Blog im März 2010

Haider Zwei.Null

Was den Chefredakteur bewegt: An dieser Stelle bloggt Lars Haider Gesprächsthemen aus Bremen und Umgebung. Diskutieren Sie mit!
09.03.2010, 15:27
Lesedauer: 7 Min
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Von Lars Haider

 

+++Kann man Thomas Schaaf nachmachen?+++

29. März 2010

Diese Frage hat Tobias Hanf, begnadeter Stimmenimitator, monatelang bewegt. Marcel Reich-Ranicki nachzumachen, Franz Beckenbauer, Boris Becker, Helmut Kohl, Gerhard Schröder, Angela Merkel, ja, selbst Horst Seehofer und Peter Maffay – alles kein Problem. Aber Thomas Schaaf? Das Werder-, das Trainer-Original? Unmöglich, dachte Hanf erst, doch der Druck aus der Redaktion von Weser-Kurier und Bremer Nachrichten war am Ende zu groß. Denn schließlich hat Hanf in unserer Online-Ausgabe eine (äußerst beliebte) Videokolumne – und in der durfte Thomas Schaaf einfach nicht fehlen. Jetzt, nach genauer Beobachtung des Unnachahmlichen, ist es endlich soweit. Hanf macht uns und den Lesern den Schaaf und sich in dieser Form herrlich über die Bayern beziehungsweise Franz Beckenbauer lustig. Schauen Sie mal rein…

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+++Werder und die anderen+++

24. März 2010

In unserer Redaktion gibt es, man mag es kaum glauben, nicht nur Fans von Werder Bremen. Das führt, gerade nach den Spielen der Werderaner, teilweise zu recht lustigen Dialogen. Das klingt nach dem 2:0 gegen Augsburg dann etwa so:

Werder-Fan I: "Am besten wäre es, wenn wir jetzt gegen Schalke spielen würden."

Bayern-Fan: "Das wird kaum möglich sein, weil die ja heute Abend ausscheiden."

Schalke-Fan: "Wie kommst du denn darauf?"

Werder-Fan II: "Ist mir eh egal, gegen wir den Pokal gewinnen."

Bayern- und Schalke-Fan: "Ihr gewinnt nur, wenn mein Team heute verliert."

HSV-Fan: "Eure Probleme möchte ich haben..."

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+++ Lena Meyer-Landrut überholt Angela Merkel+++

23. März 2010

Natürlich sagen Google-Einträge nichts über die Relevanz einer Person aus – über das Interesse an ihr aber schon. Und da ist etwas Ungewöhnliches in diesen Tagen zu beobachten: Lena Meyer-Landrut, Deutschlands Star für Oslo, hat in der Suchmaschinen-Rangliste jetzt sogar die Bundeskanzlerin hinter sich gelassen.

Angela Merkel kommt bei Google auf 5,6 Millionen Einträge, Lena Meyer-Landrut, vor gut zwei Monaten noch gänzlich unbekannt, auf 7,2 Millionen. Das allein ist schon unglaublich, doch kommt hinzu, dass ihr Lied „Satellite“ auf Youtube innerhalb kürzester Zeit bereits mehr als 2,2 Millionen Mal abgerufen wurde – und auf Facebook hat Meyer-Landrut inzwischen rund 54.000 Fans...

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+++ Großes Interesse+++

22. März 2010

Wie geht es weiter mit dem Weser-Kurier und den Bremer Nachrichten? Wie überstehen die Zeitungen in Deutschland überhaupt die viel zitierte Krise? Und wie verändert sich das Verhalten der Leser? Das sind nur drei von vielen Fragen, die uns häufig gestellt werden – immer öfter auch ganz direkt. Allein in den vergangenen zwei Wochen war ich zu fünf Vorträgen eingeladen: bei jeweils einem Rotary- und einem Lions-Club, bei einer Gewerkschaft, einem Frauen-Gesprächskreis und einer Unternehmervereinigung. Die Einladungen zeigen nicht nur das große Interesse, dass in Bremen und Umgebung am Weser-Kurier und den Bremer Nachrichten besteht. Sie sind auch ideale Gelegenheit, um von den Leserinnen und Lesern direkt zu erfahren, was ihnen an ihren Zeitungen gefällt, was man besser machen kann. Und mindestens eine Idee für ein neues Thema wird an einem solchen Abend auch geboren. Deshalb: Wenn auch Sie einmal persönlich etwas über die Zukunft der Zeitung erfahren wollen, E-Mail genügt: chefredaktion@weser-kurier.de

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+++ Reingefallen!+++

18. März 2010

Dieser Kommentar ist schwierig, weil er mit seiner Kritik selbst ein Teil dessen wird, was er kritisieren will. Es geht um die Debatte um ein Buch, die rechtzeitig zu Beginn der Leipziger Buchmesse neu entbrannt ist – und die in ihrer Gegensätzlichkeit und der Härte, mit der Literaturkritiker aufeinanderprallen, leider niemandem nutzt. Außer dem Buch selbst, seiner Autorin und natürlich dem Verlag. Letzterem ist das gelungen, wovon alle Verlage (und im Zweifel auch deren Autoren) träumen.

Er hat um einen neuen Roman eine Geschichte inszeniert, einen Skandal, über den sich die Branche und die Rezensenten die Mäuler zerreißen. Die einen sind begeistert, die anderen sind entsetzt, wieder andere sind beschämt, kaum jemand ist der Meinung des anderen. Sie alle eint jedoch, dass sie über dieses eine Buch sprechen, als gäbe es kein anderes auf der Messe. Und allein das zählt, wenn es um die Verkaufszahlen geht: Selbstverständlich ist das Buch längst ein Bestseller, und selbst die, die es für eine „Wüste der Einfaltslosigkeit und schlechten Sprache“ halten, machen sich im Zweifel mitschuldig an seiner weiteren Verbreitung.

Das alles beweist, dass es bei den Erfolgen von Büchern heute nicht immer um die Bücher selbst geht. Manchmal, oder sollte man besser sagen: zu oft?, reicht eine Kombination aus junger, offenherziger Autorin, viel Sex, ein bisschen Hoffnungslosigkeit und Verwahrlosung. Dazu noch eine weitere Grenzüberschreitung, ein Tabubruch, der die Kritik aufheulen lässt: Zum Beispiel, in dem frau hemmungslos die Verwendung von Körperflüssigkeiten beziehungsweise -öffnungen thematisiert. Oder eine Figur verwendet, die sich sofort im wirklichen Leben wieder erkennen lässt oder, wie im aktuellen Fall, mit einer Autorin, die einfach woanders abgeschrieben hat.

Schon hat man eine herrliche Plagiats-Diskussion, mit all den Vergleichen zu anderen (weitaus größeren Schriftstellern), die adeln, was nie geadelt werden dürfte. Reingefallen, möchte man da rufen, 10:0 für clevere Marketingstrategen. Nur die Leser muss man davor schützen. Deshalb erfahren sie an dieser Stelle nicht, um welches Buch es geht.

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+++ Der junge Senator+++

17. März 2010

Normalerweise ist der Gästeabend von Handelskammer und Einzelhandelsverband im Park-Hotel ein Pflichttermin für Bremens Bürgermeister und seine Senatoren - vor allem natürlich für den Wirtschaftssenator. Doch ausgerechnet der fehlte diesmal und das, obwohl der Gästeabend einer seiner ersten großen Auftritte im neuen Amt gewesen wäre. Martin Günthner hatte allerdings den besten aller Gründe, um abzusagen: Er war am Tag zuvor zum zweiten Mal Vater geworden. "Da soll er jetzt natürlich erstmal bei seiner Familie sein", sagte Bürgermeister Jens Böhrnsen. Und freute sich mit dem jungen Kabinettsmitglied: "So oft kriegt der Bremer Senat schließlich keinen Nachwuchs..."

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+++Aloha, Deutsche Bahn!+++

15. März 2010

Wenn es jemand schafft, einen wieder in die norddeutsche Wirklichkeit zurück zu holen, dann ist es die (Deutsche) Bahn. Auf Hawaii gibt es keine Bahn, wer dort von einer Insel zur nächsten will, muss fliegen. Hawaiian Airlines schafft es dabei, auf die Minute pünktlich zu sein: Dort startet ein Flug um 11.56 Uhr und endet um 12.28 Uhr, wenn es so vorgesehen ist. Nicht einmal erlebten wir eine Verspätung. Das stimmte mich, den alten Bahnnörgler, auch milde mit meinem kleinen Lieblingsfeind, und als ich am Sonntag nach fast fünf Wochen wieder einmal einen Regionalzug besteigen wollte, war ich ziemlich entspannt. Das änderte sich auch nicht, als sich der Zug um zehn Minuten verspätete – das kalkuliere ich längst ein. Aber was dann kam, war nahezu einmalig. Der Zugchef vermeldete nämlich folgendes: Erstens sei der Zug verspätet, weil sich der Triebwagenführer verspätet habe; zweitens sei die Diskette nicht geliefert worden, die man für das Anzeigen der Reservierungen braucht – die würden deshalb heute ausfallen; und drittens sei der Speisewagen wegen eines technischen Defekts nicht zu benutzen… Ich will zurück auf die Insel(n)!

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+++Aloha (III)+++

12. März 2010

Die (Anruf-)Welle begann um vier Uhr in der Nacht. Auf Verwandte folgten Freunde folgten ehemalige Kollegen. Alle hatten im deutschen Fernsehen Warnungen vor einem Tsunami auf Hawaii gesehen und machten sich jetzt „natürlich Sorgen um euch“. Sorgen? Tsunami? Auf Hawaii? Meine Frau und ich hatten von alledem nichts mitbekommen. Und jetzt? Wir, mitten drin in einem Tsunami, der zumindest laut deutscher TV-Berichte alle Inseln des Archipels überspielen sollte – und der Pazifik nur ein paar hundert Meter von unserem Hotelzimmer entfernt.

„Ihr müsst da raus, auf die Berge“, rieten uns die Anrufer aus Deutschland. „Das soll eine richtig große Welle werden.“ Wir standen auf, schalteten den Fernseher ein, sahen bang aufs Meer hinaus – und riefen die Rezeption des Hotels an: „Was sollen wir machen?“ – „Gar nichts. Das Hotel liegt hoch genug. Ihnen kann nichts passieren.“ – „Wirklich?“ – „Wirklich.“ – „Aber ans Meer darf man sicher nicht gehen, oder?“ – „Heute vielleicht lieber an den Pool.“

Die Auskünfte passten überhaupt nicht zudem, was wir aus Deutschland und aus dem Fernsehen hörten, und als dann die Tsunami-Warnsirenen aufheulten, packten wir doch die wichtigsten Sachen ein und fuhren auf einen nahe gelegenen Berg… Zumindest für eine Stunde. Dann war schon wieder alles vorbei. Die Tsunami-Welle hatte ein Höhe von nur einem Meter und die Hotel-Mitarbeiter Recht gehabt: Es gab keinen Grund zur Panik, zumal Hawaii das beste Tsunami-Warnsystem der Welt hat.

Das, und die Erfahrung mit Tsunamis sei der Grund, warum die Menschen auf den Inseln insgesamt so gelassen an diesem Tag agiert hätten. Genauso gelassen, wie die Kollegen aus Bremen: Die hatten sich nämlich aus der Panikmache heraus gehalten und nur um „ein Lebenszeichen“ gebeten, wenn alles vorbei sei. Womit wir eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Bremern und Hawaiianern herausgearbeitet hätten – beide neigen nicht zu übertriebener Aufgeregtheit. Hang loose und Aloha!

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+++Aloha (II)+++

11. März 2010

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem kleinen thailändischen Restaurant auf Big Island, der größten Insel Hawaiis, und bestellen ein alkoholfreies Bier, das Saint Pauli heißt. Würden Sie nicht auch damit rechnen, irgendein Astra-Plagiat zu erhalten oder ein nie geschmecktes dürres Gebräu aus dem Pazifikraum? Auf jeden Fall nichts, was wie Bier schmeckt, allein schon weil es doch "kein Bier auf Hawaii" gibt...

Und was stellte mir die freundliche Bedienung an diesem denkwürdigen Abend neben mein Panang-Curry? Na? Glauben Sie es oder glauben Sie es nicht: ein Beck's. Womit zum zweiten Mal bewiesen wäre, dass in Hawaii mehr Bremen steckt, als wir alle gedacht hätten. Aloha und bis morgen. Dann geht es um nächtliche Anrufe aus der Heimat...

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+++Aloha (I)+++

9. März 2010

Was haben Hawaii und Bremen gemeinsam? Die Frage stellt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick, aber trotzdem will ich aus gegebenem Anlass versuchen, sie in den nächsten Tagen zu beantworten – und damit die urlaubsbedingte Unterbrechung meiner Blogtätigkeit beenden.

Also: Aloha! So werden Sie auf Hawaii begrüßt, gegrüßt und gegebenenfalls auch verabschiedet. Das wunderbare Wort ist den ganzen Tag über verwendbar – und steht wie kaum etwas anderes für die Lebensart auf den Inseln. Typisch eben. Genau, wie? Na? Richtig: Genau wie das bremische Moin, das man ja auch zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzen darf (zumindest in Norddeutschland J). Soll heißen: Moin ist unser Aloha! Soll noch einer sagen, Bremen hätte nichts mit Hawaii gemeinsam… Morgen mehr. Stichwort: Es gibt kein Bier auf Hawaii…

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