Einkaufszentrum in Vegesack

Haven Höövt verkauft

Die Verträge sind unterzeichnet, das insolvente Einkaufszentrum Haven Höövt ist bereits vor Ostern verkauft worden. Eine Mannheimer Firma will in Vegesack nun eine Shoppingmall entwickeln.
24.04.2017, 21:13
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Haven Höövt verkauft
Von Patricia Brandt
Haven Höövt verkauft

Ist verkauft worden: Das angeschlagene Einkaufszentrum Haven Höövt in Vegesack.

Christian Kosak

Die Verträge sind unterzeichnet, das insolvente Einkaufszentrum Haven Höövt ist nach Informationen des WESER-KURIER bereits vor Ostern verkauft worden. Der Käufer will einen Teil der Mall abreißen lassen und auf der Landzunge am Weserufer Shopping und Wohnen verbinden.

Als neuer Projektentwickler tritt die Firma Wesbau-Betreuungsgesellschaft aus Mannheim auf. Deren Geschäftsführer Max Zeitz gab am Montagabend bekannt, das Haven Höövt für einen sogenannten Bestandshalter erworben zu haben. Mit dem Kaufvertrag hätten sich die Verhandlungen, die der Insolvenzverwalter Marc Odebrecht mit der Hamburger Immobilienfirma Albrecht-Vermögensverwaltung (AVW AG) und der Stadt Bremen geführt hat, zerschlagen.

Der Verkauf des angeschlagenen Einkaufszentrums hatte sich über Jahre hingezogen. Weniger als eine Handvoll Interessenten hatte Odebrecht präsentieren können, nachdem das Haven Höövt2012 Pleite ging. Zuletzt hatte es ausgerechnet der Mann kaufen wollen, der das Objekt gegen viel Widerstand in Vegesack Anfang 2000 hatte bauen lassen: AVW-Begründer Frank Albrecht. Zusammen mit der Stadtverwaltung legte die AVW ein Konzept vor. Statt leer stehender Ladenzeilen wollte die Gesellschaft einen Teil des Centers abreißen lassen und Wohnen an der Weser realisieren. All das besprachen zwei Männer für die AVW mit der Bremer Verwaltung, die in der Hansestadt auch aus anderen Zusammenhängen bekannt sind: der frühere Bremer Bausenator und heutige CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Jens Eckhoff und der ehemalige Bremerhavener Oberbürgermeister, der Jurist Jörg Schulz.

Lesen Sie auch

Doch die Kaufverhandlungen verzögerten sich. Im November 2016 hieß es bei der AVW, dass der Kaufvertrag nicht vor Jahresende unterzeichnet werden würde. Die meisten Stadtteilpolitiker hatten ohnehin Bedenken, ein weiteres Mal Geschäfte mit der Firma zu machen, die das Haven Höövt gebaut hatte. Ein Grund dafür waren die Nachforschungen, die bei der Zentralen Antikorruptionsstelle in Bremen wegen Tricksereien beim Bau des Einkaufszentrums laufen.

Verkaufsfläche wird reduziert

Nun wollen Max Zeitz und sein Mitstreiter Willy Koch von der Wesbau für Leben in den leer stehenden Ladenzeilen sorgen. Ihr Konzept unterscheidet sich nicht wesentlich von dem der AVW. „Im Rahmen des geltenden Baurechts soll die Einzelhandelsfläche auf 11 500 Quadratmeter Verkaufsfläche reduziert und nur noch im hinteren Baukörper als sogenanntes Nahversorgungszentrum untergebracht werden“, heißt es in einer Pressemitteilung von Wesbau.

Das Nahversorgungszentrum soll bereits Ende 2018 fertiggestellt sein. Der vordere Teil hingegen werde abgerissen, um eine Wohnbebauung mit Blick auf das Schulschiff an der Lesum zu realisieren. „Nach nunmehr fast fünf Jahren der Ungewissheit wollen wir das Haven Höövt mit neuem Leben füllen und wieder zu einem lebendigen Bestandteil dieses Hafenareals und Vegesacks machen.“

Zeitz nannte das Haven Höövt wegen dessen Grundstücksgröße und der innerstädtischen Lage in direkter Nachbarschaft zu Schulschiff und Museumshaven „ein exzellentes Objekt und Projekt“: „So etwas finden Sie nicht zwingend ein zweites oder drittes Mal in Deutschland. Die Möglichkeiten sind sehr, sehr gut.“ Dass das Haven Höövt pleite ging, sei Fehlern der Vergangenheit geschuldet: „Das Projekt war total überdimensioniert für Bremen-Nord.“

Lesen Sie auch

Weder Insolvenzverwalter noch AVW waren am Montagabend für eine Stellungnahme zu erreichen. Wer seine Auftraggeber sind, wollte Projektentwickler Zeitz zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Der Name seines Mitstreiters, Willy Koch, ist im Zusammenhang mit dem Haven Höövt übrigens schon einmal aufgetaucht: Ein Willy Koch saß bis November 2016 als Vorstandsmitglied im Aufsichtsrat der AVW. Danach verabschiedete er sich in die Selbstständigkeit.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+