Pädagogenausbildung ermöglicht Sanierung

Hoffnung für die Uni-Sportstätten

Die teilweise maroden Sportanlagen der Bremer Uni sollen mittelfristig modernisiert werden, sofern die geplante Wiederaufnahme der Sportpädagogen-Ausbildung endgültig beschlossen wird.
26.03.2019, 20:10
Lesedauer: 3 Min
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Hoffnung für die Uni-Sportstätten
Von Jürgen Theiner
Hoffnung für die Uni-Sportstätten

Eine Wiederaufnahme des 2017 eingestellten sportpädagogischen Studiengangs könnte die Dinge ändern.

Christina Kuhaupt

Für die sanierungsbedürftigen Sportstätten im Bereich der Universität bestehen gute Aussichten auf eine Instandsetzung – allerdings erst dann, wenn eine endgültige Entscheidung für die Wiederaufnahme des Sportpädagogik-Studiums an der Uni gefallen ist. Das hat Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt am Dienstag in der Stadtbürgerschaft deutlich gemacht. Die Sozialdemokratin äußerte sich in der Fragestunde des Parlaments.

Die Freien Demokraten hatten das Thema auf die Tagesordnung gesetzt und damit auch der Horn-Leher Stadtteilpolitik eine Stimme verschafft. Denn dort mehrten sich zuletzt mahnende Stimmen, die den örtlichen Schul- und Vereinssport bedroht sehen, falls Teile der in die Jahre gekommenen Uni-Sportstätten mittelfristig ausfallen. Die Universität nämlich hat klar gemacht, dass ihr die Mittel fehlen, um Sportanlagen instandzusetzen, die für das derzeitige akademische Programm keine Rolle spielen.

Die Zukunft des Vegesacker Freizeitbades

Eine Wiederaufnahme des 2017 eingestellten sportpädagogischen Studiengangs könnte die Dinge ändern. In diesem Fall würde das Land die erforderlichen Investitionsmittel aufbringen, sagte Quante-Brandt in der Fragestunde. „Unser Interesse ist, zügig mit diesem Studiengang an den Start zu gehen“, so die Senatorin.

Allerdings deutete sie an, dass die Uni-Halle und die Sporthalle Grazer Straße sowie die Leichtathletikanlage auch stärker vom akademischen Sport beansprucht würden, falls der Studiengang wiederauflebt. Gegenwärtig nutzten Schulen und Vereine diese Kapazitäten zu etwa 60 Prozent. Ohne es direkt auszusprechen, deutete die Senatorin damit an, dass daran wohl Abstriche gemacht werden müssten.

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Die Zukunft des Vegesacker Freizeitbades war ein weiteres Thema der Fragestunde. Wenige Stunden zuvor hatte sich der Senat mit einem Sachstandsbericht zum Zustand der Anlage am Fährgrund beschäftigt. Zentrale Aussage des Papiers: Die Bausubstanz des Freizeitbades ist so schlecht, dass die ursprünglich ins Auge gefasste Sanierung und Modernisierung möglicherweise keinen Sinn mehr macht. Laut Senatsvorlage hat inzwischen ein Architektenbüro den Auftrag erhalten, mögliche Planungsvarianten für einen Teilneubau zu erstellen. Ob sogar der gesamte Komplex neu errichtet werden muss, werde sich „im Laufe des Verfahrens“ zeigen.

Wenig Schmeichelhaftes über Vonovia

In der Stadtbürgerschaft hakte der CDU-Abgeordnete Detlef Scharf nach. Erst im Sommer 2018 habe die Geschäftsführerin der Bremer Bäder im Gespräch mit CDU-Politikern versichert, dass ein Neubau kein Thema sei, hielt er Sportsenatorin Anja Stahmann vor. Die Grünen-Politikerin stellte sich vor ihre Bäder-Chefin. Die habe vom vollen Ausmaß des Erneuerungsbedarfs seinerzeit noch nichts gewusst.

Stahmann versicherte, dass Vegesack auf jeden Fall Standort eines attraktiven Freizeitbades bleiben werde. „Ich kann mir Bremen-Nord ohne ein Hallen- und Freibad nicht vorstellen“, so Stahmann. Ihre Behörde werde dem Vegesacker Beirat am 4. April einen ausführlichen Sachstandsbericht liefern. Was den Badebetrieb in der bevorstehenden Freibadsaison angeht, legte sich die Senatorin fest. Die Öffnung des Außenbereichs werde man auf jeden Fall sicherstellen.

Über den Wohnungskonzern Vonovia war in der Fragestunde wenig Schmeichelhaftes zu hören. Die Linken hatten sich in einer Anfrage an den Senat nach einem möglichen Verkauf des Vonovia-Wohnungsbestandes im Blumenthaler Ortsteil Lüssum erkundigt. Dazu konnte Bausenator Joachim Lohse (Grüne) konkrete Neuigkeiten mitteilen. Die Vonovia habe im Februar schriftlich erklärt, sich von 223 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern an der Lüssumer Heide trennen zu wollen.

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Der Senat habe der Vonovia daraufhin mitgeteilt, dass ein Ankauf dieser Objekte durch die Gewoba wünschenswert sei. Die Gewoba verfügt bereits über Immobilien in unmittelbarer Nachbarschaft. Lohse machte in seinem Redebeitrag keinen Hehl aus seinem Unmut über die Vonovia. Diese habe vor Jahren eine Instandsetzung der Lüssumer Wohnungen zugesagt, doch Taten seien dieser Ankündigung nicht gefolgt. Arno Gottschalk (SPD) begrüßte eine mögliche Übernahme durch die Gewoba. Er warnte vor der Alternative, dass das Wohnungspaket stattdessen an stark profitorientierte Konkurrenz gehe.

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