Polizei vermutet Warnung Handgranate verursachte Explosion in der Vahr

In der Nacht zu Dienstag zerstörte eine Explosion ein Auto in der Vahr. Der Auslöser, das steht jetzt fest, war eine Handgranate. Eine Spur führt ins Rockerbanden-Milieu.
Lesedauer: 2 Min
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Handgranate verursachte Explosion in der Vahr
Von Jan Oppel

Die Explosion, bei der in der Nacht zum Dienstag in der Vahr ein VW Passat schwer beschädigt wurde, ist durch eine Handgranate herbeigeführt worden. Das haben die bisherigen Ermittlungen von Bremer Polizei und Staatsanwaltschaft ergeben. Außer den Überresten der Granate habe man nach jetzigem Kenntnisstand nichts weiter gefunden, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Passade, auf Nachfrage des WESER-KURIER mit. Mit Blick auf die Zündtechnik einer Handgranate muss der Täter den Sprengsatz demnach unmittelbar vor der Explosion gegen 1.30 Uhr an dem parkenden Auto abgelegt und sich in Sicherheit gebracht haben.

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Nach einer ersten Bewertung der Explosion handele es sich möglicherweise um eine "Warnung aus dem Gewaltmilieu" und wahrscheinlich nicht um eine gezielte Tötungsabsicht, berichtete die Polizei. Der Halter des Fahrzeugs ist den Behörden bekannt, sie wissen auch, wer den Wagen zuletzt benutzt hat. Das Auto soll nach einem Bericht der Bild-Zeitung dem Vater des früheren Hells-Angels-Rockers Rezan Cakici gehören, der Anfang Juli dieses Jahres in Oldenburg verschwand und seitdem vermisst wird. Die Bremer Staatsanwaltschaft wollte diese Aussage am Mittwoch weder bestätigen noch dementieren. Gleichwohl heißt es in einer Mitteilung der Polizei, dass ein möglicher Zusammenhang zwischen der Sprengstoffexplosion und einem Vermisstenfall aus Oldenburg derzeit geprüft werde. Die Bremer Polizei ermittele darum in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bremen und der Polizei Oldenburg.

Der Begriff "Gewaltmilieu" meint nach Erläuterungen der Staatsanwaltschaft nicht zwingend das Rockermilieu. Das ist von Bedeutung, weil der Vater des Rockers – und mutmaßlicher Fahrzeughalter – Ende Juli dieses Jahres schon einmal Opfer eines gezielten Angriffs wurde. Ein 38-jähriger Oldenburger, der inzwischen in U-Haft sitzt, hatte den 60-Jährigen durch Schläge mit einer Waffe erheblich verletzt und dessen 65-jährigen Bruder erschossen. Als Motiv für die Tat nennt die Staatsanwaltschaft Oldenburg in ihrer Anklage auch geschäftliche Auseinandersetzungen. Die genauen Hintergründe sind aber noch nicht bekannt.

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Eine Gefahr für Unbeteiligte bestehe nicht, versicherte die Polizei in Bremen. „Es liegen zurzeit keine konkreten Erkenntnisse vor, dass es zu weiteren Gewalthandlungen kommen soll“, betonte ein Sprecher. Dennoch hat die Polizei angekündigt, "an möglichen Gefahrenorten zur Gefahrenabwehr verstärkte Präsenzmaßnahmen und bei Verdacht gezielte Kontrollen vorzunehmen".

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