Hoffnungsbriefe als Weihnachtsüberraschung

Hoffnung, schön verpackt

First Lady Elke Büdenbender hatte dazu aufgerufen, zu Weihnachten besonders schön gestaltete Weihnachtskarten zu verschicken. In Bremen wurden nun an Altenheime viele, schöne Hoffnungsbriefe versandt.
24.12.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sigrid Schuer (Text)und Roland Scheitz (Fotos)

Wenn die Einsamkeit am größten ist, dann sind Briefe oft ein ganz besonderes Geschenk. Dieser Tage haben in der Vorweihnachtszeit die Bewohnerinnen und Bewohner von Altenhilfe-Einrichtungen der Diakonie Bremen ganz besondere Post bekommen, die sogenannten Hoffnungsbriefe, die ihnen Mut und Kraft geben sollen, in der kräftezehrenden Corona-Krise nicht aufzugeben. Rund 300 seien unter anderem bereits an das Altenpflegeheim Kirchweg des Vereins für Innere Mission in Bremen, nach Friedehorst, an die Diako Kurzzeitpflege, das Diakonissenmutterhaus, das Johanniterhaus und die Egestorff Stiftung verschickt worden, erzählt Regina Bukowski vom Diakonischen Werk. Sie ist so angetan von der Aktion, dass sie selbst auch schon Hoffnungsbriefe geschrieben hat.

„In unserer schnelllebigen Zeit ist ja ein handgeschriebener Brief schon etwas ganz Besonderes, etwas Wertiges. Ein Zeichen, dass sich da jemand wirklich Mühe gegeben und sich Gedanken gemacht hat“, sagt sie. „Wir möchten gern vermitteln, dass es jetzt ganz wichtig ist, hoffnungsvoll zu bleiben und den Menschen gute Gedanken schicken, ihnen vielleicht auch in dieser Zeit etwas Persönliches erzählen“. Die Botschaft: „Du bist nicht allein!“ Die Reaktionen der Adressatinnen und Adressaten seien überwältigend, die Freude groß, erzählt Regina Bukowski. Viele könnten das Öffnen und Vorlesen der Briefe gar nicht erwarten.

Dass handgeschriebene Briefe eine Seltenheit geworden sind, da ist sie sich mit Elke Büdenbender, der Frau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier einig. Auch die First Lady hatte in der Vorweihnachtszeit dazu aufgerufen, besonders schön gestaltete Weihnachtskarten mit Botschaften voller Zuversicht zu schreiben. Und es sieht ganz so aus, als ob dieser Wunsch durchaus in Erfüllung gegangen wäre. Die vielen hundert Hoffnungsbriefe sind ein Beweis dafür. Auf den Tischen des Diakonischen Werks in der fünften Etage des Konsul-Hackfeld-Hauses, liegt eine knappe Woche vor Heiligabend die vorerst letzte Ladung, die die Altenpflege-Einrichtungen noch rechtzeitig vor Weihnachten erreichen soll. Vanessa Gren und Corinna Forschner sind dabei, die liebevoll dekorierten Briefe, einer schöner als der andere, zu sortieren, die dann an die Einrichtungen weiter verteilt werden.

Den fantasievoll gestalteten Briefen sind zum Teil Gedichte, selbst Gebasteltes und Schokolade beigefügt. „Eine Mitarbeiterin der Sparkasse sprach mich an, da sie eine ähnliche Aktion bei der Diakonie Hamburg gesehen hatte und fragte, ob es so etwas auch für Bremen gäbe. Wir fanden die Idee so toll, dass wir den Impuls aufgegriffen und ganz spontan im Frühjahr während des ersten Lockdown die Aktion Hoffnungsbriefe, nach Rücksprache mit unseren Hamburger Kollegen, auch in Bremen gestartet haben“, berichtet Bukowski. Gesagt, getan. Und so bat die Sparkasse Bremen ihre Mitarbeiterschaft, sich an der Aktion zu beteiligen. Darüber hinaus gab es auch finanzielle Unterstützung. Inzwischen sind allerdings noch viele andere Hoffnungsbriefschreiber und -schreiberinnen dazu gekommen, und zwar aus allen Generationen, wie Regina Bukowski erzählt. Und so sei bereits so manche Brieffreundschaft entstanden. Die Aktion Hoffnungsbriefe soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

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