Rotlichtmeile im Bremer Viertel

Helenenstraße öffnet sich

Der vordere Bereich der Helenenstraße als Schmuddelecke: Damit soll es bald vorbei sein. Die Neugestaltung ist jetzt so gut wie abgeschlossen.
01.09.2019, 04:37
Lesedauer: 2 Min
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Von Matthias Holthaus
Helenenstraße öffnet sich

Zieht Blicke auf sich: Die Neugestaltung des vorderen Teils der Helenenstraße ist jetzt nahezu komplett abgeschlossen.

Roland Scheitz

„Es ist eine Verbesserung im Vergleich zu früher, es ist dort jetzt einsichtiger und offener“, so beschreibt Ortsamtsleiterin Hellena Harttung die nahezu abgeschlossene Neugestaltung des vorderen Teils der Helenenstraße. Der Bereich öffne sich nun zur Stadt, sagt sie. „Das ist da kein ,No-Go´ mehr, man kann dort nun auch seine Fahrräder anschließen.“

Fünf Fahrradbügel mit Abstellmöglichkeiten für bis zu zehn Fahrräder stehen seit kurzem dort, dahinter steht ein Urinal, das nun nicht mehr einen mobilen Charakter aufweist, sondern fest installiert ist. Das Urinal ist jedoch einzig für Männer bestimmt. „Es stellte sich die Frage nach der Zumutbarkeit für die Frauen, in die Helenenstraße zu gehen“, sagt die Ortsamtsleiterin. Hinter dem Urinal gibt es einen metallenen, rostfarbenen Sichtschutz, der die bisherige Barriere ersetzen soll, die inzwischen abmontiert wurde. „Der Sichtschutz soll ins Focke-Museum“, erzählt sie.

Intensive Überlegungen zur alternativen Gestaltung

Der Neugestaltung des Eingangsbereiches ging eine jahrelange Diskussion voraus, in der der Innensenator, der Beirat, das Ortsamt und auch verschiedene Bürgerinnen und Bürger beteiligt waren. Auch aufgrund der möglichen Rückzugsräume für Straftäter in der Helenenstraße und der stetigen Vermüllung hinter der historischen, 160 Jahre alten Mauer wurde intensiv über alternative Gestaltungskonzepte nachgedacht.

Mehr Licht, weniger Müll, weniger Kriminalität und das alles im Einklang mit dem Schutzbedürfnis der dort tätigen Frauen: Die vielfältigen Anforderungen mussten unter einen Hut gebracht werden, was dann auch mit der Einrichtung eines Runden Tisches geschah. Vertreter der Stadtreinigung, des Innensenators, des Amtes für Straßen und Verkehr, des Wirtschafts-, Bau- und Sozialressorts, des Vereins „Nitribitt“ sowie ein Eigentümer feilten lange an einer Lösung, die Umsetzung begann im April 2019. Da fiel die alte Mauer, die Umbauarbeiten sollten vier Wochen in Anspruch nehmen. Doch das Projekt verzögerte sich, eine unter dem für das Pissoir vorgesehene Gasleitung sorgte für eine längere Bauzeit.

Ausschreibung zur Wandgestaltung

Doch nun sind die Probleme behoben, die Abschlussarbeiten laufen, das Fundament ist fertiggestellt. „Danach kommen dann die Wände“, erzählt Hellena Harttung. Zur künstlerischen Wandgestaltung im Eingangsbereich der Straße soll es eine Ausschreibung im Rahmen des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ geben, an deren Ende eine Jury den Gewinnerentwurf kürt. „Das wird im November sein, anschließend geht das noch durch den Beirat, dann wird gestaltet, abhängig von der Witterung.“ Für die Ausschreibung bewerben können sich Bremer Künstlerinnen und Künstler sowie Studierende der Hochschule ab einem höheren Semester.

Hellena Harttung ist von dem neuen Konzept überzeugt: „Das funktioniert dort. Insgesamt ist dort wesentlich offener geworden.“

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