geburtstag mit etwas Ostalgie und mehr als einem Märchen Hänsel und Gretel folgen auf Paul und Paula

Ostertor. Mit einer politisch-satirischen Adaption der Bremer Stadtmusikanten hatte es angefangen. Nun wird es wieder politisch.
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Von Liane Janz

Mit einer politisch-satirischen Adaption der Bremer Stadtmusikanten hatte es angefangen. Nun wird es wieder politisch. Und lustig. Und ein wenig ernst auch. Das Figurentheater „Mensch, Puppe!“ feiert seinen vierten Geburtstag und lädt – wie auch in den vergangenen Jahren – zu einem Geburtstagsfestival in das kleine Theater in der Schildstraße 21 ein. Von Donnerstag bis Sonntag, 12. bis 15. November, werden einige in Bremen noch nicht gezeigte Gastspiele und eine Premiere zu sehen sein.

Bei den Festivals beschenke das „Mensch, Puppe!“-Ensemble sich selbst und das Publikum, indem andere Schauspieler mit ihren Stücken eingeladen werden, sagt Regisseurin Henrike Vahrmeyer aus der Neustadt. Den Auftakt macht am Donnerstag, 12. November, um 20 Uhr die Berlinerin Rike Schuberty mit „Paul und Paula – Eine Legende“, ihre Version von Ulrich Plenzdorfs DDR-Spielfilm „Die Legende von Paul und Paula“, der inzwischen Kultstatus erreicht hat. Die Geschichte dreht sich um Paul, der unglücklich verheiratet ist, und seine Nachbarin Paula, eine alleinerziehende zweifache Mutter. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die tragisch endet. Rike Schubertys „Paul und Paula“ ist eine Eine-Frau-Show. Schuberty schauspielert selbst, zeigt Puppenspiel und singt auf der Bühne die im Film gesungenen Lieder der Puhdys in eigener Bearbeitung. „,Paul und Paula’ ist gerade für Fans von diesem Film eine tolle Entdeckung“, sagt Henrike Vahrmeyer.

Auch das zweite Gastspiel am Donnerstag gleich im Anschluss an „Paul und Paula“ arbeitet DDR-Geschichte auf. Die Berlinerin Jana Weichelt hat das Stück „Froh ist der Schlag unsrer Herzen“ selbst entwickelt und dabei Auseinandersetzungen mit ihrer eigenen Vergangenheit eingearbeitet. Der Hauptcharakter ist eine Putzfrau, die bei ihrer Arbeit Dokumente aus DDR-Zeiten findet. Bei der Lektüre verliert sie sich in ihren eigenen Erinnerungen, unter anderem an die Zeit als Thälmannpionierin. Auch bei diesem Stück mischen sich Schauspiel, Figurentheater und Gesang.

Dass das Geburtstagsfestival mit zwei Stücken beginnt, bei denen es um DDR-Geschichte geht, hat laut Henrike Vahrmeyer mit 25 Jahren Deutsche Einheit zu tun. Beide Gastspiele sind Stücke für Erwachsene gedacht, wie es der Schwerpunkt des Festivals ist. „Alle Themen und Inhalte sind mit Tiefgang“, sagt Henrike Vahrmeyer. Dennoch gebe es auch komische Momente. Auch die Geburtstagsgastspiele „Parzival – Ich habe den Faden verloren“ mit Stefan Drücke aus Erlangen und Annegret Enderle aus Leipzig sowie „Der eingebildete Kranke oder: Molière in Behandlung“ des Ambrella Figurentheaters aus Hamburg laufen am Freitag und Sonnabend um 20 Uhr im Abendprogramm.

Kinder können am Sonnabend, 14. November, ein Gastspiel besuchen. Das Ambrella Figurentheater um 15 Uhr spielt das spanische Märchen „Prinz Eselsohr“. Und auch bei der Premiere am Sonntag, 15. November, um 15 Uhr werden Kinder angesprochen. Gezeigt wird „Hänsel und Gretel“, das Märchen frei nach den Brüdern Grimm.

Kulturgut für Kinder

„Hänsel und Gretel“ ist eine „Mensch, Puppe!“-Eigenproduktion mit Jeanette Luft in den Hauptrollen. Die Mitgründerin hat auch schon Aschenputtel und Schneewittchen inszeniert. „Märchen sind ein deutsches Kulturgut“, sagt die Schauspielerin, die in Schwachhausen wohnt. Dieses Kulturgut wolle sie Kindern gern näherbringen, weil sie das Gefühl habe, in Zeiten von Trick- und animierten Filmen und Computerspielen kommen Märchen zu kurz. In ihrem Stück hat Jeanette Luft Musikstücke aus der Oper „Hänsel und Gretel“ der Geschwister Engelbert Humperdinck und Adelheid Wette eingebaut, die auf der „Mensch, Puppe!“-Bühne der Regisseur und Musiker Philip Stemann interpretiert.

Nach der Premiere am Sonntag wird das Märchen im Weihnachtsprogramm des Figurentheaters laufen. Das Geburtstagsfestival sei nur möglich durch die Unterstützung des „Vereins zur Förderung des Figurentheaters“, betont Henrike Vahrmeyer. Das kleine Theaterensemble bekomme kaum öffentliche Förderung, weshalb der Verein eine sehr wichtige Rolle spiele.

Näheres über den Verein im Internet auf www.förderverein-figurentheater.de. Das Geburtstags-, Abend- und Familienprogramm ist auf www.menschpuppe.de zu finden. Karten für das Abendprogramm gibt es für 16,50 Euro, ermäßigt 12,50 Euro. Für das Familienprogramm kosten sie acht Euro für Erwachsene und sechs Euro für Kinder, eine Familienkarte gibt es für 23 Euro. Da das Theater, Schildstraße 21, recht klein ist, wird eine Kartenreservierung unter 79478292 oder E-Mail an karten@menschpuppe.de empfohlen.

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