Schlepper bringt „Roland von Bremen“ in die Neustadt / Polizei will defektes Ventil prüfen Hansekogge sicher im Hafen

Bremen. Erst ging sie mitten in der Nacht unter, dann stieg sie 28 Stunden später im Morgengrauen wieder aus den Fluten. Jetzt wurde sie abgeschleppt: Die Hansekogge „Roland von Bremen“ ist gestern in den Hohentorshafen gebracht worden.
01.02.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Hansekogge sicher im Hafen
Von Sara Sundermann

Erst ging sie mitten in der Nacht unter, dann stieg sie 28 Stunden später im Morgengrauen wieder aus den Fluten. Jetzt wurde sie abgeschleppt: Die Hansekogge „Roland von Bremen“ ist gestern in den Hohentorshafen gebracht worden.

Um elf Uhr vormittags rückte der 21 Meter lange Schlepper „Fortuna“ aus der Neustadt an und holte das Segelschiff ab, das als ein maritimes Wahrzeichen der Stadt gilt. Derzeit kann die „Roland von Bremen“ – Nachbau einer Hansekogge aus dem Jahr 1380 – nicht aus eigener Kraft fahren. Die Kogge hat zwar neben dem großen Segel auch einen Dieselmotor, doch nach dem Tauchgang auf den Grund der Weser ist die gesamte Maschinenanlage durchnässt und muss überprüft werden.

Für die Überführung wurden Schlepper und Geschleppte fest vertäut, bis die Hansekogge stabil mit der „Fortuna“ verbunden war. „Der Schlepper hakt das Segelschiff praktisch unter, bis beide fest zu einer Einheit verbunden sind“, erklärte Uwe Hartmann von der Wasserschutzpolizei. Er überwachte mit seinen Kollegen das Manöver auf der Weser.

Zuerst drehte der Schlepper vom Schleppbetrieb Unterweser (SBU) die Kogge einmal um 180 Grad, dann schob er sie im Schritttempo die zwei Kilometer bis zum Hafen. Mit gelegtem Mast und bei Niedrigwasser konnte die Kogge die tiefen Weserbrücken passieren. Eine gute Stunde später kam sie im kleinen Neustädter Hafen an. Dort soll das Schiff aus dem Wasser gezogen, gereinigt und begutachtet werden. Es gibt dort auch Reparaturmöglichkeiten. Doch ob die Kogge in der Neustadt repariert wird, ist noch offen und hängt auch von der Versicherung ab.

In der kommenden Woche soll der Polizei zufolge das defekte Seeventil ausgebaut werden, das die Kogge sinken ließ. Seeventile dienen dazu, dass im Falle eines Brandes Löschwasser an Bord geholt werden kann. Die Wasserschutzpolizei will nun das Ventil untersuchen, in dem eine Dichtung geplatzt war, um herauszufinden, wie es dazu kam. Grund dafür könnte Abnutzung oder ein Materialfehler sein.

Die Hansekogge war in der Nacht zu Dienstag gesunken, konnte aber schon kurz darauf wieder gehoben werden. Das historische Original ist im Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven zu sehen.

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