Hannelore Cyrus widmet sich Künstlerpaaren

Ostertor. Hannelore Cyrus hat ihr neues Buch 'Die Liebe höret nimmer auf: Künstlerpaare, die Liebe und die Liebe zur Kunst' im Frauenkulturzentrum Belladonna an der Sonnenstraße vorgestellt. Das Interesse an der Lesung war groß, was Geschäftsführerin Maren Bock freute: Weitere Stühle mussten aufgestellt werden.
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Von Edwin Platt

Ostertor. Hannelore Cyrus hat ihr neues Buch 'Die Liebe höret nimmer auf: Künstlerpaare, die Liebe und die Liebe zur Kunst' im Frauenkulturzentrum Belladonna an der Sonnenstraße vorgestellt. Das Interesse an der Lesung war groß, was Geschäftsführerin Maren Bock freute: Weitere Stühle mussten aufgestellt werden.

Hannelore Cyrus, Jahrgang 1935, blickt auf ein ausgefülltes Leben als Sozialpädagogin, Sozialwissenschaftlerin, Historikerin und auf ihre Lehrtätigkeit von 1979 bis 1998 an der Bremer Uni zurück. Cyrus hat Belladonna mitgegründet und ist Vorstandsvorsitzende des Zentrums. In ihrem Buch, das 2010 bei Books on Demand erschienen ist, widmet sie sich Künstlerpaaren. Ein konfliktreiches, spannendes Thema. Hannelore Cyrus hat vier berühmte Künstlerpaare ausgewählt: Paula Becker und Otto Modersohn, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, Marianne Werefkin und Alexej Jawlensky, Frida Kahlo und Diego Rivera.

Die acht Männer und Frauen lebten in dem Zeitraum zwischen 1860 bis 1962. Becker und Modersohn haben den Ruf des Künstlerdorfes Worpswede mitbegründet. Münter und Kandinsky trafen in Murnau auf Werefkin und Jawlensky und gehörten zum Kreis des Blauen Reiters. Kahlo und Rivera sind zwei der bekanntesten Vertreter der mexikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts.

Wie Hannelore Cyrus herausstellt, wählten sie alle in besonderer Weise aus, mit wem sie sich umgaben. Selten schöpfte ein künstlerisch tätiger Mensch seine Inspiration nur aus sich selbst - und auch diese Acht suchten Anregung.

In der Aufzählung stehen die Künstlerinnen nicht nur aus Höflichkeit vorn. Hannelore Cyrus nimmt beim Blick auf die Beziehungen der Paare bewusst eine eher weibliche Sicht ein und vermittelt diese Sicht auch ihrem Lesepublikum. Da geht es um Verzicht auf das eigene Schaffen, um Moral oder um Inspiration, die Auseinandersetzung mit Expressionismus, Impressionismus und naturnaher Malerei.

Marianne Werefkin wollte ihren Lebenspartner Alexej Jawlensky zum Ruhm führen und beschränkte sich dafür in ihrer Kunst: Sie wurde zu seiner Mäzenin. Frida Kahlo war eine selbstbewusste, eigenständige Künstlerin und eine fordernde Persönlichkeit, die einzigartige Frau in Riveras Leben, aber gleichzeitig eine Geliebte unter vielen anderen. Paula Modersohn-Becker kehrte aus Paris zu ihrem Mann zurück. Sie, die ihre Bilder als ihre Kinder betrachtete, wurde Mutter - und starb im Kindbett.

Wie inspirierten oder behinderten sich die starken Persönlichkeiten gegenseitig, das sind Fragestellungen, unter denen Hannelore Cyrus die Biografien der vier Paare betrachtet hat. Sie hat die Lebensläufe nebeneinandergestellt, ist auf die Strömungen der Malerei eingegangen, ohne in Fachbegriffen zu schwelgen.

Und so ist ihr gut recherchiertes Buch ein Lesespaß für alle, die sich an Biografien, Kunst und Schicksalen erfreuen können. Klar ist schnell während der Lektüre, dass die Schaffenskraft der Männer entscheidend von den Frauen mitgeprägt worden ist, während die Frauen selbst ihre ganz eigene Kunst geschaffen haben.

Belladonna, Sonnenstraße 8, Telefon 70 35 34. Seit Dienstag sind dort Bilder von Ida Kerkovius zu sehen. Das Buch von Hannelore Cyrus, 'Die Liebe höret nimmer auf', ist 2010 bei Books on Demand in Norderstedt erschienen, hat 208 Seiten und kostet 24,90 Euro.

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