Bremen, Niedersachsen und Hessen

Hausdurchsuchungen nach Angriff auf Schalke-Fans und Randale an der Schlachte

200 Einsatzkräfte der Polizei haben am Morgen insgesamt 19 Objekte in Bremen, Niedersachsen und Hessen durchsucht. Anlass waren Randale an der Schlachte sowie eine Schlägerei nach einem Werder-Spiel.
16.12.2019, 10:52
Lesedauer: 2 Min
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Von Vanessa Ranft Carolin Henkenberens
Hausdurchsuchungen nach Angriff auf Schalke-Fans und Randale an der Schlachte

Großeinsatz der Polizei: Einsatzkräfte haben am Montag 19 Objekte durchsucht. (Symbolbild)

Björn Hake

Die Polizei Bremen hat am Montagmorgen in Bremen, Niedersachsen und Hessen 19 Wohnungen von Mitgliedern der Bremer Ultra-Szene durchsucht. Das berichtete die Polizei Bremen. Hintergrund sind die Randale in einem Lokal an der Schlachte Anfang Oktober sowie der Angriff auf zwei Schalke-Fans nach einem Werder-Spiel im November. Die Vorwürfe lauten schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung.

Die 20 Beschuldigten werden der Bremer Ultra-Szene zugerechnet, sagte der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade. Alle Verdächtigen seien Männer im Alter von 18 bis 31 Jahren. Neun der Männer sollen an dem Angriff an der Schlachte beteiligt gewesen sein, 14 an der Attacke auf die Schalke-Fans. Drei der Verdächtigen werden mit beiden Taten in Verbindung gebracht.

Rund 200 Einsatzkräfte waren laut Polizei an den Durchsuchungen am Montag beteiligt. Die Beamten hätten Beweismaterial wie Sturmhauben, Mobiltelefone und Pyrotechnik sichergestellt. Einige Tatverdächtige seien vernommen worden. Festnahmen habe es keine gegeben, sagte der Sprecher. Wo genau die Durchsuchungen stattgefunden haben, wollte die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Die überwiegende Zahl der 19 durchsuchten Wohnungen befinde sich aber in Bremen, erläuterte Passade. Die Ermittler würden nun die sichergestellten Gegenstände auswerten.

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Bei dem Angriff am 5. Oktober handelte es sich um eine Auseinandersetzung zwischen Linken und Rechtsextremisten. Mitglieder der mittlerweile verbotenen rechtsextremen Gruppe "Phalanx 18" sollen von einer Gruppe Unbekannter angegriffen worden sein. Zudem habe die Gruppe in dem Lokal randaliert und dabei Gäste verletzt. Laut Polizei wurden sechs Personen angegriffen, sie blieben unverletzt. In diesem Fall wird wegen Landfriedensbruch ermittelt. Dem Übergriff an der Schlachte soll eine Schlägerei am Sielwall vorangegangen sein, wie zuerst die "taz" berichtet hatte. Dabei sollen Mitglieder der rechten Gruppe drei Personen verletzt haben, eine davon schwer. Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen für diesen Vorfall.

In dem Fall vom 23. November ermittelt die Polizei wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung. An diesem Tag spielte Werder Bremen gegen Schalke 04. Nach dem Heimspiel waren Vermummte auf dem Parkplatz eines Discounters in der Stader Straße auf einen 20 Jahre alten Mann losgegangen. Der 47 Jahre alte Vater des jungen Mannes stellte sich dazwischen und wurde daraufhin selbst geschlagen und getreten. Die Angreifer sollen Sturmhauben und Mundschutz getragen haben. Der Sohn erlitt leichte, der Vater schwere Verletzungen. Laut Staatsanwaltschaft war der 47-Jährige zuletzt arbeitsunfähig.

+++Dieser Text wurde um 17.05 Uhr aktualisiert+++

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