13. Nacht der Jugend Hip-Hop Workshop mit dem Weltmeister

Bremen. Zur Erinnerung an die Reichsprogromnacht werden am 9. November zum 13. Mal Jugendliche das Bremer Rathaus übernehmen. Eine Nacht für Respekt und Anerkennung und gegen Rassismus soll es werden. Das Programm ist vielfältig.
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Von Miriam Keilbach

Bremen. Am 9. November werden zur Erinnerung an die Reichspogromnacht bereits zum 13. Mal Jugendliche das Bremer Rathaus übernehmen. Die Nacht der Jugend steht unter dem Motto „Schwarz trifft weiß“ und bietet Ausstellungen, Diskussionsrunden, Musik und Tanz. Eine Auschwitz-Überlebende rappt und der HipHop-Weltmeister gibt Nachhilfe.

Bei der Fußball-WM in diesem Jahr spielte Kamerun gegen die Niederlande. Nach dem Spiel sagte ein deutscher Freund zu Ken Yeboah: „Ihr habt gestern verloren.“ Dabei kommt der 22-Jährige aus Ghana. „Wir hören nicht gern von ‚den Afrikanern‘. Jedes Land in Afrika ist so vielseitig. Die Deutschen wollen doch auch nicht mit Kroaten oder Niederländern verglichen werden“, sagt der Student.

Er ist Mitorganisator der diesjährigen Nacht der Jugend. Unter dem Motto „Schwarz trifft weiß“ sollen die Jugendlichen sich mit der jeweils anderen Kultur auseinandersetzen. „Oft sind Kommentare gar nicht böse gemeint, sie kommen aber falsch oder gar rassistisch an, weil das Verständnis fehlt“, erklärt Yeboah, der seit neun Jahren in Deutschland lebt. Viele würden sich ein Bild von Afrika und Dunkelhäutigen aufgrund von Fernsehsendungen machen. „Wir wollen einen Dialog schaffen, der beiden Seiten hilft.“

"Es ist keine Party"

Sein Freund Dinipiri Etebu, der aus Nigeria stammt, ist vor wenigen Wochen Hip-Hop-Weltmeister geworden und wird den Jugendlichen das Tanzen in einem Workshop beibringen. „Viele fragen sich, wie das Erinnern an das Morden in der Reichspogromnacht und Musik und Tanz zusammenpassen. Es ist uns wichtig, die Idee der Nacht der Jugend zu teilen: Respekt, Anerkennung und gegen Rassismus und Antisemitismus“, erklärt Helmut Hafner von der Senatskanzlei. „Es ist keine Party, es soll zum Nachdenken anregen, die Jugendlichen aber dort treffen, wo sie sich gut fühlen.“

Deshalb sind auch Zeitzeugen geladen, die mit den Jugendlichen diskutieren. So etwa der Jude Otto Polak, dessen Familie in Minsk ermordet wurde oder die 85-jährige Esther Bejerano, die Auschwitz überlebte. Sie wird mit einer Gruppe rappen.

Außer Modenschau, DJ-Stunden, Theater und Ausstellungen wird es eine Wahlkabine geben, in der erste Tests für die Bürgerschaftswahl gemacht werden können. Der zweite Themenkomplex der Nacht beschäftigt sich mit der Wahl im Mai, bei der erstmals 16- und 17-Jährige wählen dürfen. Eine Schulklasse der Gesamtschule Ost schloss kurzerhand eine Wette mit Werder-Profi Sebastian Prödl ab. Wird die Wahlbeteiligung der unter 21-Jährigen die der zwischen 21- und 35-Jährigen übertreffen, wird Prödl eine Schulstunde halten. Gewinnt Prödl, treten alle Schüler bei einem Sponsorenlauf an. Bisher beteiligen sich 15 Schulklassen an der Wette. Wolfram Stein von „Demokratisch Handeln“, der das Projekt initiierte, sagt: „Das Schöne ist, dass wir auch Schulen aus klassischen Nichtwähler-Gebieten wie Tenever haben. Wir hoffen so auf Nachhaltigkeit.“

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