BDA-Preis 2018

Herausragende Bauten in Bremen und Bremerhaven gekürt

Der Bund Deutscher Architekten hat Bauten in Bremen und Bremerhaven geehrt. Der BDA vergibt die Preise dieses Jahr zum zwölften Mal.
17.11.2018, 19:15
Lesedauer: 4 Min
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Herausragende Bauten in Bremen und Bremerhaven gekürt
Von Jürgen Hinrichs
Herausragende Bauten in Bremen und Bremerhaven gekürt

Auch der Neubau der Bremer Landesbank wurde vom BDA ausgezeichnet.

Frank Thomas Koch

Der Bund Deutscher Architekten (BDA) hat seine Preise für herausragende Bauten in Bremen und Bremerhaven vergeben. Es ist mittlerweile die zwölfte Auflage der Prämierung, die alle vier Jahre veranstaltet wird. Dieses Mal konnte die dreiköpfige Fachjury unter 57 Wettbewerbsbeiträgen mit sehr unterschiedlichen Bauaufgaben auswählen. Während es in früheren Jahren beim Hauptpreis stets mehrere Gewinner gab, hat sich die Jury in der aktuellen Runde nach Mitteilung des BDA auf ein einziges Projekt festgelegt, das ganz besonders herausgestochen habe: Es ist das Gemeindehaus Unser Lieben Frauen an der Hermann-Heinrich-Meier-Allee, das im vergangenen Jahr zusammen mit der angeschlossenen Kindertageseinrichtung fertig geworden ist.

Bauherr ist die Bremische Evangelische Kirche. Die Architekten sind das Büro Völlmar (Hamburg) mit Katja-Annika Pahl (Hamburg/Bremen) und Campe Janda Architekten (Bremen). Daneben vergab die Jury noch drei Auszeichnungen: für den Neubau der Bremer Landesbank, heute Nord/LB, das Thünen-Institut in Bremerhaven und den Erweiterungsbau der Oberschule an der Kurt-Schumacher-Allee. Verliehen werden die Preise am 26. Februar in der Oberen Rathaushalle von Bürgermeister Carsten Sieling (SPD).

Ausgezeichnete Architektur aus Bremen: Beim Gemeindezentrum Unser Lieben Frauen ist die Jury geradezu verzückt und verfällt in Schwärmereien. Sie sprichtvon „gestalterischer Perfektion“ und einem Gesamtkonzept, „das tadellos funktioniert“. Das Gemeindezentrum ist eines der Gebäude, die vom BDA prämiert werden.
Foto: Stefan Müller

Gemeindezentrum und Kindertageseinrichtung Unser Lieben Frauen

2017
Architekt :Völlmar Architektur mit Katja Annika Pahl und Campe Janda Architekten BDA
Bauherr: Bremische Evangelische Kirche

Beim Gemeindezentrum Unser Lieben Frauen ist die Jury geradezu verzückt und verfällt in Schwärmereien. Sie spricht von „gestalterischer Perfektion“ und einem Gesamtkonzept, „das tadellos funktioniert“. Der 4,4 Millionen Euro teure Bau an der Hermann-Heinrich-Meier-Allee ist ein von der Straße zurückgesetzter Saalbau mit einem Vorplatz, der die Besucher in eine Art Klosterhof mit umlaufendem Kreuzgang führt. „Das Foyer des Gemeindehauses mit Altentreff und die zweigeschossige Kindertagesstätte sind auf diesen Hof hin orientiert, der ein Miteinander geradezu provoziert“, schreiben die Juroren.

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Der Kreuzgang sei Treffpunkt, Aufenthaltsort, Wetter- und Sonnenschutz zugleich. Es folgt eine Lobeshymne: „Wer den disziplinierten und ausgeklügelten Grundriss studiert, wer die durch viel Lärchenholz und den hellen dänischen Ziegel charakterisierte angenehme Stimmung in den Räumen intuitiv erlebt, aber auch wer die ungemein sorgfältige Fügung und Detaillierung sowie das unaufgeregte, ans Noble grenzende Design des Innenausbaus bewusst wahrnimmt, dem wird auf die Frage, was die Architekten besser hätten machen können, keine Antwort einfallen.“ Grund genug für die Jury, den BDA-Hauptpreis ausnahmsweise nur einmal zu vergeben – an Völlmar Architektur mit Katja Annika Pahl und Campe Janda Architekten.

Landesbank Bremen Neubau
Foto: Frank Pusch

Neubau Bremer Landesbank

2016
Architekt: Caruso St. John Architects
Bauherr: Norddeutsche Landesbank

Preise hat der vor gut zwei Jahren eröffnete Neubau der Bremer Landesbank am Domshof bereits einige erhalten, jetzt kommt eine Auszeichnung des BDA Bremen hinzu. Verliehen wird sie an die Architekten Caruso St. John Architects (London/Zürich). Das Gebäude füge sich hervorragend in den historischen Rahmen ein, der durch den wilhelminischen Renommierbau der Deutschen Bank zur Rechten und das Rathaus zur Linken vorgegeben sei, argumentiert die Jury. "Dabei gelingt es ihm, mit seiner plastischen Klinkerfassade gegenüber den opulenten Nachbarn eine gleichgewichtige Statur zu entwickeln." Für bestaunenswert halten die Experten die handwerkliche Präzision bei der Arbeit mit dem Klinker. Die Schalterhalle zeige die durch das Äußere erwartbare gediegene Ausstattung. Der ovale und öffentlich zugängliche Innenhof verknüpfe die Tiefe des Baublocks mit dem Straßenraum.

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Foto: Silke Schmidt

Erweiterungsbau Oberschule an der Kurt-Schumacher-Allee

2016
Architekt: Arbeitsgemeinschaft Schulze Pampus Architekten und Planungsgruppe Gestering Knipping de Vries
Bauherr: Immobilien Bremen

Die Erweiterung der Oberschule an der Kurt-Schumacher-Allee fügt sich nach Auffassung der Jury mit „verblüffender Selbstverständlichkeit“ an den Bestandsbau aus den 1970er-Jahren an. Im Aufriss streng diszipliniert, repräsentiere er den Archetypus eines Schulbaus für die Oberstufe. Die gleiche Disziplin lasse sich am Grundriss ablesen. Das sei streng, aber nicht starr, weil durch einen Kniff räumlich differenziert werde: Durchblicke vom Foyer aus nach oben in die von Stockwerk zu Stockwerk verspringende zentrale Halle.

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Sie verbindet mit ihrem Umgang alle Klassen- und Nebenräume. „Saubere Details, hochwertige Materialien und der demonstrative Verzicht auf vandalensichere Ausstattung tragen zu einer angenehmen Atmosphäre bei und bringen die Wertschätzung gegenüber den Schülern zum Ausdruck.“ Die Auszeichnung geht an die Arbeitsgemeinschaft Schulze Pampus Architekten und Planungsgruppe Gestering Knipping de Vries (beide Bremen). Bauherr ist Immobilien Bremen.

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Foto: Ebener

Thünen-Institut Bremerhaven

2017
Architekt: Staab Architekten GmbH
Bauherr: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Beim Thünen-Institut im Fischereihafen in Bremerhaven, das mit einer Auszeichnung bedacht wird, sprechen die Juroren von einem typischen Hafengebäude und assoziieren es wegen seiner Metallfassade mit einer Fischbüchse. Vor allem diese Fassade hat es den Fachleuten angetan. Sie besteht aus gefaltetem Aluminium, reflektiert mit ihrer hellgrauen Oberfläche die Licht- und Wetterverhältnisse und übernimmt sowohl den Sonnen-, wie den Wind- und Sturmschutz.

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"Die Faltläden aus Lochblech vor den Arbeitsräumen lassen sich bei hoher Sonneneinstrahlung schließen, ohne die Sicht nach draußen zu beeinträchtigen", beschreibt die Jury. Der Innenausbau wirke fein abgestimmt und überzeuge in seiner ästhetischen Zurückhaltung bis ins Detail. Die Räumlichkeiten seien auf der einen Seite funktional. Es gebe genauso aber auch eine geschossübergreifende Offenheit und die Flexibilität von Begegnungsflächen. "Konzeptionell und atmosphärisch ist das überzeugend umgesetzt." Ausgezeichnet wird die Staab Architekten GmbH aus Berlin. Bauherr ist das Bundeslandwirtschaftsministerium.

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