Hilfe für belastete Familien

Bremer Senat beschließt Erweiterung der Notbetreuung

Besonders belastete Familien können nun auf Antrag auch eine Notbetreuung in Anspruch nehmen - möglich macht dies eine Härtefallregelung, die der Senat am Freitag beschlossen hat.
04.04.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Bremer Senat beschließt Erweiterung der Notbetreuung
Von Sabine Doll
Bremer Senat beschließt Erweiterung der Notbetreuung

Bislang galt die Corona-Notbetreuung bereits für Kinder, deren Sorgeberechtigte in sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind.

Sina Schuldt /dpa

Der Senat hat am Freitag eine Ausweitung für die Notbetreuung von Kindern in besonderen Lagen beschlossen. Bislang galt das Angebot der sogenannten Corona-Notbetreuung bereits für Kinder, deren Sorgeberechtigte in sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind. „Die Notbetreuung ist auch offen für Kinder, für die im Rahmen eines Schutzkonzeptes mit dem Amt für Soziale Dienste der Besuch einer Einrichtung der Kindertagesbetreuung oder Kindertagespflege zur Sicherung des Kindeswohls angeordnet ist – sowie in besonderen Härtefällen auf Antrag“, heißt es in der Rechtsverordnung. „Neu ist die Härtefallklausel“, betont Annette Kemp, Sprecherin von Senatorin Claudia Bogedan (SPD).

Wichtig sei, dass Beratungsstellen und das Amt für Soziale Dienste Familien, für die diese Regelung Entlastung bedeute, informieren, sagt die Bremer SPD-Landeschefin Sascha Aulepp. „Die Ausweitung ist ein Fuß in der Tür, um besonders belastete Familien ganz konkret zu unterstützen. Richtig ist, dass unsere Notbetreuung sicherstellen muss, dass Eltern in systemrelevanten Berufen der kritischen Infrastrukturen und der notwendigen Versorgung der Bevölkerung weiterhin arbeiten können.“ Gerade unter anhaltenden Einschränkungen der sozialen Kontakte und der strikten Aufforderung, zu Hause zu bleiben, sei es zunehmend wichtig, auch die Bedürfnisse der Kinder in den Blick zu nehmen.

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Aulepp verweist auf eine Studie des Deutschen Jugendinstituts, die sich mit der Lage besonders belasteter Familien beschäftigt. "Die Corona-Krise dürfte diese negativen Folgen von Armut noch verstärken, nicht nur, weil Existenzängste zunehmen, sondern auch, weil Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen besonders für arme Familien zur Belastungsprobe werden“, zitiert Aulepp eine Forscherin. Auch das Bremer Kinderschutz-Zentrum sei besorgt angesichts der aktuellen Lage, vor allem weil mit der Kinderbetreuung wichtige Bezugspersonen und Entlastungsmöglichkeiten weggefallen seien.

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