Grambke Heimstätte des Sozialwerkes: Spatenstich für Erweiterungsbau

Grambke. Rund 50 Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren an 30 Standorten betreibt das Sozialwerk der Freien Christengemeinde in Bremen und darüber hinaus. Die älteste, die Heimstätte am Grambker See, soll nun für fast sechs Millionen Euro saniert und mit einem Neubau speziell für Menschen mit Demenz erweitert werden.
22.08.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von DORIS FRIEDRICHS

Rund 50 Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren an 30 Standorten betreibt das Sozialwerk der Freien Christengemeinde in Bremen und darüber hinaus. Die älteste, die Heimstätte am Grambker See, soll nun für fast sechs Millionen Euro saniert und mit einem Neubau speziell für Menschen mit Demenz erweitert werden. Der Auftakt dazu wurde gestern beim Spatenstich gefeiert.

Noch Ende August sollen die ersten Bagger anrollen. Gegliedert ist das Projekt in zwei Bauabschnitte, beginnend mit dem Neubau der Einrichtung, der bereits im kommenden Jahr fertiggestellt sein soll. Danach folgt die umfangreiche Sanierung der 1982 eröffneten Heimstätte, deren Abschluss für Februar 2017 geplant ist. Dann sollen den Bewohnern – pflegebedürftigen ältere Menschen mit und ohne Demenz und Senioren mit seelischen Erkrankungen – insgesamt 83 Plätze in 81 Einzel- und zwei Doppelzimmern zur Verfügung stehen. Eine deutliche Steigerung von bisher lediglich 35 Einzelzimmern.

Die Neugestaltung sieht zudem große Balkone für jede Etage vor, außerdem eine großzügige Terrasse und einen geschützten Garten. Jeder Wohnbereich erhält eine eigene Küche, in der täglich frisch gekocht werden soll – auf Wunsch der Bewohner auch unter deren Einbeziehung. Hinzu kommen Gemeinschaftsräume, die auch Möglichkeiten für verschiedene Freizeitaktivitäten bieten.

Zusätzlich sollen ein Friseur, ein Café, ein Kiosk und ein Salon für Fußpflege das Angebot ergänzen. Das Projekt, dessen Gesamtkosten sich nach den Worten von Jens Bonkowski, Leiter des Seniorenbereiches, auf 5,9 Millionen Euro beziffern, wird mit 300 000 Euro von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert.

Für die Betreuung der Senioren sollen künftig bis zu 65 Mitarbeiter sorgen, aktuell sind es etwa 50. „Die Bedürfnisse der Menschen haben sich verändert“, sagt Jens Bonkowski. „Die Menschen sollen hier ein Zuhause für einen ganz wichtigen Lebensabschnitt finden.“ Auch laut Angela Dannemann, seit sechs Jahren Leiterin der Heimstätte, hat sich vieles in der Betreuung von Senioren geändert. Allerdings nicht immer nur zum Guten. „Der Pflegenotstand ist auch bei uns angekommen.“

Gestartet war die Heimstätte als ein Pilotprojekt mit älteren pflegebedürftigen Menschen und jüngeren psychisch Erkrankten. Das Projekt habe aber keinen Bestand gehabt, so Öffentlichkeitsreferentin Dorothea Salzmann-Schimkus. 2007 fand bereits eine Neukonzeptionierung statt, die nun mit der Sanierung und dem Neubau nochmals in modernere Wege überleitet. Das Haus solle für die nächsten Jahrzehnte auf den neuesten Stand gebracht werden, erklärte dazu Matthias Bonkowski, Geschäftsführer des Sozialwerkes.

Sein Vater, Gründungsmitglied Heinz Bonkowski, ließ indes die Zeit Revue passieren. Bereits vor Jahrzehnten habe er den Impuls zur Gründung des Sozialwerks gehabt, da seine Schwester von einer psychischen Erkrankung betroffen war. 1976 kaufte er mit privaten Mitteln das Grundstück am Grambker See. Aufgrund der Neuaufstellung Bremens bei der Unterbringung psychisch kranker Menschen zu jener Zeit seien finanzielle Mittel eingesetzt worden, die, ebenso wie Gelder aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, halfen, die Heimstätte zu errichten.

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