Sternumbau in Bremen Handelskammer gegen Pufferzone am Stern

Bremen. Die Handelskammer lehnt die aktuellen Überlegungen zum Umbau des Sterns in Schwachhausen ab. 'Wir bitten Sie, von den vorliegenden Plänen Abstand zu nehmen und zunächst lediglich eine einfache Fahrbahnsanierung durchzuführen', heißt es jetzt in einer Stellungnahme.
08.03.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Elke Gundel

Bremen. Die Handelskammer lehnt die aktuellen Überlegungen zum Umbau des Sterns in Schwachhausen ab. 'Wir bitten Sie, von den vorliegenden Plänen Abstand zu nehmen und zunächst lediglich eine einfache Fahrbahnsanierung durchzuführen', heißt es in der Stellungnahme, die die Kammer jetzt dem Amt für Straßen und Verkehr (ASV) übersandt hat. Wie berichtet, wird diskutiert, einen zwei Meter breiten Schutzstreifen zwischen Radweg und Fahrbahn in dem Kreisverkehr einzurichten. Dadurch, so die Idee, werden Radler nicht mehr so leicht von den Autofahrern übersehen, die den Stern verlassen wollen und sich dabei nach Radlern umsehen müssen.

Nach Beratung und ausgiebiger Besichtigung an Ort und Stelle, heißt es in der Stellungnahme der Handelskammer, 'kommen wir zu dem Schluss, dass die beschriebenen Maßnahmen nicht zielführend und sehr wahrscheinlich sogar kontraproduktiv sind'. Die Kammer teile dabei die Bedenken, die auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) geäußert hat: Wird die Pufferzone nur zwei Meter breit, stehen Autofahrer, die in den Kreisel wollen und auf eine Lücke im Verkehr warten müssen, mit ihrem Fahrzeug zum Teil in dem Schutzstreifen und zum Teil auf dem Radweg - und blockieren diesen. Ursprünglich war deshalb ein vier bis fünf Meter breiter Streifen vorgeschlagen worden.

Der zweite Kritikpunkt der Kammer: Durch die Pufferzone wird die Fahrbahn im Stern schmaler. So schmal, dass eine zweispurige Verkehrsführung im Kreisel nach Auffassung der Kammer nicht mehr möglich ist. Das aber verschärfe die Situation. Schon jetzt komme es täglich zu langen Staus vor dem Kreisel. Die Kammer hält einen Umbau zur ampelgeregelten Kreuzung für sinnvoll. Bis dahin brauche der Kreisel zwei Spuren für den Kfz-Verkehr.

Auch der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) lehnt die geplante Pufferzone ab. Schon jetzt sei die Situation im Stern unübersichtlich. Komme noch eine Regelung dazu, sorge das nur für noch mehr Verwirrung. Der ADFC dagegen will das Konzept nach anfänglicher Skepsis nun mittragen, plädiert aber für eine Probezeit. Danach sollte ausgewertet werden, ob sich der Schutzstreifen bewährt.

Das ASV wertet nun die Stellungnahmen aus zwei Werkstattgesprächen zur Zukunft des Sterns aus. Das Ergebnis soll am 18. März im Beirat Schwachhausen vorgestellt werden, sagt ASV-Sprecher Martin Stellmann. Angepeilt sei, den Kreisel im Mai an zwei Wochenenden zu sanieren. Für die Arbeiten stehe eine sechsstellige Summe deutlich unter der Millionen-Marke zur Verfügung.

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