88 neue Überwachungskameras erreichen fast jeden Winkel des öffentlichen Bereiches Hauptbahnhof soll sicherer werden

Bremen. Etwa 140 000 Menschen sind jeden Tag am Bremer Hauptbahnhof unterwegs, 80 000 als Reisende, 60 000 als Besucher. Gut vorstellbar, dass Diebe sich solche Gelegenheiten nicht entgehen lassen.
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Hauptbahnhof soll sicherer werden
Von Jan-Felix Jasch

Bremen. Etwa 140 000 Menschen sind jeden Tag am Bremer Hauptbahnhof unterwegs, 80 000 als Reisende, 60 000 als Besucher. Gut vorstellbar, dass Diebe sich solche Gelegenheiten nicht entgehen lassen. Aber: „In den ersten neun Monaten 2016 haben wir 180 Diebstähle und ebenso viele Gewaltdelikte registriert“, sagt Bahnhofsmanager Axel Sauert. Trotz dieser relativ geringen Zahlen, haben der Bund und die Deutsche Bahn in den Auf- und Ausbau des Überwachungssystems investiert.

Am Hauptbahnhof sind am Donnerstag 88 neue Überwachungskameras in Betrieb genommen worden. Nachdem der Bahnhof bisher ohne eine einzige Kamera auskommen musste, will die Deutsche Bahn mit dieser Maßnahme die Sicherheit am Bahnhof weiter stärken. Zwar sei der Bahnhof ein neuralgischer Punkt, an dem die Polizeipräsenz ohnehin sehr hoch sei. Aber durch die Installation der Kameras wolle man eine zusätzliche Maßnahme schaffen. „Durch die Überwachung können Straftaten besser und schneller aufgeklärt werden“, erklärt Axel Treczokat von der Bundespolizei.

Die Bundespolizei hofft, durch die Videoüberwachung schneller eingreifen zu können. „Vor allem in Konfliktsituationen muss es manchmal sehr schnell gehen“, sagt Treczokat. Dies sei besonders auf frühe Morgenstunden bezogen, in denen es bisweilen zu Auseinandersetzungen zwischen alkoholisierten Menschen oder Gruppen käme. „Fast 100 Prozent der Gewaltdelikte geschehen unter Alkoholeinfluss“, erklärt Bahnhofsmanager Sauert. Auch polizeibekannte Personen könnte man mithilfe der Überwachung schneller erkennen und genauer beobachten, sollte es notwendig erscheinen. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Überwachung, ist die Verhinderung von Terroranschlägen. So könne bei herrenlosem Gepäck relativ schnell herausgefunden werden, wer es abgestellt habe und man könne entsprechende Maßnahmen ergreifen. „Wir können besser entscheiden, was angemessen ist und ob wir den Bahnhof sperren müssen“, sagt Polizeioberrat Treczokat.

Neben dem Bremer Bahnhof werden neun weitere Bahnhöfe in Deutschland mit neuer Kameratechnik ausgestattet. „Die Kameras sind einfach zu bedienen, und die Bildqualität ist deutlich besser als früher“, erklärt Axel Treczokat. Die Bahn setzt bereits über 5000 Kameras auf 700 Bahnhöfen in Deutschland ein. Die Kameras im Hauptbahnhof übertragen rund um die Uhr direkt in die Bahnhofsbetriebszentrale der Deutschen Bahn und in die Wache der Bundespolizei. Eine Kommunikation zwischen den beiden Stationen ist jederzeit über Funk möglich. In der Wache werden die Bilder aufgezeichnet und zwischen 48 Stunden und 30 Tagen gespeichert. „Die Kameras sind nach Wichtigkeit eingestuft“, erklärt Axel Treczokat. Auch in möglichen Gerichtsverfahren können die Aufnahmen als Beweismittel eingesetzt werden.

Im Bremer Hauptbahnhof erreichen die Kameras fast jeden Winkel des öffentlichen Bereiches des Bahnhofes. Dieser ist aber ausdrücklich auf den Bahnhofsbereich begrenzt, wo die Bahn ihr Hausrecht ausüben darf. Auf dem Vorplatz endet die Zuständigkeit. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf über eine Million Euro, getragen werden diese vom Bund und der Bahn. Bis 2023 sollen in Deutschland insgesamt weitere 85 Millionen Euro in den Ausbau der Überwachungssysteme investiert werden.

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