Projekt "Hilf Mahl" in Bremen Hilfsaktion für Obdachlose: Beim Essengehen Gutes tun

In rund 20 Restaurants können Bremer nun wieder einen Euro zusätzlich zahlen. Der kommt in den Topf von „Hilf Mahl“ und damit Hilfsangeboten für Menschen ohne Wohnung zugute.
30.11.2019, 18:18
Lesedauer: 2 Min
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Hilfsaktion für Obdachlose: Beim Essengehen Gutes tun
Von Nina Willborn

Jetzt sieht man sie wieder in einigen Restaurants, die kleinen blau-weißen Kärtchen mit dem Teller, auf dem ein Euro liegt. Das Logo von „Hilf Mahl“, der Aktion zugunsten Obdachloser, die das Oberneulander Ehepaar Irene und Heiko Hoffmann im Winter vor einem Jahr nach britischem Vorbild in der Hansestadt gestartet hatten. „Wir waren überwältigt, wie ungeheuer gut sie angekommen ist“, sagt Irene Hoffmann, „sowohl bei den Gästen als auch bei den Gastronomen. Deshalb war es auch keine Frage, dass wir das wieder machen wollen.“

Die Idee ist simpel: Zwischen November und Februar, also wenn es in Deutschland am kältesten und ungemütlichsten ist, können Gäste in den teilnehmenden Restaurants einen Euro mehr zahlen, als auf der Rechnung steht – auf Wunsch auch höhere Beträge. Am Ende kommt die Summe der gespendeten Euros ohne Abzüge Hilfsorganisationen zugute, die sich um wohnungslose Menschen kümmern. „Gerade dass das Geld komplett weitergeleitet wird, ist für viele der Ausschlag, sich zu beteiligen“, sagt Irene Hoffmann. Im ersten Jahr brachte „Hilf Mahl“ laut den Hoffmanns fast 20.000 Euro, die jeweils zu gleichen Teilen die Innere Mission, die Caritas und die Bremer Suppenengel für ihre Hilfsaangebote für Obdachlose bekommen haben.

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Bislang sind rund 20 Bremer Restaurants bei der Neuauflage von „Hilf Mahl“ dabei, darunter das Landhaus Kuhsiel, das Porcospino, das Topaz, die Ständige Vertretung, die Küche 13 und der Ratskeller. „Alle, die schon im vergangenen Winter mitgemacht haben, sind dabei geblieben“, sagt Irene Hoffmann, „und es kommen immer neue Restaurants dazu.“ Die komplette Liste steht auf der Internetseite www.hilfmahlbremen.de, auch im sozialen Netzwerken ist „Hilf Mahl“ präsent, zum Beispiel auf Instagram. „Unsere Tochter Katharina kümmert sich netterweise darum.“

Beim Start im November 2018 waren der Autor David Safier und Luise Scherf, Gattin von Alt-Bürgermeister Henning Scherf die prominenten Paten der Aktion. Einen offiziellen Start wird es in diesem Jahr nicht geben. „Die Restaurants sind ja schon erprobt und fangen einfach an“, sagt Irene Hoffmann. Dass die Spenden dringend gebraucht werden, davon ist die ehrenamtlich engagierte Bremerin überzeugt. „Ich habe erst vor Kurzem mit Vertretern der Inneren Mission gesprochen“, sagt sie. „Die Nöte der Menschen ohne Obdach sind vor allem im Winter groß.“

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Hier geht es zu den teilnehmenden Restaurants.

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