Konzerte des Sinfonieorchesters der Musikschule Bremen in Pune ein gesellschaftliches Ereignis

Höhepunkt in langer Partnerschaft

Lehester Deich· Walle. Jörg Assmann ist noch ganz erfüllt von der Reise nach Pune. „Für die Camerata Instrumentale war das ein singuläres Ereignis“, schwärmt der Leiter des Sinfonieorchesters der Musikschule Bremen.
06.04.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Rainer Kabbert
Höhepunkt in langer Partnerschaft

Gunther Hilliges reiste über 50 Mal nach Pune.

Christian A. Werner

Jörg Assmann ist noch ganz erfüllt von der Reise nach Pune. „Für die Camerata Instrumentale war das ein singuläres Ereignis“, schwärmt der Leiter des Sinfonieorchesters der Musikschule Bremen. Ende Februar hatten die Instrumentalisten der Waller Musikschule zwei Konzerte anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der deutschen Sprache in Indien gegeben, mit Stücken von Johann Sebastian Bach, Mozart und Mendelssohn Bartholdy.

Assmann verbucht die Auftritte als „Riesenerfolg“ und erinnert sich auch gerne an eine Schulveranstaltung in der Aula, als die Musiker vorab ihre Instrumente stimmten und sich alleine im Raum wähnten – bis sie die rund 900 Schülerinnen bemerkten, die ohne einen Mucks zu sagen auf ihren Sitzen harrten. Das änderte sich, als die Camerata Instrumentale Proben ihres Könnens lieferte und Dirigent Assmann – hauptberuflich spielt er Geige bei der Bremer Kammerphilharmonie – mit den Jugendlichen ins Gespräch kam, Instrumente zeigte und darüber referierte.

Der Besuch der 60 Musiker aus allen Bremer Stadtteilen war ein gesellschaftliches Ereignis. Der „Pune Times Mirror“ berichtete im Aufmacher auf Seite 1 vom „Western classical orchestra“, das in der Stadt gastierte. Konzerte dieser Art sind selten in Pune, das letzte Mal spielte hier ein Sinfonieorchester vor 20 Jahren. Auch Michael Siebert, deutscher Generalkonsul in Mumbai, gab sich die Ehre und lud zum Dinner-Empfang. Nicht zuletzt kümmerte sich die Association of Friends of Germany rund um die Uhr um die deutschen Gäste. Die Partnerorganisation des Forums Städtesolidarität Bremen-Pune hatte die Musikschule eingeladen.

Auf dem Programm stand auch der Bremen-Pune-Freundschaftsplatz, 1997 vom damaligen Bürgermeister Henning Scherf eingeweiht. Damals wie auch jetzt im Februar war Gunther Hilliges dabei, der damalige Leiter des Amts für Entwicklungszusammenarbeit. 17 Jahre später konnte er den Musikern erzählen, was sich so alles getan hat, im Verhältnis Pune-Bremen.

So entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit der Bremer Kliniken mit dem Krankenhaus in Pune, in punkto Fortbildung von Pflegern, Ärzten und dem Management. Und von der Spitze des Klinikums Links der Weser weiß Hilliges, dass die Bremer Herzspezialisten sehr daran interessiert sind, mit Pune zu kooperieren. Der Chef des dortigen Klinikums kommt im Mai in die Hansestadt. Hilliges erwähnt auch die 22 Studenten der Universität Pune, die sich für die diesjährige Sommeruniversität der Hochschule Bremen angemeldet haben.

In amtlicher Mission und später als Vorsitzender des Forums Städtesolidarität Bremen – Pune jettete Hilliges über 50-mal nach Indien. Nun hat er sich einige Tage Urlaub gegönnt. Seinen Erstgeborenen, Chef der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Indien, besuchte er in Delhi. „Was ich vor 30 Jahren in Richtung regenerative Energien angefangen habe, setzt mein Sohn hier fort“, sagt er stolz. Investitionen in nachhaltiges Wirtschaften mit deutschen Krediten. „Indien mausert sich.“ Das hat er auch seiner Adoptivtochter gezeigt, die ihr Geburtsland kennenlernen wollte. Als kleines Mädchen kam sie nach Deutschland. Aus einem Waisenhaus mit 400 Kindern.

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