Die Kinder-Punk-Rock-Band Randale

Halligalli, Remmidemmi und Rambazamba

Jochen Vahle, Sänger der Kinder-Punk-Rock-Band Randale, spielt für Vier- bis Zehnjährige einen Musikmix, der gleichzeitig an die Ärzte und die Ramones erinnert. Demnächst tritt die Band im Lagerhaus auf.
20.01.2020, 09:05
Lesedauer: 2 Min
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Halligalli, Remmidemmi und Rambazamba
Von Pascal Faltermann

Es geht auch anders: Statt hyperharmonischem Dauer-Gedudel spielt Jochen Vahle Rock ’n’ Roll, Punk oder Ska für Kinderohren. Musik mit Ecken und Kanten statt mit simplem Viervierteltakt. Der 50-Jährige hat vor 15 Jahren durch seine Tochter selbst erlebt, wie Kinderlieder zu schrecklichen Ohrwürmern werden können. Er wollte etwas Neues machen, sagt er, und jüngere Musikhörer nicht nur mit Musik voller kitschiger Texte oder nervtötender Melodiebögen beschallen. Also gründete der Musiker aus Bielefeld die Band Randale. „Und das ging sofort los wie bei der Feuerwehr“, sagt Vahle. Mit der Combo gastiert er am Sonntag, 26. Januar, ab 16 Uhr, im Bremer Kulturzentrum Lagerhaus.

Am schlimmsten sei die Kindermusik für die Eltern, die selbst Die Ärzte, Ramones oder Iggy Pop hören, sagt Vahle. Also warum nicht Rock- und Punkmusik für die ganz junge Zielgruppe machen? Ein bisschen Remmidemmi und Rambazamba, etwas Halligalli für die Eltern obendrauf? Für die ganze Familie, aber auch für die Leute, die gar keinen Nachwuchs haben. Eine Idee, die rasch verwirklicht werden konnte. „Wir hatten schnell eine Band zusammen“, sagt der Sänger. Und das erste Album verkaufte sich allein in Bielefeld und Umgebung rasant – umgehend waren 6000 CDs weg.

Live wollen die Randale-Musiker ein Konzept wie in einer Rock-Schule anbieten: „Wir erklären den Kindern wie Rock ’n’ Roll funktioniert, was ein Moshpit, Stagediven oder die Metal-Pommesgabel ist“, so Vahle, der zusammen mit Christian Keller (Bass), Garrelt Riepelmeier (Schlagzeug) und Marc Jürgen (Gitarre) auf die Bühne geht. Und das funktioniere: Die Vier- bis Zehnjährigen hüpfen, tanzen oder recken die Fäuste in die Luft. Vom Ringtanz der Krabbelgruppe ist das weit entfernt. Die Band versuche erst gar nicht, sich bei Kindern oder Eltern mit lustigem Kinder-La-La-La anzubiedern, so Vahle. Die Musiker wollen überzeugen mit guten Songs und Rock-Konzerten. Schnell, laut und komisch.

Den Song „Der Kuckuck und der Esel“ gibt es auf der Bühne in einer Ramones-Version mit der Melodie ihres Hits „Blitzkrieg Bop“. Statt „Hey ho, let's go!“ schreit das junge Publikum dann „Kuckuck“ und „ihh-ahh“. Textlich geht es in den Randale-Songs um den „Punkpanda Peter“, den „Hardrockhasen Harald“ oder den „Reggaebär“. Auch die „Hasentotenkopfpiraten“, der „Käpt'n Wurstsalat“ oder die Feuerwehr und die Ampel-Funktion werden thematisiert. Dabei soll der pädagogische Effekt nicht auf der Strecke bleiben: Beispielsweise beim Zahnputz-Song „Biberlied“ oder der Bewegungs-Hymne „Mach dich locker“.

Seit 2004 haben die Randale-Musikanten zehn CDs veröffentlicht und nach eigenen Angaben mehr als 30 000 Tonträger im Eigenvertrieb verkauft. Mit zahlreichen Konzerten in ganz Deutschland und auch dem benachbarten Ausland habe sich die Gruppe mittlerweile treue Fans erspielt, so Vahle, der früher in Indierock- und Punk-Bands spielte, allerdings lange nicht so erfolgreich.

Auch wenn die Band härtere Töne anklingen lässt, werde natürlich auf die Lautstärke geachtet. Kindern unter vier Jahren empfiehlt Vahle, der auch im Musik- und Kulturmanagement arbeitet, bei einem Konzertbesuch dennoch einen Gehörschutz.

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