Landgericht Bremen Haftstrafen für Tresorknacker

Bremen. Zu mehrjährigen Haftstrafen ist eine Bande von Tresorknackern verurteilt worden. Die fünf Männer hatten sich darauf spezialisiert, Geschäftshäuser auszukundschaften, um sich später der Tresore zu bemächtigen.
16.03.2013, 05:00
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Haftstrafen für Tresorknacker
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Zu mehrjährigen Haftstrafen ist vor dem Landgericht eine Bande von Tresorknackern verurteilt worden. Die fünf Männer, einer von ihnen ist seit seinem Ausbruch aus dem Gerichtsgefängnis auf der Flucht, hatten sich darauf spezialisiert, in Bremen und im Umland Geschäftshäuser auszukundschaften, um sich später der Tresore zu bemächtigen. Die Täter waren nach Ansicht des Gerichts professionell und kaltblütig zu Werke gegangen.

Bremen. Erst fünf, dann vier, und am Ende waren es nur noch drei Angeklagte, die als Panzerknacker-Bande vor Gericht standen. Gestern sind in dem Mammutverfahren, für das 62 Verhandlungstage benötigt wurden und in dem 135 Zeugen und Sachverständigen auftraten, die Urteile gesprochen worden. Die drei Täter bekamen Haftstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren. Sie hatten in mindestens fünf Fällen in Bremen und dem Umland Gebäude aufgebrochen und Tresore entwendet.

So groß das Verfahren mit der Zeit wurde, verhandelt werden musste immerhin 15 Monate lang , so klein ist es dann zugleich geworden. Ursprünglich waren 14 Taten angeklagt, wie Richter Klaus-Dieter Schromek in seiner Urteilsbegründung anführte. Doch diese Zahl schnurte im Verlauf des Prozesses immer weiter zusammen. Genauso war es bei den Angeklagten. Die Fünfer-Bande fiel förmlich auseinander. Für einen der Männer war das Verfahren frühzeitig zu Ende, weil die Taten, die ihm zur Last gelegt wurden, abgehandelt waren und er weit vor den anderen verurteilt werden konnte.

Für einen zweiten Täter verhielt es sich so, wie Richter Schromek sich ausdrückte: "Er zog es vor, diese Örtlichkeit nicht mehr aufzusuchen."

Der Mann war geflohen, unter spektakulären und immer noch nicht restlos aufgeklärten Umständen. Er war aus der Justizvollzugsanstalt zur Verhandlung ins Landgericht gebracht worden und harrte dort vorübergehend in einer Zelle aus. Mit Spezialwerkzeug, das dem damals 23-Jährigen zugesteckt worden sein muss, brach er Fenster und Gitter auf, seilte sich in den Innenhof des Gerichts ab und spazierte von dort durch eine unverschlossene Tür in die Freiheit. Schromek: "Der Mann ist trotz intensiver Fahndung noch auf der Flucht und hält sich wahrscheinlich in der Türkei auf."

Dieser Täter bekam gestern die höchste Strafe, fünfeinhalb Jahre Haft. Er gehörte zu einer Bande, die sich im ersten Halbjahr 2011 darauf spezialisiert hatte, in Bremen und dem Umland Geschäftshäuser auszubaldowern, um Stunden später im Schutz der Dunkelheit die Gebäude aufzubrechen und dort gezielt die Tresore zu stehlen. Es waren Stahlschränke, die ein Gewicht von mehreren Hundert Kilo hatten, teilweise waren sie an Wände oder den Boden geschraubt. Für die Täter war das kein Hindernis, sie rissen die Tresore aus ihrer Verankerung, transportierten sie zu einem Auto und fuhren damit jedes Mal zu einem Schuppen am Bahnhof in Mahndorf. Dort wurden die Schränke von einem eigens engagierten Handwerker geknackt. Die Beute: jeweils mehrere Tausend Euro.

In einem Fall, Tatort war das Bürgerhaus Weserterrassen am Osterdeich, fielen der Bande 17000 Euro in die Hände. Der Einbruch geschah, als es schon fast hell war und mit dem Risiko, an so einem auch frühmorgens schon belebten Platz entdeckt zu werden. Die Täter focht das aber nicht an. "Kaltblütig", sagte der Richter.

Schluss damit war wenig später nach einem Einbruch in der Hutfilterstraße. Die Polizei, ohnehin längst auf der Spur der Bande, ertappte die Männer, verfolgte zwei von ihnen, die mit dem Auto fliehen wollten, und stellte sie schließlich in einem Straßengraben. Die Männer hatten einen Unfall gebaut.

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