Schule an der Helsinkistraße wird ab Dezember mit eigenen Schulsanitätern für Sicherheit sorgen Handy im Unterricht ausdrücklich erlaubt

Marßel. Als das junge Mädchen auf dem Schulhof umknickte, da hatte sie gleich ein gutes Dutzend Helfer an ihrer Seite. Noch sind die Siebt- und Achtklässler zwar nicht offiziell aktiv - die Grundkenntnisse für das künftige Aufgabengebiet haben sie aber schon in einem Wochenendseminar gelernt. Noch ein Workshop, dann wird es offiziell: Ab Dezember hat die Schule an der Helsinkistraße ihre eigenen Schulsanitäter.
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Von IRIS MESSERSCHMIDT

Marßel. Als das junge Mädchen auf dem Schulhof umknickte, da hatte sie gleich ein gutes Dutzend Helfer an ihrer Seite. Noch sind die Siebt- und Achtklässler zwar nicht offiziell aktiv - die Grundkenntnisse für das künftige Aufgabengebiet haben sie aber schon in einem Wochenendseminar gelernt. Noch ein Workshop, dann wird es offiziell: Ab Dezember hat die Schule an der Helsinkistraße ihre eigenen Schulsanitäter.

'Zwei Gedanken wohnen in meiner Seele: das Beste, ihr habt nichts zu tun, wäre der erste. Der zweite lautet: wäre eigentlich schade, wenn der erste eintritt, denn schließlich habt ihr in eurer Freizeit dafür gelernt.' Ein Lächeln lag auf dem Gesicht von Schulleiter Wilfried Baumann, als er den künftigen Schulsanitätern gratulierte. Baumann war es auch, der eines Tages einen Flyer vom Jugendrotkreuz in den Händen hielt, auf dem die Idee der Schulsanitäter vorgestellt wurde.

'Eine tolle Sache', befand der Schulleiter und hatte mit den Lehrerinnen Susanne Bensch und Rosemarie Strothkamp gleich weitere Mitstreiterinnen im 'Schulsanitäter-Boot'. Während Rosemarie Strothkamp sich eher im Hintergrund um die Organisation kümmert, 'wir haben so viele Nachfragen von Schülern zu dem Projekt, wir könnten glatt noch eine zweite Gruppe aufmachen', ist Susanne Bensch die direkte Ansprechpartnerin, Betreuerin und Mitstreiterin der Schüler: 'Ich mache alle Lehrgänge mit. Schließlich muss ich als Betreuerin ja wissen, wovon die Rede ist.'

Fit in Erster Hilfe und im Team

Das Hauptthema der 14 Schüler an der Helsinkistraße ist derzeit: Sicherheit! Als künftige Schulsanitäter sorgen sie nämlich für genau diese, helfen ihren Mitschülern in Notfällen, sind fit in Erste Hilfe, wissen, wie ein Verband angelegt wird, was bei Vergiftungen getan werden muss oder wie die stabile Seitenlage auszusehen hat. 'Auf jeden Fall sind sie fachlich so kompetent, dass sie wissen, wann und wie sie selbst helfen können und wann ein Rettungswagen informiert werden muss', erklärt Sylvia Schasse, Koordinatorin Schulsanitätsdienste beim Jugendrotkreuz.

Gemeinsam mit Andreas Feldt, Regionalgeschäftsführer der Barmer GEK Bremen, sowie Christiane Meenen, Leitung Prävention von der Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen, war Schasse in der Helsinkistraße vor Ort, um den Schülern einen Rucksack mit Verbandsmaterial und Blutdruckmessgerät als 'Starterpaket' zu überreichen. 'Letztendlich wollen wir natürlich auch nicht, dass jemandem etwas passiert. Doch Schulsanitäter sind wichtig, deshalb fördern wir dieses Projekt', erklärte Meenen und wandte sich direkt an die Schüler: 'Es ist toll, dass ihr damit auch Zivilcourage zeigt. Ich kann mir vorstellen, dass es unter Gleichaltrigen gar nicht so einfach ist, zuzugeben, als Schulsanitäter zu arbeiten.'

Dabei hat dieses Projekt, das seit rund fünf Jahren an Bremer Schulen läuft, nicht nur mittlerweile einen guten Ruf, gibt es einmal im Jahr sogar Wettkämpfe aller Bremer Schulsanitäter unter dem Motto 'Hand aufs Herz'. Die Erfahrungswerte mit Schulsanitätern senken laut Sylvia Schasse auch Kosten: 'Die Schulsanitäter beweisen fachliche Kompetenz. Der Krankenwagen ist nicht unnötig im Einsatz.'

Der Schulsanitätsdienst hat darüber hinaus für die Schüler Nebeneffekte: Sie bekommen Einblick in das Berufsfeld eines Rettungssanitäters, der Erste-Hilfe-Kurs gilt auch für den Führerschein, die Sicherheit an der Schule wird gesteigert und das Gesundheitsbewusstsein wächst. Die Schüler lernen Verantwortungsgefühl, Hilfsbereitschaft, Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit und soziales Engagement.

Außerdem: 'Sie sind die einzigen, die an der Schule ein Handy benutzen dürfen', gesteht mit einem Lachen in der Stimme Rosemarie Strothkamp. Immer zwei Schulsanitäter werden eine Woche lang einen ganzen Tag 'im Dienst' sein - sobald das Handy klingelt, dürfen sie den Unterricht verlassen, um die Erstversorgung von Verletzen und Erkrankten zu sichern.

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