Handeln in der Not

Hilfreiche Links in Zeiten von Corona

Wer hilft beim Einkaufen, wenn man selbst zur Risikogruppe gehört? Und wo gibt es Unterstützung für Selbstständige? Wir haben eine Liste von nützlichen Links, Kontakten und Websites zusammengestellt.
20.03.2020, 19:16
Lesedauer: 7 Min
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Hilfreiche Links in Zeiten von Corona
Von Frieda Ahrens

Kleinkünstler sowie kleine und mittlere Unternehmen befinden sich aufgrund der Coronakrise in einer schwierigen finanziellen Lage. Risikogruppen und ältere Personen sollen nicht mehr ohne Weiteres vor die Tür. Denn je weniger Kontakt Menschen zueinander haben, desto geringer ist die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2. Vor allem größere Menschenansammlungen sind deshalb tabu.

Was kann man in so einer Zeit tun, um zu helfen? Und wo findet man am schnellsten Hilfe?

Wie kann ich Kulturschaffenden helfen?

Wir haben eine Liste mit nützlichen Links und Kontakten zusammengestellt, die fortlaufend erweitert wird.

Clubverstärker United

Der Verbund Clubverstärker United, in dem viele Bremer Kneipen, Clubs und Veranstaltungsorte organisiert sind, hat jetzt eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Da alle Veranstaltungen ausfallen, bedeutet dies nicht nur für die Künstler, sondern auch für die Veranstaltungsorte erst einmal kein Einkommen. Bei dieser Website kann man an die Orte spenden, bei denen man sonst auch Geld ausgeben würde, wenn man da wäre. So sind die einzelnen Spendenbeiträge mit realen Situationen beschrieben. „Einmal Abendkasse bitte: 25 Euro“ oder „Willste auch Bier? Ich schmeiß ne Runde: Zehn Euro“.

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Dringeblieben

Alle Theaterbesuche, Konzerte, Partys und sonstige Veranstaltungen fallen aus. Bei Dringeblieben tun sie das nicht: DJ's und Bands treten einfach online per Livestream auf. Es gibt Streams zu Theaterstücken, Cocktailkursen oder Ausstellungen. Seit Dienstag gibt es ab 18 Uhr abends immer verschiedene Programme. Wie im TV-Programm laufen verschiedene Livesendungen, man kann sich durchklicken. Und wichtig: Zuschauer können die Künstler, denen sie gerade zuschauen, über die Website auch finanziell unterstützen.

Patreon

Bei Patreon können sich Künstler, Musiker, Podcaster und viele andere Kleinkünstler anmelden, um dort für ihre Kunst oder ihre Musik Geld zu bekommen. Wer einem bestimmten Künstler monatlich Geld überweist, bekommt Zugriff auf dessen Seite. Kann etwa ein Stand-Up-Comedian nicht mehr auf Tour gehen, kann er stattdessen bei Patreon regelmäßig Videos posten. Nur zahlende Besucher haben dann zugreifen auf die Videos.

Bandcamp

Bandcamp gibt es genau wie Patreon nicht erst seit Kurzem. Unabhängige Musiker laden ihre Musik hoch bei der Plattform hoch und geben sie zu seinem selbst festgesetzten Preis zum Download frei. Ein DJ, der nicht mehr bei Partys auflegen kann, kann so einzelne Tracks oder Alben verkaufen.

Am Freitag, 20. März, kann man dort besonders gut Künstler unterstützen, da die Website angibt, an diesem Tag im Zeichen der Coronakrise auf ihren Umsatzanteil zu verzichten. So sollen alle Einnahmen des Tages bei den Kunstschaffenden landen.

Wie helfe ich in der Nachbarschaft?

Die Einschränkungen, die die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus mit sich bringen, stellen vor allem ältere Personen und Menschen mit Vorerkrankungen vor eine größere Herausforderung. Trotzdem müssen diese Personen einkaufen, vielleicht haben sie auch einen Hund. Es gibt mehrere Netzwerke, die diese Personen mit Freiwilligen verbinden.

Freiwilligen-Agentur

Der WESER-KURIER hat sich mit der Freiwilligen-Agentur zusammengetan, um Menschen zu helfen, die in diesen Tagen dringend auf Hilfe beim Einkaufen angewiesen sind, aber niemanden haben, der das übernehmen kann. Menschen, die zu den Risikogruppen gehören und dringend Hilfe benötigen, können sich montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr bei der Freiwilligen-Agentur Bremen unter Telefon 04 21 / 34 20 80 melden. Oder per Mail an info@freiwilligen-agentur-bremen.de.

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Nachbarschaftshilfe Bremen

Es gibt eine Nachbarschaftshilfe, die in ganz Bremen organisiert ist. Wer Hilfe beim Einkauf oder Ähnlichem benötigt, kann die Organisation telefonisch erreichen unter 01 57 / 79 88 15 72 oder 01 57 / 50 78 73 58. Wer sich selbst engagieren und mitmachen will: Die Freiwilligen organisieren sich in einer Telegrammgruppe. Hier der Mitmachlink.

Die Website Nebenan bietet schon seit längerem Nachbarschaftshilfe an. Nachdem man sich dort registriert hat, kann man seine Postleizahl angeben, sein Viertel aussuchen und dann schauen, wo Hilfe gebraucht wird. Das Viertel wird auf einen sehr kleinen Umkreis beschränkt. Danach funktioniert die Seite ähnlich wie ein schwarzes Brett: Nachbarn können Angebote und Gesuche einstellen und Interessengruppen gründen. So kann sowohl Hilfe angefordert, als auch Hilfe gegeben werden.

Anders als die Nebenan-Seite gibt es die Quarantäneheld-Seite extra für die Coronakrise. Dort kann sich nach Registrierung per Mail auch nach Postleitzahl zuordnen lassen. Vorher können Besucher schon entscheiden: Möchte ich helfen oder brauche ich Hilfe?

Bremen Neustadt

Auch der Sportverein Grapple und Strike in der Neustadt bietet seine Hilfe an. Wer Hilfe braucht und im Bereich zwischen B6, A281 und Friedrich-Ebert-Straße wohnt, kann den Sportverein unter Telefonnummer 04 21 / 89 754 64 1 oder per Mail unter info@grappleandstrike.de erreichen.

Bremen-Nord

In Bremen-Nord kann man sich beim Martinsclub e.V. engagieren. „Wir wollen die Menschen, die in Bremen-Nord Hilfe benötigen und jene, die Hilfe leisten wollen, miteinander in Kontakt bringen“, sagt Stefan Kubena, Regionalleiter des Martinsclub in Vegesack. Er koordiniert die Nachbarschaftshilfe vor Ort. Wer helfen will oder die Hilfe in Anspruch nehmen möchte, kann sich Stefan Kubena wenden unter Telefon 04 21 / 89 81 82 52 oder per Mail an verwaltung-vegesack@martinsclub.de.

Weitere ehrenamtliche Hilfestellungen

Neben den Nachbarschaftshilfen gibt es in Bremen weitere ehrenamtliche Angebote.

Schausteller

Die schon für die Osterwiese angereisten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Schausteller bieten ihre Hilfe an. Für die Osterwiese wurden Gerätschaften, wie Kräne oder Lkw in Schuss gebracht, die jetzt dafür nicht genutzt werden können. „Wir bieten der Allgemeinheit unsere Kapazitäten in personeller und materieller Hinsicht zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise an“, sagt Rudolf Robrahn, Vorstand des Schaustellerverbandes. Wenn Hilfsorganisationen oder Institutionen viele Hände brauchen oder jeweilige Gerätschaften, bietet der Schaustellerverband seine Ressourcen ehrenamtlich an. Zu erreichen ist der Verband online oder über schaustellerverband.bremen@t-online.de.

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Bremen Freifunk

Ganz nach dem Motto #stayathome versucht Bremen Freifunk das Leben von Bremer und Bremerinnen in der eigenen Bude angenehmer zu gestalten. Und zwar durch den Verleih von WLAN-Router, um Menschen, die Bedarf daran haben, das Leben in Isolation durch digitale Teilhabe via Internet zu ermöglichen. Wer Interesse daran hat, kann sich unter info@bremen.freifunk.net melden.

Hochschule Bremen

Für Studierende hat die Hochschule Bremen eine Übersicht geschaffen, bei der Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements in Bremen in Zeiten der Coronakrise aufgelistet sind. Sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Hochschule sind verschiedene Aktionen genannt.

Wo bekomme ich finanzielle Hilfe?

Doch nicht nur Hilfe geben, sondern auch die Anlaufstellen, wo Bremer und Bremerinnen gerade Hilfe bekommen können, sind wichtig.

Task Force

Die Task Force der Förderbank BAB wurde Ende vergangener Woche auf Initiative des Wirtschaftsressorts zusammengestellt. Unterstützt wird sie von der Wirtschaftsförderung Bremen. Sie soll Unternehmen sowie Freiberuflern und Selbstständigen, die wirtschaftlich von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind, zur Seite stehen. Sie berät zu Hilfestellungen wie Bürgschaften, Beihilfen, Krediten und Förderprogrammen. Die Task Force ist telefonisch unter 0421 / 96 00 333 und auch per E-Mail unter task-force@bab-bremen.de er­reichbar.

Handelskammer Bremen

Die Handelskammer Bremen hat online eine Übersicht zu Ansprechpartnern, finanziellen Hilfestellungen, zu Frage wie „Wer darf öffnen und wer nicht“ und auch Informationen zur Kurzarbeit zusammengestellt. Für Fragen speziell zu außenwirtschaftlichen Themen hat die Handelskammer zusätzlich eine Hotline eingerichtet, erreichbar unter Telefon 04 21 / 36 37 24 1.

Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit hat online Informationsunterlagen zum Thema Kurzarbeit zusammengestellt. Außerdem ist neben der Standard-Hotline 08 00 / 45 55 50 0 eine neue regionale Durchwahl eingerichtet worden, die weniger ausgelastet sein soll: 04 21 / 17 82 535.

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Wie kann ich generell helfen?

Es gibt verschiedene Websites, bei denen momentan Spendenaktionen wegen der Coronakrise einlaufen. Eine Website ist Better-Place. Hier gibt es einige Spendenaktionen, die sich an bedürftige Menschen richten, die es in Zeiten der Coronakrise besonders schwer haben. Unter dem Reiter „Nothilfe Corona“ sind viele Aktionen aufgelistet.

Auch die Spendenseite Gofundme bietet in Zeiten von Corona Aktionen an. Man kann bei der Seiten nach Orten suchen. Für Bremen sind schon einige Projekte online gestellt worden. Unter anderem gibt es Livestream-Konzerte oder Yogasessions.

Online gemeinsam an Lösungsansätzen arbeiten

Die Website "Wir versus Virus"-Hackathon ist ein digitaler Raum, bei dem man online an Lösungswegen gegen die Krise arbeiten kann. Das Ganze wird von sieben Initiativen und der Bundesregierung organisiert. Der „Hackathon“ findet von Freitag, 20. März, bis Sonntag, 22. März, statt. Am Freitag kann man sich entscheiden, an welcher der Herausforderungen man die nächsten 48 Stunden arbeiten möchte. Aufgaben können dabei sein, wie wir erreichen können, dass Menschen jederzeit Antworten auf drängende Fragen rundum das Coronavirus erhalten? In Estland wurde dafür ein Chatbot entwickelt, der Menschen zu jeder Tageszeit Antworten liefert. Man kann sich in einem eigenen Team anmelden oder einem beitreten.

Jobs in Zeiten von Corona

Auch wenn die Coronakrise einen überwältigt, es gibt viele Möglichkeiten jetzt beruflich und privat sinnvoll anzupacken. Auf der Website von Good Jobs gibt es aktuelle Tipps und Anlaufstellen. Alle Krankenhäuser, Notdienste, Betreuungseinrichtungen, Pflegedienste und Supermärkte sind laut Website dazu aufgerufen, dort Stellenanzeigen zu verbreiten.

Blut spenden

Die Coronavirus-Pandemie hat zu einem Rückgang an Blutspenden um zehn Prozent in Bremen geführt, das berichtet die der Kreisverband Bremen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Donnerstag. Wer gesund und ohne Symptome sei, der könne weiterhin Blut spenden, betont das DRK.

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Die Termine für die unentgeltliche Blutspende in Bremen in der Kalenderwoche 13 sind am: Dienstag von 15.30 bis 19.30 Uhr in der Evangelischen Freikirche, Woltmershauser Straße 298; Donnerstag, 16 bis 20 Uhr in der Neuapostolischen Kirche, Arsterdamm 132a; 15.30 bis 19.30 Uhr im Gemeindezentrum der Evangelischen Andreas-Gemeinde, Werner-von-Siemens-Straße 55; 14 bis 19 Uhr bei Bremen 1860 in der Aktivita (Halle 11 A), Baumschulenweg 6; und am Freitag von 15.30 bis 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Martin-Luther-Gemeinde, Neukirchstraße 86. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.drk-bremen.de oder wochentags von 7.30 bis 18 Uhr unter der Service-Telefonnummer 08 00 / 11 94 91 1.

Info

Zur Sache

Liste wird laufend aktualisiert

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