Gutachter betonen Rolle der Ost-West-Verbindung für Bremens Verkehr Hochstraße soll bleiben

Bremen. Anders als es Politiker mehr als einmal vorausgesagt und angekündigt haben, ist ein Ende für die Hochstraße am Hauptbahnhof nicht in Sicht. Ein Abriss oder auch nur eine Sperrung für Autos ist nach dem Fazit von Gutachtern nicht zu empfehlen. Die Begründung.
01.04.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Hochstraße soll bleiben
Von Wigbert Gerling

Bremen. Anders als es Politiker mehr als einmal vorausgesagt und angekündigt haben, ist ein Ende für die Hochstraße am Hauptbahnhof nicht in Sicht. Ein Abriss oder auch nur eine Sperrung für Autos in absehbarer Zeit ist nach dem Fazit von Gutachtern, die sich mit der Zukunft der Trasse befasst haben, unter dem Blickwinkel der Verkehrsführung nicht zu empfehlen. Zustimmung kommt von der Handelskammer, für die die Hochstraße vorläufig „nicht zu ersetzen“ ist.

„Verkehr 2025 – Bremen bewegen“ – so lautet das Generalthema, das derzeit politisch diskutiert wird und in einen umfassenden Verkehrsentwicklungsplan einfließen soll. Er wird vor der Sommerpause erwartet. Die zukunftsträchtige Losung steht auch auf jeder Seite einer „Sonderbetrachtung“, die ein Planungsbüro gezielt zur Rolle der rund 1900 Meter langen Hochstraße Breitenweg geliefert hat.

In der Expertise ist von Abriss keine Rede. Am Ende kommen die Fachleute unter der Überschrift „Bewertung und verkehrliche Einordnung“ zu dem Schluss, dass es nicht empfehlenswert wäre, die Hochstraße nun einfach zu sperren. Der Breitenweg sei nicht so ausgelegt, dass er den zusätzlichen Verkehr verkraftete. Ohne die Strecke auf Stelzen würden zudem die Hollerallee, die Theodor-Heuss-Allee, die Straße Am Wall, der Osterdeich und unter anderem auch die Martinistraße zusätzlich in Anspruch genommen. Ohne Hochstraße verschlechterte sich die „Belastungssituation im Hauptstraßennetz“ – vor allem in den Tageszeiten mit hohem Verkehrsaufkommen, so die Experten.

Es geht grob gerechnet um etwa 50.000 Autos, die Tag für Tag die Ost-West-Verbindung in Höhe Hauptbahnhof benutzen. Rund die Hälfte dieses Verkehrsaufkommens wird demnach von der Hochstraße aufgefangen. Sie hat nach Ansicht der Fachleute nicht nur eine Bedeutung für das Straßennetz im engeren und etwas weiteren Stadtkern. Vielmehr habe sie eine „Netzfunktion“ auch im übergeordneten Sinne – beispielsweise für die Bundesstraßen 6 und 75. Auch dies wäre ohne die Kapazität der Hochstraße beeinträchtigt.

Im grün-geführten Senatsressort für Umwelt, Bau und Verkehr hieß es am Montag, im Zusammenhang mit der Diskussion um eine langfristige Planung für die Hansestadt sei als eine Möglichkeit auch der „Abriss der Hochstraße durchgespielt“ worden. Es habe sich gezeigt, dass sich „dabei negative Folgen für den Kraftfahrzeugverkehr ergeben“ würden. Daher werde eine solche Variante „von den Gutachtern nicht für das Zielszenario des Verkehrsentwicklungsplans empfohlen“.

Warten auf Ringschließung

Eine Entscheidung über die Zukunft der Hochstraße stehe „aktuell nicht an“, erklärte das Senatsressort. Dies könne frühestens dann ein Thema sein, wenn der Autobahnring in Bremen geschlossen werde. „Dabei sind städtebauliche und verkehrliche Aspekte zu berücksichtigen“, hieß es weiter.

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Die Handelskammer kommentierte die Untersuchung der Gutachter mit dem Hinweis, es sei nun „aus verkehrlicher Sicht“ klargestellt, dass die Hochstraße „für die Abwicklung des innerstädtischen Verkehrs, die Erreichbarkeit der Innenstadt sowie die Verbindung der Stadtteile unverzichtbar“ sei. Olaf Orb, Verkehrsreferent im Haus Schütting am Markt, verwies unter anderem auf parallele Überlegungen, wonach beispielsweise der Autoverkehr auf der Martinistraße eingedämmt werden solle. Dies würde nicht dazu passen, dass zugleich eine viel genutzte Ost-West-Verbindung wegfiele.

Würde die Hochstraße abgerissen oder gesperrt, würde der Autoverkehr auf andere innerörtliche Strecken „abgewälzt und sich über suboptimale Routen quälen“, so der Verkehrsreferent. Ohne Hochstraße gäbe es – ob bei der Luftqualität oder der Lärmentwicklung – negative Auswirkungen auf andere Straßen und Stadtteile. Orb: „Mit diesem Gutachterergebnis ist für die Handelskammer die Diskussion um die Hochstraße Breitenweg beendet.“

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