Stolperfallen sollen weichen

Von Absperrgittern und Stelen

Kleine Hindernisse im Stadtteil Hemelingen erweisen sich als erstaunlich hartnäckig. In Hemelingen sorgt ein Absperrgitter in der Eitzestraße schon seit Jahren für Diskussionen. Nun soll es endlich weg.
25.06.2020, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Absperrgittern und Stelen
Von Christian Hasemann
Von Absperrgittern und Stelen

Ein Artefakt längst vergangener Zeiten: Eine Betonstele ist nach den teuren Umbauarbeiten am Eingangsbereich des Schlengparks einfach stehen geblieben.

PETRA STUBBE

Oft sind es die kleinen Ärgernisse, die sich als besonders hartnäckig erweisen und einer Veränderung durch Ortsämter und Beiräte manchmal jahrelang widerstehen. In Hemelingen sorgt ein Absperrgitter in der Eitzestraße schon seit Jahren für Diskussionen im Ausschuss. Nun soll es endlich weichen.

Kurios mutet der Eingangsbereich zum Schlengpark an. Dort hat der Umweltbetrieb Bremen in den vergangenen Jahren einen neuen Park angelegt. Teil der Neugestaltung des Geländes waren auch die Zugänge, die neu gepflastert und mit modernen Sitzgarnituren ausgestattet wurden. Am Eingang an der Kleinen Westerholzstraße allerdings mahnt eine Stele, sich an vergangene Zeiten zu erinnern. Nun ist es kein Werk prähistorischer Stämme aus dem Neolithikum, sondern ein Artefakt des Waschbeton-Zeitalters.

Einträchtig wacht die ausgewaschene, stumpfgraue Säule zusammen mit einem Verwandten der Moderne an der Grenze zu einer Neubausiedlung über die Parkbesucher. „Ist das vielleicht Kunst? Oder kann das weg?“, mag mancher Passant sich fragen. Tatsächlich soll es weg, aber wie so oft ist der schnöde Mammon der Grund für den Erhalt des optisch eher reizlosen Objekts. „Als der Umweltbetrieb das bei den Bauarbeiten entfernen wollte, hat man bemerkt, dass es zum selben Fundament wie das Nachbargrundstück gehört“, weiß Ortsamtsleiter Jörn Hermening. Der Ausbau habe sich deswegen als aufwendiger und damit teurer erwiesen. Offenbar erst einmal als zu teuer. „Aber der Umweltbetrieb will das noch mal prüfen, wenn die Endabrechnung da ist und noch Geld über ist“, sagt Hermening. Er könne die Verwunderung der Bevölkerung verstehen. „Da macht man einen schönen Park und dann steht da so ein komisches Ding.“

Wiederholt im Verkehrsausschuss thematisiert wurde außerdem ein Schaltkasten in der Christernstraße auf Höhe der Glockenstraße. Dieser beschäftigt seit Monaten immer mal wieder die Stadtteilpolitiker. Er behindert die Sicht, gerade für Kinder, die von der Grundschule Glockenstraße kommen. Nun ist dies kein neues Hindernis, kommt aber seit dem Neubau des Evangelischen Gemeindezentrums besonders zur Geltung. „Das Amt für Straßen und Verkehr hat eine Lösung entwickelt“, sagt Hermening dazu. Allerdings: diese Lösung würde einen mittleren fünfstelligen Betrag verschlingen.

In der Eitzestraße Ecke Auf dem Kronsberg könnten bald Arbeiter mit der Flex anrücken. Dort behindert ein Gitter den Fahrradverkehr – insbesondere wer ein Lastenrad fährt oder einen Anhänger mitführt, hat Schwierigkeiten. „Da diskutieren wir seit drei Jahren drüber, nun soll es aber weg“, sagt Hermening. Manchmal weichen sie dann doch – die hartnäckigen Hindernisse im Stadtteil.

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