Kontakt zu Religion und Glaube

Höhns wechselt ins Rathaus

Martina Höhns, Sprecherin der katholischen Kirche in Bremen, wechselt ins Rathaus. Sie tritt die Nachfolge von Helmut Hafner an, der aus Altersgründen ausgeschieden ist.
08.02.2018, 19:28
Lesedauer: 1 Min
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Höhns wechselt ins Rathaus
Von Jürgen Hinrichs

Martina Höhns, Sprecherin der katholischen Kirche in Bremen, wechselt ins Rathaus. Sie tritt bei Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) die Nachfolge von Helmut Hafner an und wird unter anderem für den Kontakt zu den Religions- und Glaubensgemeinschaften zuständig sein. Höhns war in den Jahren von 2002 bis 2008 Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz.

Helmut Hafner, der aus Altersgründen ausgeschieden ist, war eine Institution im Rathaus. Der 72-Jährige ist in Bremen hervorragend vernetzt und gilt als intellektuelle Kapazität. Zu seinen Aufgaben, die er sich in der Regel selbst stellte, gehörte die Kultur der Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten. Eine herausragende Veranstaltung dazu ist seit 20 Jahren die Nacht der Jugend im Rathaus.

Exponierte Katholikin

Für die Nachfolge von Hafner hatten sich nach Angaben der Senatskanzlei annähernd 80 Interessenten beworben. Dass es eine exponierte Katholikin ist, die sich im mehrheitlich protestantischen Bremen um die Religions- und Glaubensgemeinschaften kümmern wird, spiegelt eine Offenheit wider, die in dieser Frage typisch ist fürs Rathaus und in den vergangenen Jahren noch zugenommen hat.

Auch Hafner gehört dem katholischen Glauben an. Von daher gibt es sogar eine Kontinuität. Zu Zeiten von Jens Böhrnsen (SPD), der sich bis heute stark in der evangelischen Kirche engagiert, war der Bürgermeister gleichzeitig Kirchensenator. Mit seinem Nachfolger, dem konfessionslosen Carsten Sieling, wurde das anders.

Promovierte Politikwissenschaftlerin

Er hatte gleich nach seinem Amtsantritt entschieden, neben seinem Hauptamt nicht als Kirchensenator zu fungieren, sondern als Senator für Angelegenheiten der Religionsgemeinschaften. Martina Höhns, 53 Jahre alt und in Bremen geboren, ist promovierte Politikwissenschaftlerin.

Die theologische Grundierung hat sie durch ihre Ämter bei der katholischen Kirche und in Kontakt mit anderen Glaubensgemeinschaften erhalten. Hinzu kommt ihre Erfahrung im Umgang mit der Öffentlichkeit. „Ich freue mich auf die Aufgabe und den weiten Horizont, den sie verspricht“, sagte Höhns dem WESER-KURIER. Ihren Dienst wird sie am 1. Mai antreten.

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